„Lebensgefahr wegen Munition“ Relikt aus britischer Garnisonszeit jetzt im Museum

Von Viktoria Koenigs

Ein Relikt der Britischen Armee hat Friedhelm Scheel (links) in Westerkappeln-Seeste gefunden und an Thorsten Heese vom Kulturhistorischen Museum übergeben. Foto: Gert WestdörpEin Relikt der Britischen Armee hat Friedhelm Scheel (links) in Westerkappeln-Seeste gefunden und an Thorsten Heese vom Kulturhistorischen Museum übergeben. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück/Westerkappeln Ein Naturschützer hat in der Wersener Heide ein Relikt aus der britischen Garnisonszeit gefunden und es dem Kulturgeschichtlichen Museum übergeben. Es handelt sich um ein zweisprachiges Schild mit der Aufschrift „Achtung, Lebensgefahr wegen Munition!“.

Schlagbäume vor Kasernen, Soldaten und ihre Familien beim Einkaufsbummel, spezielle Bars und Geschäfte für Briten – das sind Motive, die das Stadtbild Osnabrücks noch lange nach dem Zweiten Weltkrieg prägten. Vor zehn Jahren endete die britische Garnisonszeit, und mittlerweile weist nur noch wenig auf die Armee Ihrer Majestät hin. Einige Relikte befinden sich in der Sammlung des Kulturgeschichtlichen Museums an der Lotter Straße – und die ist jetzt um ein weiteres Stück bereichert worden.

Warnschild auf Deutsch und Englisch

„Achtung, Lebensgefahr wegen Munition! Betreten und befahren verboten“ warnt das Schild in Großbuchstaben auf Deutsch und Englisch. Unterschrieben ist es mit „Commander HQ Osnabrück Garrison“, also „Kommandant des Hauptquartiers der Osnabrücker Garnison“. Die Warnung sollte neugierige Bürger daran hindern, einen Schießstand zu betreten. Der Natur- und Tierschützer Friedhelm Scheel entdeckte diese Platte im Frühling im Naturschutzgebiet „Wersener Heide“ bei Westerkappeln, einem früheren Truppenübungsplatz. Scheel barg das Relikt und restaurierte es eigenständig. Nun gehört es dem Museum. „Hier gehört das Schild hin, damit es nicht in Vergessenheit gerät“, sagte Scheel.

Dauerausstellung im Museum

In der Dauerausstellung des Museums gibt es weitere Relikte aus der Briten-Zeit, darunter ein bronzener Adler mit der Gravur „Elisabeth II“. Kurator Thorsten Heese erinnerte bei der Übergabe des Schildes an das zunächst gespannte Verhältnis zwischen Briten und Deutschen, das sich über die Jahre aber zusehends entspannt habe. Irgendwann sei der militärische Hintergrund der Garnison in den Hintergrund gerückt. Das Museum möchte die Besucher trotzdem genau daran erinnern. Denn: „Die Soldaten stehen für Kriegsführung, genauso wie dieses Schild“, so Heese.


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