Für Äpfel, Birnen und Co. Erste mobile Mosterei in Westerkappeln eröffnet

Von Katja Niemeyer

Die Metttener Lukas und Martin Möllenkamp haben jetzt ihre mobile Mosterei eröffnet. Den Saft füllen sie in Fünf-Liter-Behältern ab. Foto: Katja NiemeyerDie Metttener Lukas und Martin Möllenkamp haben jetzt ihre mobile Mosterei eröffnet. Den Saft füllen sie in Fünf-Liter-Behältern ab. Foto: Katja Niemeyer

Westerkappeln . Seltene Haustierrassen, Imkerei, Streuobstwiesen – auf seinem alten Gehöft am Windmühlenhügel hat Martin Möllenkamp längst seinen Lebenstraum verwirklicht.

Nun hat er den ökologischen Landwirtschaftsbetrieb, den er im Nebenerwerb betreibt, um ein weiteres Standbein erweitert: In Kürze eröffnet der Lehrer zusammen mit seinem Sohn Lukas und unter dem Dach des gemeinnützigen Umweltbildungsvereins Lena-Lernort die erste mobile Mosterei in Westerkappeln.

Der Zeitpunkt ist gut: Die Obstbäume hängen voll mit Früchten. Die Ernte, davon ist der Lehrer überzeugt, dürfte üppig ausfallen. „Wir verarbeiten die Früchte zu einem naturtrüben Apfelsaft“, erläutert Martin Möllenkamp. Sie würden gewissenhaft verlesen, gewaschen, zerkleinert und gepresst.

Anlage kann auch auf privaten Platzen aufgestellt werden

Hauptbetreiber der Saftmobilanlage, die sowohl auf öffentlichen als auch auf privaten Plätzen aufgestellt werden kann, sei sein Sohn Lukas. Das Gerät, sagt dieser, sei in kurzer Zeit betriebsbereit. Die Saftausbeute betrage je nach Sorte bis zu 75 Prozent. Die Qualität und der Geschmack des Saftes hängen von verschiedenen Faktoren ab. Je mehr unterschiedliche Apfelsorten gemischt würden, desto aromatischer werde der Saft, weiß Lukas Möllenkamp. Auch die Zugabe von anderen Früchten wie Birnen oder Mispeln könne den Geschmack verbessern. Manche würden dagegen auf sortenreinen Saft schwören. In jedem Fall, ergänzt der angehende Gartenbauingenieur, unterscheide sich der Saft vom industriell hergestelltem Produkt.

Alte Apfelsorten auf den Streuobstwiesen

Die uralte Hofstelle ist geradezu prädestiniert für eine traditionelle Obstvermostung. Auf den teils weiter entfernt liegenden Streuobstwiesen, die Martin und Lukas Möllenkamp bewirtschaften, stehen rund 130 Bäume. Sie tragen alte Apfelsorten mit so schönen Namen wie Rote Sternrenette, Westfälischer Gülderling oder Prinzess Nobel.

Überhaupt ist die Liebe der Familie Möllenkamp zu einer ursprünglichen Landwirtschaft unübersehbar. Auf einer Weide am Waldrand grasen seit einiger Zeit Lisa und Mia. Die beiden Glan-Donnersberger Rinder haben sich einen Platz im Schatten der Bäume gesucht und blicken den Besuchern friedlich kauend entgegen. Die Tiere gehören einer traditionellen Rasse des Hausrindes an, die Anfang der 1980er Jahre fast ausgestorben war.

Traditionelle Rinder- und Schafrassen

Auch die Bentheimer Landschafe, die ebenfalls in der Nähe des Mettener Hofes umherziehen, sind in ihrem Bestand gefährdet. Martin Möllenkamp, der den Hof vor mehr als 30 Jahren kaufte und liebevoll restaurierte, ist Mitglied der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen.

Zu den Bewohnern des Hofes gehören ferner acht Bienenvölker. Bei ihnen, sagt Martin Möllenkamp, herrsche zurzeit wegen der anhaltenden Hitze und Trockenheit aber „tote Hose“. Das eigentlich im Juli anstehende, zweite Schleudern des Honigs ließ der Religionslehrer deshalb ausfallen. Stattdessen fütterte er ein Zucker-Wasser-Gemisch zu, damit die Insekten bei Kräften bleiben.

Geplant ist, dass Lukas Möllenkamp den Hof eines Tages weiterführt. Der 25-Jährige ist aufgewachsen in dieser Idylle, nennt das Zuhause seine „Scholle“. Bevor er an der Fachhochschule Osnabrück ein Gartenbauingenieur-Studium aufnahm, absolvierte er eine Gärtnerlehre. Er weiß, wie man die Bäume auf den Streuobstwiesen fachmännisch schneidet.

Für den Bauerngarten hinterm Haus ist er allerdings nicht zuständig. Zwischen den Kräuterpflanzen ragt ein kleines Schild heraus. Darauf steht folgender Spruch geschrieben: „Das große Glück ist die Summe kleiner Freuden.“


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