Antrag der Ratsfraktion SPD will pestizidfreies Westerkappeln

Von Frank Klausmeyer

Die Verpackung eines Unkrautvernichtungsmittels, das den Wirkstoff Glyphosat enthält. Die Bundesregierung will die Anwendung des besonders umstrittenen Unkrautgifts Glyphosat in Deutschland zum Stichtag 31. Dezember 2023 verbieten. Einen entsprechenden Antrag für die Gemeinde Westerkappeln hat die SPD-Ratsfraktion gestellt. Nach Angaben der Verwaltung setzt die Kommune auf ihren Flächen aber gar keine Pestizide ein. Foto: Patrick Pleul/dpaDie Verpackung eines Unkrautvernichtungsmittels, das den Wirkstoff Glyphosat enthält. Die Bundesregierung will die Anwendung des besonders umstrittenen Unkrautgifts Glyphosat in Deutschland zum Stichtag 31. Dezember 2023 verbieten. Einen entsprechenden Antrag für die Gemeinde Westerkappeln hat die SPD-Ratsfraktion gestellt. Nach Angaben der Verwaltung setzt die Kommune auf ihren Flächen aber gar keine Pestizide ein. Foto: Patrick Pleul/dpa

Westerkappeln. Die Bundesregierung will die Anwendung des besonders umstrittenen Unkrautgifts Glyphosat in Deutschland mit Beginn des Jahres 2024 verbieten. Die SPD-Ratsfraktion in Westerkappeln hat schon jetzt den Verzicht auf Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf kommunalen Flächen beantragt.

„Es werden nicht nur die unerwünschten Wildkräuter und Insekten beim Einsatz von Pestiziden beseitigt, sondern auch Honigbienen, Wildbienen, Schmetterlinge und viele andere Insektenarten. Das bedroht in der Folge auch die Lebensgrundlage für unsere heimischen Vogelarten“, wird SPD-Ratsmitglied Andreas Weiss in einer Pressemitteilung zitiert. 

Auch private Dienstleistungsunternehmen, die öffentliche Flächen pflegen, sollen von der Gemeinde zu einem Pestizidverzicht verpflichtet werden. Ebenso fordere die SPD, bei der Verpachtung kommunaler Flächen ein Verbot des Einsatzes von Pestiziden im Pachtvertrag zu verankern. 

Antrag überflüssig?

Der Antrag klingt gut, ist aber offenbar ziemlich überflüssig. „Wir setzen gar keine Pestizide ein“, erklärt Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer. Solche Vorgaben gelten ihr zufolge auch für private Dienstleister, die im Auftrag der Kommune unterwegs sind. Nur in Ausnahmefällen und „so wenig wie möglich“ würden Insektizide verwendet. Als Beispiel nennt die Verwaltungschefin die Beseitigung von Wespennestern an sensiblen Orten wie Buswartehäuschen. Und natürlich setzte die Gemeinde Gift zur Rattenbekämpfung ein.

Ein Pestizidverbot in den Verträgen bei der Verpachtung kommunaler Flächen festzuschreiben, will Große-Heitmeyer nicht ausschließen. Die Bürgermeisterin gibt aber zu bedenken, dass die Gemeinde kaum Vorratsflächen besitze. „Die kann man an einer Hand abzählen.“

Information aller Bürger gefordert

Der Antrag der SPD geht jedoch noch einen Schritt weiter: Die Verwaltung soll alle Bürger über die Bedeutung von Biodiversität in der Gemeinde informieren und Möglichkeiten aufzeigen, wie Bienen und Wildbienen geschützt sowie pestizidfreie Maßnahmen beim Gärtnern angewendet werden können.

Um die heimische Artenvielfalt in Westerkappeln zu erhalten und den Artenrückgang zu stoppen, haben die Sozialdemokraten einen weiteren Antrag gestellt: Danach sollen zum einen potenzielle Blühflächen auf Gemeindegrund benannt und ein Konzept zum Wildpflanzen- und Insektenschutz in der Gemeinde Westerkappeln erstellt werden. Wann die Anträge der SPD in den Ratsgremien auf die Tagesordnung gesetzt werden, steht noch nicht fest.


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