Westerkappelner Brandstiftungsprozess Haftbefehl erlassen: Angeklagter erscheint nicht vor Gericht

Von Frank Klausmeyer

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Lediglich vier der fünf Angeklagten im Westerkappelner Brandstiftungsprozess erschienen zum Verhandlungsauftakt am Landgericht Münster. Foto: Oliver WernerLediglich vier der fünf Angeklagten im Westerkappelner Brandstiftungsprozess erschienen zum Verhandlungsauftakt am Landgericht Münster. Foto: Oliver Werner 

Münster/Westerkappeln. Nach dem Brand eines Orientladens in Westerkappeln stehen die mutmaßlichen Täter seit Montag (20. August 2018) vor dem Landgericht Münster: Vorgeworfen wird ihnen versuchter Mord und besonders schwere Brandstiftung. Einer der fünf Angeklagten war nicht erschienen: Der Prozess wurde unterbrochen, die Polizei sucht nach ihm.

9 Uhr war am Montagmorgen Verhandlungsbeginn, doch bereits nach wenigen Minuten musste der Prozessauftakt am Landgericht Münster unterbrochen werden. Denn: Einer der fünf Angeklagten fehlte – unentschuldigt. Die Anklageschrift konnte somit noch nicht verlesen werden. Stattdessen wurde zunächst Haftbefehl gegen den fehlenden Angeklagten erlassen.

Möglicherweise im europäischen Ausland

Die Polizei wurde losgeschickt, den 30-Jährigen, der sich vor dem Prozess auf freiem Fuß befand, zu suchen und ihn anschließend am Gericht vorzuführen. Die beiden Pflichtverteidiger des fehlenden Angeklagten hatten im Vorfeld keinen Kontakt zu ihm und konnten auch keine Angabe zu dessen Aufenthaltsort machen. Sie schließen jedoch auch nicht aus, dass dieser sich möglicherweise ins europäische Ausland abgesetzt haben und somit abgetaucht sein könnte.

Die Staatsanwaltschaft hat beantragt, dass das Verfahren gegen den 30-Jährigen vom aktuellen Prozess abgetrennt werden soll. Dies wird in dem Fall umgesetzt, wenn der Angeklagte am heutigen Montag nicht mehr gefunden wird und der Verhandlung am kommenden Mittwoch fern bleibt.

Fortsetzung ab Mittwoch

Für den Prozess sind 14 Verhandlungstage angesetzt, es sollen rund 30 Zeugen angehört werden.

Das Feuer mitten im Westerkappelner Ortskern hatte Anfang Februar überregional für Aufsehen gesorgt. Die Polizei, darunter Spezialisten des Landeskriminalamtes und der Staatsschutz, ermittelten mit einem Großaufgebot an Beamten, auch weil zunächst ein fremdenfeindlicher Anschlag nicht ausgeschlossen werden konnte. Wenige Tage später wurden jedoch der Ladeninhaber (27), sein ein Jahr jüngerer Bruder sowie fünf weitere Verdächtige aus ihrem Umfeld verhaftet. Auf die Spur der Verdächtigen führte offenbar ein am Tatort verlorenes Handy.

Auch Osnabrücker angeklagt

Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Westerkappelner Brüder vor, zwei mitangeklagte Männer im Alter von 22 und 23 Jahren aus Osnabrück gegen einen Schuldenerlass und eine Geldzahlung in einer Gesamthöhe von 5000 angestiftet zu haben, das Lebensmittelgeschäft in Brand zu stecken.

Der Kontakt soll vermittelt worden sein von einem 30 Jahre alten mitangeklagten Mann aus Osnabrück. Laut Anklageschrift ging es den Brüdern darum, die im Oktober 2017 erhöhte Inventar- und Ausfallversicherungssumme von 120 000 Euro zu kassieren.


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