„Velpe wird einmal umgegraben“ Diskussion über Konzept für Bahnübergänge in Velpe

Von Frank Klausmeyer

Meine Nachrichten

Um das Thema Westerkappeln Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Bahn und Kreis schlagen vor, den Hollesch auf der Südseite zu sperren. Foto: Frank KlausmeyerBahn und Kreis schlagen vor, den Hollesch auf der Südseite zu sperren. Foto: Frank Klausmeyer

Westerkappeln. Der Hollesch in Velpe soll eine Einbahnstraße werden. Diesen Vorschlag machen zumindest die Deutsche Bahn und das Straßenbauamt des Kreises Steinfurt im Zusammenhang mit dem Konzept für die Änderung der Bahnübergänge im Süden der Gemeinde.

Im jüngsten Bauausschuss ist dieser Plan zwar durchaus auf Zuspruch gestoßen, einfach durchwinken wollten die Politiker die Idee dann aber doch nicht.

„Das ist ein enormer Eingriff“, meinte Ellen Stalljohann (SPD) und forderte, zunächst eine Bürgerversammlung einzuberufen, um ein Meinungsbild aus der Bevölkerung zu bekommen. Denn das „alte Velpe, wie sie es nannte, werde sich durch den vorgesehenen Bau einer Unterführung der Tecklenburger Straße ohnehin völlig verändern. „Die Leute sagen, Velpe wird einmal umgegraben.“

Den Hollesch zur Einbahnstraße umzubauen, ist da eher ein kleines Detail. Bei den Anliegern der Siedlungsstraße sind in der Vergangenheit indes Befürchtungen laut geworden, dass sich künftig noch mehr Schleichverkehr vor ihren Haustüren bewegen könnte, der von der Laggenbecker Straße (Kreisstraße 12) zur Tecklenburger Straße (Landstraße 584) oder umgekehrt will.

Deshalb solle der Hollesch auf der Südseite gesperrt werden, erläuterte Andreas Tomm, Manager bei der für die Planung federführenden DB Netz AG. Em Ende des Stiches solle es dann nur noch einen kleinen Wendeplatz geben. Für Fußgänger und Radfahrer böte diese Lösung auch mehr Sicherheit.

Die ideale Lösung

„Wir halten das für eine ideale Lösung“, meinte Bernd Fischer (Bürgergemeinschaft). Weniger anfreunden konnte er sich mit der vorgeschlagenen Linie des Radweges vom Hollesch Richtung Süden. Dieser soll durch die Unterführung an der Laggenbecker Straße – das sogenannte Mauseloch – und dann auf der Ostseite der Schleife zur L584 gebaut werden, wo Radfahrer dann die Landstraße queren müssten. Fischer plädierte statt eines separaten Radweges für eine höhengleiche Lösung mit Markierungen auf der Fahrbahn.

Deutsche Bahn knubbelt noch

Das setze eine Verbreiterung der Straße auf sieben Meter voraus. Dafür fehle sowohl auf der Ost- als auch auf der Westseite der Platz, gab Stephan Selker, Leiter des Kreisstraßenbauamtes, zu bedenken. Überdies sehe er eine solche Lösung aus Sicherheitsgründen ungern. Abgeschlossen sind die Radwege-Planungen noch nicht, wie Tomm betonte. „Wir knubbeln noch.“

Fest steht aber wohl, dass der Radweg nicht in das Trogbauwerk, also die Unterführung, gelegt wird, wie es der Bauausschuss vor einigen Monaten favorisiert hatte. Die Erfolgsaussichten für so eine Lösung seien „gleich null“, sagte Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer mit Hinweis auf ein Schreiben der Bezirksregierung. Unter den Gleisen soll es aber einen Fußweg geben.

Das „Mauseloch“ wird für Autos gesperrt und nur ausschließlich für Radler und Fußgänger offen gelassen. Dafür werde der Tunnel sogar aufgeweitet, erläuterte Tomm. Allerdings sollen Betriebsfahrzeuge des Kreisbauhofes hindurchfahren können.

Weitere Anträge

Auf Anregung Selkers gab der Bauausschuss eine Empfehlung an den Rat, entlang der L584 einen straßenbegleitenden Radweg zu fordern, der im Zuge der Bauarbeiten an der Unterführung bis zur Industriestraße und später bis nach Tecklenburg gehen soll. „Das wäre gut“, meinte Ellen Stalljohann. „Noch besser wäre, erst mal den Radweg von Westerkappeln nach Velpe fertig zu bauen.“

Die CDU-Fraktion hatte indes einen Antrag über Schallschutzmaßnahmen im Nahbereich der Unterführung vorbereitet, der aber nicht beraten wurde, weil offenbar nicht fristgerecht eingereicht. Tomm merkte in diesem Zusammenhang an, dass sich weder an der Zugdichte noch an der Geschwindigkeit der Züge etwas ändern werde. „Wir stellen lediglich auf das elektronische Stellwerk um.“


Der Planungsstand:

Die Tecklenburger Straße (L 584) soll nach dem Konzept für die Änderung der Bahnübergänge in Velpe künftig unter die Bahngleise gelegt werden. Nach den jetzigen Plänen soll die Laggenbecker Straße (K 12) dann verlängert, nördlich der Schienen mit einer Brücke über die Tecklenburger Straße geführt und mit einer Schleife in Höhe des Hollesches an die L 584 angeschlossen werden. Parallel dazu würde dann die Straße Am Velper Bahnhof südlich der Schienen ebenfalls als Brücke über die Tecklenburger Straße führen und mit einer Schleife an diese angebunden. Die Bahnübergänge am Sommerkamp sowie Siekenweg/Velper Straße werden ganz geschlossen, Gleiches gilt für die Ringstraße. Letztgenannter Übergang soll jedoch durch einen neuen Übergang am Gattenweg ersetzt werden. Die Bahn will das Projekt bis 2022 umsetzen. Es wird mit Investitionskosten bis zu 20 Millionen Euro gerechnet. fk

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN