„Fern eigener Egoismen“ Westerkappeln SPD regt „Bündnis für Familien“ an

Von Gernot Gierschner

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Westerkappeln. „Westerkappeln braucht ein lokales Bündnis für Familien.“ Das ist das Fazit einer Informationsveranstaltung der SPD am Freitagabend im Alten Gasthaus Schröer.

Der Ortsverein der SPD Westerkappeln hatte eingeladen, und zahlreiche Genossen und interessierte Bürger waren erschienen. Als prominenter Fürsprecher eines lokalen Bündnisses für Familien trat der Landtagsabgeordnete der SPD Frank Sundermann auf.

Potenzial bündeln

Lokale Bündnisse für Familien sind lokale Zusammenschlüsse verschiedener gesellschaftlicher Akteure, die sich vernetzen und konkrete Vereinbarungen zur Verbesserung der Familienfreundlichkeit treffen und diese umsetzen. Es geht um die Bündelung des Potenzials von Bürgern, Vereinen, Wirtschaft, Bildungseinrichtungen, Politik und Kommunalverwaltung, um den Bedürfnissen von Familien in der heutigen Zeit besser entsprechen zu können. Bundesweit gibt es derzeit rund 900 kommunale Bündnisse.

Die SPD-Ortsvereinsvorsitzende Ulla Kropf hatte mit Marie-Luise Balter-Leistner als Referentin eine ausgewiesene Expertin gewinnen können. Balter-Leistner ist nicht nur Vorsitzende des Fördervereins Ibbenbüren „Bündnis für Familie“, sondern auch eine der Initiatoren, die 2004 das „Bündnis für Familie“ in Ibbenbüren überhaupt erst auf den Weg gebracht hatten.

Anregungen aus Ibbenbüren

Sie zeichnete in ihrer Präsentation detailliert den erfolgreichen Weg des Bündnisses in der Nachbarstadt nach und gab viele Anregungen und Hilfestellungen für die Gründung eines solchen Bündnisses in Westerkappeln.

Balter-Leistner zeigte auch auf, dass sich der Bedarf an Angeboten für Familien in einem ständigen Wandel befindet. Habe der Schwerpunkt der Angebote vor zehn Jahren noch in der Betreuung von Kleinkindern und Kindern (Stichwort Kita) gelegen, habe sich dieser durch die Verbesserungen in diesem Bereich verlagert. Vermehrte Nachfrage bestehe heute nach Hilfe in der Altenpflege, Plätzen in Hospizeinrichtungen und nach Konzepten zum Zusammenleben mehrerer Generationen. „Auf diesen Wandel müssen die Bündnisse Antworten finden“, so die Referentin. Auch sei die Einbindung von Jugendlichen – mit ihren besonderen Anliegen – in ein solches Bündnis eine schwierige Aufgabe.

Geldsammeln an erster Stelle

„Und zuletzt darf man nicht das Geld unterschätzen“, führte die Referentin abschließend aus. „Die Akquirierung von Geldern macht gerade am Anfang einen großen Teil der Arbeit eines Fördervereins für ein Bündnis für Familie aus.“

Die anschließende lebhafte Diskussion war vor allem von gezielten Nachfragen an die Expertin geprägt. So hatten sich ja nicht nur Interessierte aus Westerkappeln eingefunden, sondern auch aus Hopsten, Mettingen und weiteren Orten des Kreises Steinfurt.

Lokale Unterschiede

Ein Fazit der Diskussion war die Erkenntnis, dass jede Gemeinde etwas anders aufgestellt ist und eigene Lösungsansätze für ein Bündnis finden muss.

Der Westerkappelner SPD-Fraktionsvorsitzende Sundermann erklärte zum Abschluss, dass die Politik parteiübergreifend und fern eigener Egoismen bereit sein sollte, einen Impuls zu setzen, um für die Gemeinde ein „lokales Bündnis für Familien“ auf den Weg zu bringen.


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