„Ruhe im Off, bitte“ Kinder machen Theater in Westerkappeln

Von Dietlind Ellerich

Während das Mädchen auf der Bank noch von Blumen und Schmetterlingen träumt, bringen sich die Gruselmonster in Stellung und machen aus dem schönen Traum einen Albtraum. „Traumgeschichten“ erarbeiten in diesen Wochen 15 Kinder im Workshop mit dem Team der Rabatz-Theaterwerkstatt. Foto: Dietlind EllerichWährend das Mädchen auf der Bank noch von Blumen und Schmetterlingen träumt, bringen sich die Gruselmonster in Stellung und machen aus dem schönen Traum einen Albtraum. „Traumgeschichten“ erarbeiten in diesen Wochen 15 Kinder im Workshop mit dem Team der Rabatz-Theaterwerkstatt. Foto: Dietlind Ellerich

Westerkappeln. Es ist was los in diesen Tagen im Wespenkeller. 15 Mädchen und Jungen nehmen am Ferienworkshop unter dem Motto „Kinder machen Theater“ teil und erarbeiten gemeinsam mit dem Theaterpädagogen Robert Rickert sowie mit Ida Laube und Lea Freye von der Rabatz-Theaterwerkstatt „Traumgeschichten“.

„Wer möchte beim Albtraum mitmachen“, fragt Robert Rickert in die Runde. Albtraum? Wer mag das schon? Eigentlich niemand. Und deshalb muss das Kind, das ein schlafendes Mädchen spielen soll, einen lauten Schreckensschrei ausstoßen können. Gesucht werden außerdem gruselige Figuren, die im Albtraum auftauchen, aber auch Blumen und Schmetterlinge, denn vor den Albtraum hat die Regie einen friedlichen, schönen Traum gesetzt.

Wer zuerst enttäuscht war, dass kein großes Theaterstück mit aufwendigen Kulissen und Requisiten auf dem Spielplan steht, wird bald eines Besseren belehrt. „Wir kommen mit ganz wenig Ausstattung aus, weil wir alles zeigen, was wir sagen wollen“, erklären die Profis. 

Damit das alles auch wirklich gut funktioniert, müssen sich alle an Regeln halten. „Ruhe im Off, bitte“, lautet ein Hinweis, den Rickert und sein Team immer wieder geben müssen. Zu aufregend scheint es hinter dem bunten Vorhang zu sein, als dass die Kids ihre Anspannung und Vorfreude für sich behalten könnten.

Sperrige Blumen

Während das schlafende Mädchen es sich schon auf der Bank gemütlich gemacht hat, wird im Off darüber diskutiert, welche Blume zuerst hervorkommt. So ein Auftritt ist gar nicht so einfach, die Blumen sind sperrig und verheddern sich im Vorhang. Das Team beschließt, die Blumen hinter der Bank zu lagern, und ihre Trägerinnen alleine durch die Lücke schlüpfen zu lassen.

So klappt‘s gleich besser. Die Träger der Gruselmasken mit Schweins-, Wolfs-, Elefanten- und Teufelsgesichtern diskutieren noch darüber, in welcher Reihenfolge sie die Bühne betreten. Mehrfach muss sich Rickert Gehör verschaffen und die jungen Darsteller immer wieder darauf hinweisen, dass sie Richtung Publikum spielen müssen.

Während auf der Bühne ein quirliges Treiben herrscht, sitzt Jasper Schoppmeier als Techniker am Pult. Er sorgt für die Musik, die das Gruseln des Albtraums so eindrücklich untermalt, dass den erwachsenen Besuchern der Probe ganz mulmig zumute wird.

Immer wieder proben die Kids die gleichen Szenen, immer wieder schlagen Rickert und sein Team Änderungen vor. Den Spaß an dem vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe unterstützten Workshop lässt sich niemand nehmen. So ist eben Theaterarbeit.

Premiere beim Wespe-Kulturfest

Wer neugierig ist, wie Blumen und Schmetterlinge über die Bühne wirbeln, Gruselmonster ganzen Einsatz zeigen und die von den Kids einstudierten Traumgeschichten enden, sollte sich die Aufführung am Freitag, 23. August, um 15.30 Uhr im Rahmen des Wespe-Kulturfests im Garten Eden nicht entgehen lassen.

Sollte das Wetter nicht mitspielen, fällt das Kulturfest aus. Die Veranstalter weisen darauf hin, dass die Traumgeschichten in diesem Fall ab 15.30 Uhr in der Zweifachsporthalle aufgeführt werden.


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