Polizist greift hart durch Elterntaxis am Schulzentrum in Westerkappeln werden zur Kasse gebeten

Von Katja Niemeyer

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Westerkappeln. Vor dem Schulzentrum in Westerkappeln wird Ortspolizist Uwe Rissling jetzt verstärkt kontrollieren. Trotz Durchfahrtverbots in der Schulstraße und Halteverbot in der Kurve vor der Grundschule behindern immer wieder Elterntaxis den Schulbusverkehr.

Es ist nicht so, dass Uwe Rissling es nicht lange Zeit im Guten probiert hätte. Über geschlagene eineinhalb Jahre postierte sich der Polizist immer wieder an der Schulstraße, hielt die Autofahrer an, die verbotenerweise in die Straße abgebogen waren, und verwarnte sie mündlich. Aber der allmorgendliche Elterntaxi-Verkehr riss nicht ab.

Mit Geduld am Ende

Nun scheint es mit der Geduld des Polizeihauptkommissars zu Ende zu sein. Für die Verkehrssünder an der Schulstraße ist es teuer geworden: Wen Uwe Rissling erwischt, der muss 20 Euro Verwarnungsgeld berappen. Seit April – die sechswöchigen Sommerferien sind dabei natürlich ausgenommen – hat er nach eigenen Angaben bereits mehr als 50 Mal seinen Notizblock gezückt und ein Verwarnungsgeld verhängt. Und er stellt klar: „Ich werde hier immer wieder stehen.“

Regelung einedeutig

Dabei ist die Verkehrsregelung eigentlich eindeutig. Von der Bullerteichstraße in die Schulstraße abbiegen dürfen nur Anwohner sowie Patienten der dortigen Zahnarztpraxis. Darauf weist ein Durchfahrtsverbotsschild gut sichtbar hin. Ergänzt wird es durch den Hinweis, dass das Verbot montags bis freitags jeweils von 7 bis 14 Uhr gilt.

So weit so gut. Wären da nicht die Eltern, die sich über die Regeln hinwegsetzen und mit ihrem Auto vorfahren, um ihre Kinder unmittelbar am Rand des Schulhofes aussteigen zu lassen.

Morgendliches Verkehrschaos

Was kurz vor Schulbeginn regelmäßig zu einem Verkehrschaos führt. Denn am Ende der als Sackgasse konzipierten Schulstraße müssen die Fahrzeuge schließlich auch noch gewendet werden. Ganz abgesehen von dem Begegnungsverkehr in der ohnehin schmalen Straße.

Hinzu kommen parkende Pkw, deren Besitzer ihren Nachwuchs – so ist es auch vorgeschrieben – in die Kindergartengruppe begleiten, die seit rund zwei Jahren aufgrund von Platzmangel provisorisch im Gebäude der Grundschule am Bullerdiek betreut wird. Alles in allem, davon ist Uwe Rissling überzeugt, gefährden die Autos, die unerlaubt durch die Schulstraße fahren, die Sicherheit der Schulkinder. Und das in einem Maße, das den Polizist zu einem harten Durchgreifen veranlasst hat.

Appelle ändern nichts

Unterstützt wird er dabei auch von Grundschulleiterin Anne Frickenstein. Sie ist froh, wie sie sagt, dass sich der Polizist das Thema Schulwegsicherung auf die Fahnen geschrieben hat. Denn nur mit Appellen und wohlmeinenden Worten ändert sich offenbar nichts. Anne Frickenstein berichtet jedenfalls von zahlreichen Briefen, die die Elternpflegschaftsvorsitzenden in den vergangenen Jahren verschickt haben, und in denen immer wieder versucht worden sei, die Eltern zu sensibilisieren und dazu zu bewegen, zum Beispiel die Parkplätze an der Osnabrücker Straße zu nutzen – ohne Erfolg. Auch ein Vortrag des Polizeihauptkommissars bei der Elternpflegschaftsversammlung vor einiger Zeit führte nicht zu einem Umdenken.

Die meisten Kinder könnten zu Fuß gehen

Dabei könnten die meisten Kinder ihren Schulweg unter bestimmten Voraussetzungen auch sehr gut allein – oder mit ihren Freunden – zu Fuß zurücklegen, ist Anne Frickenstein überzeugt. „Natürlich müssen Eltern das mit ihrem Nachwuchs üben. Vielleicht finden sich für den Weg ja mehrere Schüler zusammen, die dann jeweils von einem Elternteil etwa an viel befahrenen Abschnitten begleitet werden“, schlägt die Pädagogin vor. Auf diese Weise würden die Kinder zum Beispiel auch mehr Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten bekommen. „Mal ganz davon abgesehen, dass frische Luft guttut.“

Parken im absoluten Halteverbot

Alle Hände voll zu tun hat Uwe Rissling aber nicht nur an der Schulstraße, sondern auch auf der anderen Seite des Schulzentrums, dort, wo die Busse halten und sich die Parkplätze befinden. Denn in der scharfen Linkskurve entlang des Grundschulhofes, die auf die Osnabrücker Straße führt, halten ihm zufolge immer wieder Fahrzeuge. Und das trotz absoluten Halteverbotes, das zusätzlich noch mit weißen Streifen auf der Fahrbahn gekennzeichnet ist. „Die Autos halten den Verkehr auf, behindern die Busse“, erläutert der Polizist die Problematik.

Wenn er sich hier zu Schulbeginn postiert, geraten ihm regelmäßig Verkehrssünder in die Fänge. Und auch an dieser Stelle greift der Ordnungshüter inzwischen konsequent durch. Das Verwarnungsgeld für unerlaubtes Parken beträgt 25 Euro.


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