Schüsse mit halbautomatischer Pistole Grab war ausgehoben: Anklage wegen versuchten Mordes in Westerkappeln

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Im April wurde der 23-Jährige in Westerkappeln angeschossen. Er wurde lebensgefährlich verletzt. Archivfoto: Katja NiemeyerIm April wurde der 23-Jährige in Westerkappeln angeschossen. Er wurde lebensgefährlich verletzt. Archivfoto: Katja Niemeyer

Westerkappeln. Die Staatsanwaltschaft Münster hat Anklage gegen drei Verdächtige erhoben. Sie wirft ihnen gemeinschaftlichen versuchten Mord, versuchten schweren Raub sowie gefährliche Körperverletzung in Westerkappeln vor. Der Hauptbeschuldigte ist 16 Jahre alt: Er soll mehrere Schüsse auf einen 23-Jährigen abgefeuert haben, an denen dieser fast starb. Doch er überlebte – da soll der 16-Jährige einen anderen mit der Ermordung beauftragt haben.

Die Tat geschah am 2. April dieses Jahres in Westerkappeln. Nach einem Streit zwischen dem 16- und 23-Jährigen sollen die drei 16 und 18 Jahre alten Beschuldigten vereinbart haben, den 23-Jährigen zu töten und sein Smartphone zu klauen. Der Hintergrund des Streits ist weiterhin unklar, teilte die Staatsanwaltschaft Münster mit. Im April hatte es geheißen, Drogengeschäfte und Eifersucht könnten Ursachen des Streits gewesen sein.

Grab ausgehoben

Am späten Abend des 1. April trafen sich die drei Beschuldigten auf einem Spielplatz und hoben dort ein etwa 1,20 Meter langes und 0,80 Meter tiefes Loch aus. Darin wollten die Verdächtigen den 23-Jährigen nach seiner Ermordung vergraben, ist die Staatsanwaltschaft überzeugt.

Anschließend sollen die drei Verdächtigen zum Haus des 23-Jährigen gegangen sein. Durch ein Fenster wollten sie in das Haus einbrechen – was der 23-Jährige jedoch bemerkte. Er schlug das geöffnete Fenster zu. In diesem Moment soll der 16-Jährige drei Schüsse auf den 23-Jährigen abgegeben haben. Die halbautomatische Selbstladepistole soll er zuvor seinem Vater gestohlen haben.

23-Jähriger in Lebensgefahr

Zwei Kugeln trafen den 23-Jährigen in den Oberkörper, er wurde lebensgefährlich verletzt. Die drei Verdächtigen flohen – sie waren der Staatsanwaltschaft zufolge davon ausgegangen, den 23-Jährigen getötet zu haben.

Der Täter schoss durch das Fenster und traf sein Opfer zweimal in den Oberkörper. Archivfoto: Katja Niemeyer

Aufforderung zum Mord

Doch dieser überlebte. Ohne die schnelle Versorgung wäre er der Staatsanwaltschaft zufolge vermutlich gestorben. 

Als der 16-Jährige davon erfuhr, soll er einen 19-Jährigen aufgefordert haben, den 23-Jährigen zu töten. Der 19-Jährige war nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft zuvor in die Mordpläne eingeweiht gewesen, aber nicht bei der Ausführung dabei gewesen.

Die drei Beschuldigten sitzen seither in Untersuchungshaft. Die Polizei hatte sie am 3. April festgenommen.

Hauptbeschuldigter schweigt

Der 16-Jährige schweigt zu den Vorwürfen. Die beiden 18-Jährige räumten die Tat im Wesentlichen ein. Sie hätten gewusst, dass der 16-Jährige eine Waffe hatte, seien aber nicht davon ausgegangen, dass er damit tatsächlich auf den 23-Jährigen schießt. Einer der beiden 18-Jährigen gab den Hinweis auf das ausgehobene Grab.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt zudem gegen fünf Personen, die von der geplanten Tat gewusst haben oder ihnen bei der kurzzeitigen Flucht geholfen haben sollen. Am 3. April hatte die Polizei insgesamt sechs Verdächtige festgenommen: fünf in einem Osnabrücker Hotel samt Drogen und Messer, einen weiteren in Westerkappeln.

Den Hinweis auf den 16-Jährigen hatten seine Eltern sowie dessen Ex-Freundin gegeben. Inwieweit der Vater des 16-Jährigen strafrechtlich zu belangen ist, weil er seine Waffe nicht ausreichend gesichert aufbewahrte, werde sich noch zeigen, so Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt.


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