Welpen-Hochsaison im Tierheim Katzenbestand wächst täglich/ KaumVermittelungen

Von Paul Meyer zu Brickwedde

Nur drei von einer ganzen Reihe von jungen Katzen, die zuletzt im Tierheim abgegeben worden sind. Foto: Paul Meyer zu BrickweddeNur drei von einer ganzen Reihe von jungen Katzen, die zuletzt im Tierheim abgegeben worden sind. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

mzb Westerkappeln/Lengerich. Im Lengericher Tierheim, getragen vom Tierschutzverein Lengerich/Westerkappen, hat die Katzen-Saison begonnen.

„Allein in dieser Woche sind bei uns bereits acht oder neun abgeben worden“, sagt Conny Backhaus. Die Leiterin stellt aber gleich klar: Mit den Sommerferien hat der Zulauf vergleichsweise wenig zu tun.

Vermittlung stagniert wegen Ferienzeit

Die Zeiten, zu denen es nicht selten vorkam, dass Haustiere einfach ausgesetzt wurden, weil ihre Besitzer in den Urlaub wollten, seien weitgehend vorbei, betonen Backhaus und die Vorsitzende des Tierschutzvereins Lengerich/Westerkappen, Ulla Mertin, unisono. Vielmehr gehe es momentan vorwiegend um junge Katzen, oft noch Welpen. Und da die Zahl der Besucher, die möglicherweise Interesse an zumindest einem der Tiere haben, durch die Ferienzeit für Wochen schrumpft, nimmt der Bestand im Tierheim nun sukzessive zu.

Neues Katzenhaus hat sich bewährt

Momentan werden 66 Katzen versorgt. Damit seien, dem neuen Katzenhaus sei Dank, zwar noch Kapazitäten vorhanden. Doch der Bestand reiche bereits, um das Personal zeitlich und organisatorisch zu fordern. „Auch wenn wir aktuell keine Flaschentiere haben“, so Ulla Mertin.

Conny Backhaus erzählt, dass sich eine Praktikantin beispielsweise fast ausschließlich darum kümmere, junge Katzen, die offenbar verwilderte Mütter haben, an den Menschen zu gewöhnen. Denn nur wenn das gelinge, könnten die Tiere auch vermittelt werden. Ein langwieriger, bis zu einem Jahr dauernder Prozess.

250 Katzen übers Jahr

Bei einigen erwachsenen Tieren sei da indes nichts mehr zu machen: „Da sind wir maximal Dosenöffner.“ Die Tierheimleiterin erzählt von einer Katze, die so ängstlich sei, dass sie sich nur hervortraue, wenn die Mitarbeiter Feierabend machen und das Haus verlassen.

Und auch ein paar kranke Tiere gehören zu jenen Stammgästen, die dauerhaft versorgt werden müssen. Übers Jahr hat sich das Tierheim-Team zuletzt um 230 bis 250 Katzen gekümmert. Vor allem, als Westerkappeln vor einem Jahr dazugekommen ist, habe die Zahl noch einmal zugenommen, erläutern die beiden Frauen.

Im Schnitt gelinge es, die Katzen, die abgegeben werden, nach zwei, drei Wochen zu vermitteln. Dann sind sie geimpft, gechipt und gegebenenfalls kastriert.

Fehlende Kastration Grund für jährliche Fundkatzenschwemme

Die fehlende Kastration von verwilderten Katzen und manchen Hauskatzen, das sei auch der Grund für die immer wiederkehrende Hochsaison. „Das ist, als ob jemand einen Knopf drückt“, beschreibt Conny Backhaus, wie plötzlich es zu der Zunahme von Fundkatzen kommt. Betroffen sei davon nicht nur das Tierheim, die hiesigen Katzenhilfe-Vereine hätten damit ebenso zu tun.

So lange es in Lengerich und anderen Orten immer wieder Stellen gebe, an denen sich bis zu 20 Katzen tummeln, um die sich niemand kümmere, werde sich nichts an der Situation ändern, sind sich Conny Backhaus und Ulla Mertin auch bei der Ursachenanalyse einig. Bleibt der Trost, dass mit dem Ende der Urlaubszeit wieder mehr Katzenfreunde ins Tierheim kommen, um einen der Stubentiger mit heim zu nehmen.

Info: www. tierheim-lengerich.de


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