Am Rasen scheiden sich die Geister Erster Spatenstich im Hanfriedenstadion

Von Frank Klausmeyer

Jetzt geht´s los: Der Bagger hat zwar schon einige Vorarbeit geleistet, mit einem symbolischen ersten Spatenstich gaben )von links) Martin Schlarmann (Prokurist Stockreiter), Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer, Westfalia-Vorsitzender Wolf-Dietrich Häke, Planerin Mirja Müller-Dams, Peter Stockreiter und Christian Vogt (Polier Stockreiter) aber den offiziellen Startschuss für die Sanierung des Hanfriedenstadions.  Foto: Frank KlausmeyerJetzt geht´s los: Der Bagger hat zwar schon einige Vorarbeit geleistet, mit einem symbolischen ersten Spatenstich gaben )von links) Martin Schlarmann (Prokurist Stockreiter), Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer, Westfalia-Vorsitzender Wolf-Dietrich Häke, Planerin Mirja Müller-Dams, Peter Stockreiter und Christian Vogt (Polier Stockreiter) aber den offiziellen Startschuss für die Sanierung des Hanfriedenstadions. Foto: Frank Klausmeyer

Westerkappeln. Über den Zustand des Hanfriedenstadions gab es in den vergangenen Jahren wenig Positives zu berichten. Jetzt sieht es dort ganz fürchterlich aus. Das muss so sein. Denn die Sanierung des Sportzentrums hat begonnen. Dafür wird der Platz sprichwörtlich erst einmal auf links gedreht.

Die Grasnarbe des Fußballfeldes ist bereits komplett abgeschoben worden. Der erste Spatenstich durch Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer, Wolf-Dietrich Häke, Vorsitzender des TSV Westfalia 06 Westerkappeln, Planerin Mirja Müller-Dams vom Ingenieurbüro sowie Vertreter der ausführenden Landschaftsbaufirma Stockreiter aus Mettingen am Montagmittag hatte da nur symbolischen Charakter. Insbesondere Häke freut sich, dass es endlich losgeht. „Der Plan ist sensationell.“ 

Als nächstes wird der Mutterboden ausgekoffert, der bis zu 60 Zentimeter tief in die Erde reicht. Über 1000 Kubikmeter Erde müssen abgefahren werden, betont Unternehmer Peter Stockreiter. Eine Wiederverwendung komme nicht in Frage.

Danach werden die Drainage erneuert und Schläuche für die geplante Beregnungsanlage verlegt, um anschließend mit dem Wiederaufbau des Platzes zu beginnen. Statt Muttererde wird der Platz mit einem wasserdurchlässigen Boden-Sand-Lavastein-Gemisch aufgefüllt. Zuletzt kommt die Rasenschicht.

Schneller für mehr Geld

An deren Ausführung scheiden sich allerdings noch die Geister. Westfalia wünscht sich, dass ein Rollrasen verlegt wird. Dieser wäre laut Häke schon zum Saisonstart 2020/21 bespielbar. Wird das 109 mal 73 Meter (brutto) große Geläuf mit Rasensamen eingesät, könnten die Fußballer dort voraussichtlich erst zur Saison 2021/22 dem runden Leder nachjagen, also ein Jahr später.

Landschaftsarchitektin Müller-Dams hat deshalb einen Rollrasen empfohlen, die Verwaltung schließe sich dem an, sagt Große-Heitmeyer. Allein der Rat sperre sich, weil diese Variante 55.000 Euro mehr kosten soll.

Ein Jahr Mehrkosten

Für Westfalia-Funktionär Reiner Nietiedt ist diese Rechnung allerdings zu kurz gesprungen. Denn im Falle einer Einsaat müsse der Platz ein Jahr länger eingezäunt bleiben, damit das langsam sprießende Grün nicht zertrampelt wird. Die Fußballer, Leichtathleten und Schulen müssten teilweise fürs Training oder den Sportunterricht woandershin gefahren werden, was auch Geld koste. Denn solange der Fußballplatz gesperrt sei, könne auch keine Leichtathletik betrieben werden. Häke und Nietiedt hoffen jetzt, mit den Schulen auf einen Nenner zu kommen und auf diesem Wege die Politik zum Umdenken zu bewegen.

Ewig Zeit ist nicht. Die Sanierung des Fußballfeldes soll – wenn das Wetter mitspielt – zum Jahresende abgeschlossen sein. Sollte doch noch eine Entscheidung pro Rollrasen gefällt werden, habe dieser schließlich gewisse Lieferzeiten, gibt Christian Vogt, Polier bei Stockreiter, zu bedenken.

Geld ist genug da

Finanziell hat die Gemeinde Westerkappeln nach Darstellung der Bürgermeisterin Luft: Die Sanierung des Hanfriedenstadions wird laut Planerin Müller-Dams 625.000 Euro kosten. Im Kommunalhaushalt sind 700.000 für die Modernisierung veranschlagt.

In dieser Summe enthalten ist auch die Erneuerung der Leichtathletikanlagen. Gebaut wird laut Müller-Dams eine abgespeckte Kampfbahn Typ C mit vier Kreisbogenbahnen, neuer Hochsprung- und neuen Weitsprunganlagen sowie einer Diskus- und Sperrwurfanlage. Die Laufbahnen werden zunächst asphaltiert und erhalten dann eine kleine Gummischicht. Darüber wird ein roter Tartanbelag aufgebracht. Die Fertigstellung der neuen Leichtathletikanlagen wird für das späte Frühjahr oder den frühen Sommer ins Auge gefasst.

Schulsport im Blick

Lohnt der Aufwand für die dann doch recht überschaubare Abteilung? Für Wolf-Dietrich Häke keine Frage: „Mit besseren Sportstätten kommen wir wieder voran.“ Im Moment wanderten Läufer, Springer und Werfer nach Mettingen oder sogar Osnabrück wegen der dort besseren Trainingsbedingungen ab. „Es geht auch nicht nur um Westfalia, es geht auch um die Schulen“, stellt Häke klar.

Nicht im Modernisierungspaket enthalten ist die durchaus renovierungsbedürftige Zuschauertribüne im Hanfriedenstadion. „Da lässt sich sicher etwas mit Eigenleistung machen“, meint der TSV-Vorsitzende.


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