50-Mark-Scheine auf dem Acker Wahre Schätze im Fundbüro Westerkappeln

Von Katja Niemeyer

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In einer Garage neben dem Rathaus stehen derzeit sieben Fahrräder. An jedem Fundstück hängt ein Zettel, auf dem der jeweilige Fundort und der Tag vermerkt ist, an dem es abgegeben wurde. Foto: Katja NiemeyerIn einer Garage neben dem Rathaus stehen derzeit sieben Fahrräder. An jedem Fundstück hängt ein Zettel, auf dem der jeweilige Fundort und der Tag vermerkt ist, an dem es abgegeben wurde. Foto: Katja Niemeyer

Westerkappeln. Das Fundbüro der Gemeinde Westerkappeln ist verteilt auf zwei Orte. An dem einen – zwei Kästchen in einem Schreibtisch im Einwohnermeldeamt – werden kleine Dinge aufbewahrt. An dem anderen – eine Garage neben dem Rathaus – große, sperrige Gegenstände. Zurzeit stehen darin sieben, durch die Bank brauchbare Fahrräder in Reih und Glied.

An jedem Fundstück hängt ein Zettel, auf dem der jeweilige Fundort und der Tag vermerkt sind, an dem es abgegeben wurde. Wenig spektakulär für die beiden Mitarbeiterinnen in der Verwaltung, die das Fundbüro nebenbei mitverwalten. Umso bedeutsamer aber für so manchen Bürger, der seinen Schlüssel verklüngelt hat oder sein Portemonnaie nicht mehr finden kann. Schlüssel, Geldbörsen und Handys – das seien die Klassiker, die im Aufbewahrungsort landeten, erzählt Ordnungsamtsleiter Günter Rahmeier. Hin und wieder schiebe ein Finder auch ein Fahrrad vors Rathaus. Dabei handele es sich meist nicht einmal um ein altes, verrostetes Möhrchen, sondern um ein durchaus passables Rad, das mit ein wenig Geschick wieder hergerichtet werden könne.

60 Fundstücke

Insgesamt 60 Fundstücke lagern derzeit bei der Verwaltung ein. Alte, vergessene Schätzchen ? – Fehlanzeige. Lediglich sechs Monate müssen die abgegebenen Wertsachen aufbewahrt werden. So steht es im Gesetz. Hat sie nach Ablauf der Frist niemand abgeholt, werden die Sachen im Falle von persönlichen Dokumenten oder Schlüsseln vernichtet oder aber dem Finder übergeben, sofern er Anspruch angemeldet hat und der Besitzer nicht gefunden wurde. Ist der Eigentümer der Fundsache bekannt, wird er schriftlich benachrichtigt. Versteigerungen, erläutert Rahmeier, würden in Westerkappeln mangels Masse nicht veranstaltet. Fahrräder, die am Ende übrig bleiben, würden manchmal von Helfern des Flüchtlingshilfevereins „Wabe“ oder von der gemeinnützigen Organisation „Möwe“ aus Osnabrück abgeholt.

Auch wenn im Fundbüro offenbar keine alten Schätzchen schlummern, so kann der Ordnungsamtsleiter dennoch eine Geschichte zum Besten geben, die ihm auch nach mehr als 20 Jahren noch in guter Erinnerung ist. Damals, so erzählt er, hätten Westerkappelner Jäger, als sie so durchs Gelände pirschten, auf einem Acker rund zehn 50-Mark-Scheine gefunden. Wie viele es genau waren, das weiß der Ordnungsamtsleiter heute nicht mehr. Nur so viel: Der rechtmäßige Besitzer konnte nicht ermittelt werden. Und: Die Jäger freuten sich über einen üppigen Finderlohn.


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