Mehr Platz für mehr Kinder Familienzentrum St. Barbara Westerkappeln erweitert

Von Frank Klausmeyer

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Pfarrer Shaji George zeigt auf den geplanten Anbau, der auf dem Gelände hinter ihm und Simone Baumann, Leiterin des Kindergartens, entstehen wird. Der Baugrund ist bereits befestigt und die Baustelle eingezäunt. Foto: Frank KlausmeyerPfarrer Shaji George zeigt auf den geplanten Anbau, der auf dem Gelände hinter ihm und Simone Baumann, Leiterin des Kindergartens, entstehen wird. Der Baugrund ist bereits befestigt und die Baustelle eingezäunt. Foto: Frank Klausmeyer

Westerkappeln. Das Familienzentrum St. Barbara ist vergangene Woche richtig durchgeschüttelt worden. Denn draußen machten Bauarbeiter mit dem Rüttler ziemlichen Radau.

„Die Kinder mussten ihre Teller festhalten“, erzählt Leiterin Simone Baumann lachend. Manchmal muss es erst schlimmer werden, bevor es besser wird. So gesehen klingt der Lärm der Baumaschinen wie Musik in Baumanns Ohren: Die dringend notwendige Erweiterung des Kindergartens hat begonnen.

Dabei dachte die katholische Kirchengemeinde als Träger des Familienzentrums vor sechs Jahren, dass sie mit der damaligen Erweiterung auf Dauer gut aufgestellt sei. Seinerzeit wurde die alte St.- Barbara-Kapelle abgerissen, um Platz für einen Anbau zu haben.

Derzeit platzt die Tagesstätte wieder aus allen Nähten. Im Sommer wurde eine fünfte Gruppe in Betrieb genommen. „Wir mussten die einrichten, obwohl wir gar keinen Raum dafür haben“, betont Pfarrer Shaji George mit Hinweis auf den gestiegenen Betreuungsbedarf. Bis zur Einweihung der neuen Räume werden 20 „Schuhbidus“ – so werden die angehenden Schulkinder genannt – in der kleinen Turnhalle betreut. Anders geht es nicht. „Wir haben extra unsere Gruppenstruktur geändert“, sagt Baumann.

Dass gebaut werden muss, ergibt sich aus der weiter steigenden Nachfrage nach Plätzen für Kleinkinder. Mittlerweile sind 26 der insgesamt 93 Mädchen und Jungen in der Einrichtung jünger als drei Jahre. Vor fünf Jahren waren es noch 15. Die U-3-Betreuung nimmt mehr Fläche in Anspruch. So wird nicht nur ein Wickelraum benötigt; auch Schlafplätze muss es geben, weil die Kids mittags noch ein Nickerchen brauchen.

Rund 160 Quadratmeter Nutzfläche werden nach Norden angebaut. Geschaffen werden ein neuer Gruppen- und ein Nebenraum, der Wickel- und Sanitärbereich, zwei Schlafzimmer, ein Hauswirtschaftsraum sowie eine Personaltoilette. „Wir bekommen einen eigenen Zugang für den U-3-Spielplatz“, erläutert Simone Baumann die Pläne. „Bis jetzt müssen wir immer ums ganze Gebäude laufen.“ Für diesen Ausgang wird zudem eine große Garderobe gebaut. Ganz wichtig: Zum Parkplatz hin gebe es ein großes Fenster, damit die kleinen Kinder ihren Eltern zuwinken können. Und zur Nordseite gebe es ein weiteres großes Fenster, von dem aus die Kühe auf der Nachbarwiese beobachtet werden können. „Ganz toll“ findet Baumann den geplanten „Hof der Stille“. Dieser offene Bereich zwischen Alt- und Neubau sorge ebenfalls für viel Licht in den Räumen.

Pater Shaji betont, dass das Raum- und Einrichtungskonzept nicht nur auf den Ideen des Architekturbüros Mutert (Bramsche) oder gar einer einsamen Entscheidung des Kirchenvorstandes beruhe, „sondern wir gute Ratschläge von allen Seiten gesammelt haben.“ Die Planung sei „in guter Gemeinschaft des Mitarbeiterteams und des Trägers“ gelaufen, bestätigt die Leiterin des Familienzentrums.

Rund 450000 Euro werden für die Erweiterung investiert. Davon muss die Kirchengemeinde 100000 Euro selbst aufbringen. In den Kosten ist auch die Erweiterung des noch sehr beengten Parkplatzes um 460 Quadratmeter enthalten. Schwerlaster und Kleintransporter sowie Kinder und deren Eltern kommen sich während der Bauphase übrigens nicht ins Gehege: Der Baustellenverkehr laufe über die Straße „Wulverliet“, erklärt Simone Baumann. Alles andere sei auch zu gefährlich.

Pater Shaji hofft, dass mit dem Anbau „alles zur Ruhe kommt“. Dass dachte er nach der Erweiterung vor fünf Jahren wohl auch. Das Gelände am Hollenbergs Hügel ist mit der jetzigen Erweiterung allerdings ziemlich ausgereizt.


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