Wie der Bus zur Bahn kommt RVM stellt Zubringerkonzept für Nordbahn-Reaktivierung vor

Von Oliver Langemeyer

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Neue, mit der Bahn getaktete Verbindungen sollen die wegfallende Schnellbuslinie S10 ersetzen. Foto: NOZ-Archiv/RVMNeue, mit der Bahn getaktete Verbindungen sollen die wegfallende Schnellbuslinie S10 ersetzen. Foto: NOZ-Archiv/RVM

Westerkappeln. Wenn wieder Personenzüge zwischen Recke und Osnabrück rollen, soll die Schnellbuslinie S10 auf dieser Strecke wegfallen. Viele Kritiker einer Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn beschäftigt daher die Frage, wie Fahrgäste künftig zu den wenigen Haltepunkten der Bahn kommen, wenn der Bus nicht mehr in ihrer Nähe hält.

Das Zubringerkonzept war daher ein Schwerpunkt einer Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative Tecklenburger Nordbahn am Dienstag im Landhauscafé Kuckucksnest in Westerkappeln. Gut 30 Bürger auch aus den Nachbarorten Recke und Mettingen waren gekommen, um zu hören, wie der Bus zur Bahn kommt.

Michael Klüppels, Leiter des Verkehrsmanagements bei der Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM) erläuterte die Pläne des kommunalen Verkehrsunternehmens, wenn die S10 der Nordbahn weichen sollte. Die jetzige Regionallinie R11 werde dann nicht mehr von Westerkappeln bis Wersen fahren, sondern nur noch die Haltestellen zwischen Wersen und Osnabrück anfahren.

Neue Verbindung ab Mettingen

Dafür nimmt eine neue Verbindung – die R10 – im 60-Minuten-Takt die Fahrt auf, referierte Klüppels. Start ist in Mettingen. Die Linie führt weiter über Wersen nach Westerkappeln, wo sie an die R11 anschließt. Die Fahrzeiten seien auf den Fahrplan des Zuges abgestimmt. Zudem wird die stündliche Linie R24 von Ibbenbüren nach Mettingen auf die Nordbahn getaktet.

Nachtbusangebot bleibt

Hopsten wird mit einer neuen Linie R 12 im 30-Minuten-Takt an die Bahn angebunden. Das bisherige Nachtbusangebot der RVM soll bestehen bleiben, kündigte Klüppels an. Beim Reisezeitvergleich bleibt der Zug nach RVM-Berechnungen in den meisten Fällen die schnellere Variante, erklärte der Verkehrsmanager.

Maximal 500 Meter für Umstieg

Auch die Umsteigeproblematik, weil der Zug weniger Haltepunkte als die S10 hat, stellt sich aus RVM-Sicht nicht so drastisch dar: Die meisten Fahrgäste steigen in Westerkappeln an den Haltestellen Friedhof, Bullerteich oder eben am Bahnhof ein. Für sie ergebe sich zum alleinigen Haltepunkt Bahnhof eine Entfernung von bis zu 500 Metern. Für insgesamt 80 Prozent der Busfahrer ändere sich somit fast nichts, wenn sie künftig mit dem Zug fahren, berichtete Klüppels. Für Mettingen und Recke gebe es entsprechende Berechnungen allerdings bislang nicht.

Bürgerbus für kleinere Ortsteile?

Einige Zuhörer waren von diesen Ausführungen nicht restlos überzeugt. Einer Frau ging es darüber hinaus um die Anbindung kleinerer Orte wie Velpe. Georg Ostendorf von der Bürgerinitiative regte eine engere Zusammenarbeit der RVM mit den niedersächsischen Verkehrsunternehmen an. Denn es gehe auch darum, Orte wie unter anderem Voltlage an die Bahn anzuschließen. Ex-Landrat Thomas Kubendorff schlug vor, über Bürgerbusangebote in den kleinen Ortsteilen nachzudenken.

Seitenhieb auf die Gegner

Eine verbale Breitseite gegen Nordbahngegner konnte sich Kubendorff nicht verkneifen: Vielen Kritikern gehe es nur darum, „ein Haar in der Suppe zu finden.“ Dabei dächten sie nicht an künftige Generationen: „Das finde ich traurig.“ Kritik, die nicht unwidersprochen blieb. „Das ist schwach“, konterte ein Zuhörer. Er bemängelte, dass mit S10 und R 11 zwei funktionierende Buslinien kaputt gemacht würden und es stattdessen einen umständlichen Zubringerverkehr gebe.

Die Kritiker der Reaktivierung waren an diesem Abend allerdings in der Minderheit. Die Befürworter hoben unter anderem die Verlässlichkeit einer Bahnstrecke auf dem Weg von Recke nach Osnabrück hervor. Der Bus bleibe regelmäßig im Straßenverkehr stecken. Ansonsten wurden die bekannten Argumente für und gegen das Projekt vorgebracht.


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