Einsendeschluss für Fotowettbewerb Gemeinde Westerkappeln plant Website-Relaunch

Von Frank Klausmeyer

Eine Auffrischung hat der Internetauftritt der Gemeinde Westerkappeln augenscheinlich nötig. Als Top-Meldung wird auf der Homepage mitgeteilt, dass das Freibad noch sechs Wochen geöffnet hat. tatsächlich ist nächste Woche Saisonschluss.Screenshot: Frank KlausmeyerEine Auffrischung hat der Internetauftritt der Gemeinde Westerkappeln augenscheinlich nötig. Als Top-Meldung wird auf der Homepage mitgeteilt, dass das Freibad noch sechs Wochen geöffnet hat. tatsächlich ist nächste Woche Saisonschluss.Screenshot: Frank Klausmeyer

Westerkappeln. Hätten Sie noch ein hübsches Bild aus Westerkappeln in Ihrem Fundus? Dann sollten Sie es vielleicht an die Gemeinde schicken. Unter dem Motto „#DubistKappeln“ hatte die Verwaltung im Frühjahr einen Fotowettbewerb gestartet. Die Aufnahmen sollen den neuen Internetauftritt der Kommune zieren. Am morgigen Samstag (31. August) ist Einsendeschluss.

Die Resonanz auf den Wettbewerb ist überschaubar. 30 Fotos von 16 Einsendern sind bislang im Rathaus eingegangen, berichtet Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer auf Nachfrage. 

Die Bilder sollen allerdings nur schmückendes Beiwerk für die Homepage (www.gemeinde-westerkappeln.de) sein. Laut Große-Heitmeyer ist eine umfangreichere Auffrischung geplant. Die scheint mit Blick auf die Seiten im Netz auch dringend geboten zu sein.

Unter den „Topmeldungen“ auf der Startseite bekommt der Nutzer beispielsweise „Auf ins Freibad! – 6 Wochen noch“ zu lesen. Dabei schließt das Schwimmbad schon in einer Woche. Als Veranstaltungstipp wird auf das Fest „100 Jahre Kultur- und Heimatverein Westerkappeln“ am heutigen Freitag in der Aula des Schulzentrums hingewiesen. Es gibt aber gar keine Feier.

Unter „Sehenswürdigkeiten“ tauchen natürlich auch die Sloopsteine auf, die unlängst von Archäologen umfangreich untersucht wurden. Der neue Forschungsstand wird in der Darstellung jedoch völlig ausgeblendet. Der Link zur Politik führt unter anderem zur Liste der Ratsmitglieder. Dass Silke Niehaus (FDP) ihr Mandat längst niedergelegt und durch Frank Hövelbernd ersetzt wurde, ist den in der Verwaltung für die Betreuung zuständigen Mitarbeitern anscheinend entgangen.

Derlei Falschinformationen dürfte es noch einige geben. Vielleicht wäre ein Wettbewerb unter dem Motto „Finde die Fehler !“ auch keine schlechte Idee gewesen.

Es geht bei der geplanten Neugestaltung sicher auch um Inhalte, aber wohl vor allem um die Optik. „Die Bürger sollen sich künftig leichter zurechtfinden“, erklärt die Bürgermeisterin. Dass die Nutzer beispielsweise zur für die Gemeinde so wichtigen „Zukunftswerkstatt“ erst über Umwege kommen, war bereits im Rahmen der Arbeitskreise bemängelt worden. Der aktuelle Fotowettbewerb ist übrigens gleichermaßen schwer zu finden.

„Künftig soll man mit möglichst wenigen Klicks zur gewünschten Information oder zu gesuchten Formularen gelangen“, erläutert die Verwaltungschefin. Der Internetauftritt soll insgesamt übersichtlicher und moderner werden. Und barrierefrei. Das bedeutet, dass sich die Nutzer des Web-Angebotes künftig – unabhängig von ihren Einschränkungen oder technischen Möglichkeiten – problemlos auf den Seiten zurechtfinden. Als Beispiel seien hier Menschen mit einer Sehbehinderung genannt.

Um das alles vernünftig hinzukriegen, hat die Verwaltung nicht nur eine interne Projektgruppe gebildet, sondern zieht auch externe Hilfe von Fachleuten zu Rate. 10 000 Euro stehen für das „Refreshing“ der Homepage im Haushalt zur Verfügung. Wahrscheinlich Ende des Jahres soll mit der Neugestaltung begonnen werden. Die Firma, die die Gemeinde unterstütze, habe vorher keine Kapazitäten frei, sagt Große-Heitmeyer.

Ziemlich angestaubt ist auch die Neubürgerbroschüre der Gemeinde, die letztmals 2015/16 neu aufgelegt wurde. Dieses Druckwerk soll laut Große-Heitmeyer ebenfalls in absehbarer Zeit auf neuesten Stand gebracht werden. Da das Heft auch durch Werbung finanziert wird, habe man eine Neuauflage nicht forciert. „Wir wollen die Gewerbetreibenden nicht überstrapazieren“, meint die Bürgermeisterin. Dieses Jahr werde aber wohl nichts mehr aus einer Neuauflage. „Wir sind mit vielen anderen Aufgaben beschäftigt genug.“

Sinnvoll wäre wohl – auch wenn die Verwaltungschefin davon nichts sagt – noch bis zur Kommunalwahl damit zu warten. Denn dann könnte nicht nur die Zusammensetzung des Rates eine andere sein, sondern unter Umständen auch eine andere Bürgermeisterin oder ein anderer Bürgermeister das Grußwort schreiben müssen...


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