Freibad zieht Zwischenbilanz Bullerteich Westerkappeln: So viele Gäste wie schon lange nicht mehr

Von Katja Niemeyer

Meine Nachrichten

Um das Thema Westerkappeln Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Schwimmmeister Heinrich Elgert hat in dieser Saison alle Hände voll zu tun. Ein Grund für die hohen Besucherzahlen seien – neben der Hitze – die vergleichsweise geringen Eintrittspreise des Freibades, meint Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer. Foto: Katja NiemeyerSchwimmmeister Heinrich Elgert hat in dieser Saison alle Hände voll zu tun. Ein Grund für die hohen Besucherzahlen seien – neben der Hitze – die vergleichsweise geringen Eintrittspreise des Freibades, meint Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer. Foto: Katja Niemeyer

Westerkappeln. Im Freibad Westerkappeln herrscht Hochbetrieb. Und das bereits seit Wochen. Die Plätze auf dem Parkplatz sind praktisch zu jeder Tageszeit belegt. Auch entlang der Bullerteichstraße und der Gartenstraße stehen die Autos dicht an dicht. In den Morgenstunden, wenn die Frühschwimmer ihre Bahnen ziehen, ist es noch vergleichsweise ruhig. Am Nachmittag sind die Schwimmbecken aber brechend voll.

Die Bilanz, die Schwimmmeister Heinrich Elgert am Mittwoch, 25. Juli, zur Halbzeit gezogen hat, überrascht deshalb auch nicht. Demnach haben jetzt schon so viele Menschen das Freibad besucht wie im vergangenen Jahr während der gesamten Saison. Bis gestern Morgen wurden 42283 Gäste registriert, 2017 waren es insgesamt 42782 gewesen.

Ähnlich heiß und trocken ist zuletzt der Sommer 2006 gewesen. Zur Halbzeit hatten damals insgesamt 44900 Menschen das Bad besucht. Von den Rekordzahlen aus den Anfangsjahren ist man heute aber zugegebenermaßen weit entfernt: Ende der 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre zog es in einer Saison bis zu 150000 Menschen zum Bullerteich.

Angesichts der Besucherscharen arbeitet das Bad auf Hochtouren. Nachmittags seien regelmäßig drei Aufsichtskräfte im Einsatz, berichtet Elgert. Auch der Chlorverbrauch ist aufgrund der hohen Belastung deutlich in die Höhe gegangen. Die Werte, versichert der Schwimmmeister, seien aber weiterhin im grünen Bereich. Das Wasser wird regelmäßig auf Gesundheitserreger wie Bakterien und Viren getestet. Klar, dass bei einer derart hohen Frequenz auch etwas kaputt gehen kann. Als sich am Dienstag eine der inzwischen fast 50 Jahre alten Platten am Beckenrand löste, sei der Bauhof aber rasch zur Stelle gewesen, um die schadhafte Stelle auszubessern.

Die Wassertemperatur beträgt aktuell 26 Grad und liegt um drei Grad über dem Sollwert. „Bis 23 Grad erreicht sind, heizen wir in der Regel, entweder mit Gas oder über die Solaranlage“, erläutert Elgert. Das ist aber schon lange nicht mehr nötig. In den acht von bislang insgesamt elf Wochen, in denen das Bad geöffnet hat, war das Wetter nach den Beobachtungen des Schwimmmeisters mindestens gut, wenn nicht sehr gut.

In dem kühlen Nass tummeln sich nicht nur Westerkappelner, sondern zu einem erheblichen Teil auch Badehungrige aus dem Osnabrücker Land. „Die Eintrittspreise sind vergleichsweise gering“, nennt Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer einen wichtigen Grund. So zahlen Kinder zum Beispiel nur einen Euro. Die Preise sind seit nunmehr zwölf Jahren stabil.

Für gewöhnlich – und seit inzwischen mehr als 30 Jahren – blickt Elgert von seinem Dienstraum oder vom Wachturm aus gelassen auf das bunte und rege Treiben. Wenn er aber mal wieder eine Durchsage machen muss wegen Falschparkens vor der Rettungswache, dann ärgert sich der Schwimmmeister. Denn die Fälle häufen sich. Mehrmals täglich melden sich Mitarbeiter der Rettungswache beim Freibad, um die Kennzeichen der Autos durchzugeben, die ihre Ausfahrt versperren und deren Besitzer die Freibad-Mitarbeiter dann ausrufen.

Noch auf sich warten lässt derweil das neue Häuschen, das der DLRG und dem Förderverein als Lagerstätte dient. Eigentlich hätte das alte Holzhaus mit der kleinen Veranda längst abgerissen und durch ein neues, modernes ersetzt werden sollen. Dann gab es aber Lieferschwierigkeiten.

Nach aktuellem Stand soll das Material, das freiwillige Helfer des Fördervereins zusammenbauen wollen, nun am 9. August in Westerkappeln eintreffen. Das wäre auch früh genug. Die Saison dauert dann noch einen Monat. Am 8. September ist Schluss mit dem Badevergnügen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN