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Gut Berstenhorst: Brandstiftung?

Westerkappeln (gre).
Der Brand am Montag im Gebäude von Gut Berstenhorst in Velpe (wir berichteten) war für den Eigentümer eine schlechte "Weihnachtsbotschaft". Er müsse die Information erst einmal verarbeiten, sagte der Gutsbesitzer, der sich nach eigenen Angaben zurzeit nicht in der Region aufhält. Die Kriminalpolizei ermittelt derzeit intensiv, zumal die Feuerwehr bei den Löscharbeiten drei leere Benzinkanister fand. Brandstiftung kann bislang nicht ausgeschlossen werden.

Wie geht es mit dem Anwesen weiter, in dem zuletzt ein illegales Bordell betrieben wurde? Wie berichtet, setzte eine Polizeirazzia dem "horizontalen Gewerbe" dort ein Ende, das Kreisbauamt verhängte eine Zugangssperre und versiegelte die Türen. Am Gitter vor dem Hof weist ein Schild darauf hin, dass das Areal zu verkaufen ist. "Ich habe keinen Bock, mich zu äußern", sagte der Eigentümer gestern unwirsch. Er war nur über Handy zu erreichen und gab am Telefon seinen Namen nicht preis. Derzeit sei er auch nicht im Lande. Überdies sei die Situation zu frisch. Er müsse alles selbst erst einmal verarbeiten, lautete die knappe Stellungnahme. Nach Auskunft der Nachbarn im Velper Industriegebiet hat sich der Eigentümer von Gut Berstenhorst noch vor einiger Zeit in Spanien aufgehalten. Im Zuge der Brandbekämpfung am späten Montagnachmittag betraten einige Helfer, wie bei derartigen Einsätzen üblich, mit schweren Atemschutzgeräten das brennende Anwesen. Sie wollten erst einmal die Gas- sowie Stromzufuhr abstellen und so unkalkulierbare Gefahren für die löschenden Kameraden abwenden. Dabei fanden die Blauröcke im Haus drei leere Benzinkanister, die sie nach draußen brachten. Einer der Benzinbehälter habe im ehemaligen Barraum des Freudenhauses gestanden, hieß es unter den 70 Feuerwehrleuten noch während der Löscharbeiten.

Bereits in der Brandnacht nahm die Kriminalpolizei ihre Ermittlungen auf. Wie die Kreispolizeibehörde der Neuen OZ mitteilte, wurde ein Brandsachverständiger eingeschaltet. Dieser sei mit einem Kollegen der Kriminalpolizei gestern in Velpe gewesen. Derzeit sei fraglich, ob die Treibstoffkanister überhaupt mit dem Brand in Verbindung stehen, so die Polizei. Bis zur endgültigen Klärung sei Brandstiftung indes nicht augeschlossen. Ein Ergebnisbericht der Recherche am Brandort sowie Rückschlüsse auf die Ursache des Gebäudebrandes am ersten Weihnachtsfeiertag lagen gestern Nachmittag noch nicht vor.


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