„Naturnahes Spielerlebnis“ Spatenstich für Kunstrasenplatz in Westerkappeln

Von Katja Niemeyer

Trafen sich zum ersten Spatenstich auf dem Tennenplatz: Reiner Nietiedt (Westfalia 06), Philipp Lemme (Garten- und Landschaftsbau Steinhake), Rainer Budke (Westfalia 06), Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer, Markus Nottebaum (Velpe Süd) und Landschaftsarchitekt Helmut Grüning (von links). Foto: Katja NiemeyerTrafen sich zum ersten Spatenstich auf dem Tennenplatz: Reiner Nietiedt (Westfalia 06), Philipp Lemme (Garten- und Landschaftsbau Steinhake), Rainer Budke (Westfalia 06), Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer, Markus Nottebaum (Velpe Süd) und Landschaftsarchitekt Helmut Grüning (von links). Foto: Katja Niemeyer

Westerkappeln. Auf dem sogenannten Tennenplatz Am Königsteich sind die Baufahrzeuge angerollt. Spätestens Ende September dürfte der erste Ball über den dann mit Kunstrasen belegten Platz rollen.

Westerkappeln Und die Chancen stehen gut, dass der Platz durch seine Spieleigenschaften überzeugen wird, soll doch das für den Belag ausgesuchte Modell „Liga Turf Cross“ laut Hersteller für ein „naturnahes Spielerlebnis“ sorgen. Davon geht Landschaftsarchitekt Helmut Grüning aus, der das Sportstättenkonzept für Westerkappeln und damit auch den Kunstrasenplatz maßgeblich entworfen hatte.

Bevor der Spielbetrieb losgehen kann, werden zunächst einmal Drainageleitungen für die Entwässerung gelegt. Wie Bauleiter Philipp Lemme beim Ortstermin erläutert, kommt dabei ein Lasergerät zum Einsatz, mit dem sichergestellt wird, dass die Leitungen in der richtigen Tiefe und im richtigen Abstand zueinander liegen. Schritt für Schritt wächst der Boden dann weiter nach oben. Auf eine elastische Tragschicht folgen eine Sand- und eine Granulatschicht, bevor – quasi als i-Tüpfelchen – die künstliche Grasfläche auf dem knapp 8000 Quadratmeter großen Platz aufgebracht wird.

Die Realisierung des 450000 Euro teuren Kunstrasenplatzes hatte zuletzt an Fahrt aufgenommen. Und das sei auch gut so, sagt Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer, die die Planung nach eigenen Angaben maßgeblich vorangetrieben hatte. Denn die Zeit drängte. Erstens, weil im kommenden Jahr die Sanierung des Hanfriedenstadions ansteht und dem TSV Westfalia 06 Westerkappeln für die Zeit der Bauarbeiten somit eine Ausweichfläche zur Verfügung steht. Zweitens, weil schon in zwei Jahren die ersten Schüler der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln in die gymnasiale Oberstufe mit einem entsprechenden Bedarf an Sportstätten wechseln.

Bevor die Baufirma vor gut einer Woche anrückte, hatten rund 30 ehrenamtliche Helfer von Westfalia 06 drei Tage lang in schweißtreibender Arbeit unzählige Kantensteine entfernt. Sie hatten den Ballfangzaun und den Handlauf abgebaut und insgesamt wohl 50 Kubikmeter Beton weggeschafft, wie der stellvertretende Vereinsvorsitzende Reiner Nietiedt berichtet: „Ich war überrascht und erfreut von der großen Beteiligung.“

Laut Landschaftsarchitekt Grüning ist der neue Platz quasi rund um die Uhr bespielbar, was ein deutlicher Vorteil gegenüber einem Naturrasenplatz sei. Ohne Pflege kommt aber auch die Kunstrasenfläche nicht aus. So müsse diese zweimal in der Woche mit einem speziellen Gerät gebürstet werden. Zweimal im Jahr stehe außerdem eine Grundreinigung an, bei der der Rasen von Laub, Sand und Schmutz befreit wird. Ob die Verwaltung die hierfür notwendige, teure Maschine erwirbt, ist eher fraglich. Stattdessen sei geplant, die Leistung beim TuS Graf Kobbo Tecklenburg einzukaufen, der eine solche Maschine besitzt. „Wir haben den Verein bereits um ein Angebot gebeten“, berichtet die Verwaltungschefin.

Ist der Kunstrasen verlegt, soll der Platz noch eingezäunt werden. Auch ein Handlauf wird wieder errichtet. Nur auf einen Unterstand für Trainer und Ersatzspieler müsse der Verein vorerst verzichtet, so Grüning.

Vielleicht findet sich dafür ja noch ein Sponsor.


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