Vernissage Angelika Walter Westerkappeln-Seeste: Wenn Drinnen zum Draußen wird

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Es ist noch Lebensraum frei für das ein oder andere Wunschtier in dem (gewollt: nicht vollendeten) Kunstwerk, vor dem die Mitglieder des Vereins Natur unterwegs und die Künstlerin posieren: Anne Timmermann (von links), Björg Dewert, Angelika Walter, Josefa Schmitz, Irmgard und Karl-Robert Wolf. Foto: Ulrike HavermeyerEs ist noch Lebensraum frei für das ein oder andere Wunschtier in dem (gewollt: nicht vollendeten) Kunstwerk, vor dem die Mitglieder des Vereins Natur unterwegs und die Künstlerin posieren: Anne Timmermann (von links), Björg Dewert, Angelika Walter, Josefa Schmitz, Irmgard und Karl-Robert Wolf. Foto: Ulrike Havermeyer

Westerkappeln. Die beiden Naturpädagogen Björg Dewert und Karl-Robert Wolf haben gemeinsam mit der Osnabrücker Malerin Angelika Walter zu einer Vernissage in den Lernstandort „Ins Freie“ nach Seeste eingeladen. Zu sehen gab es, na klar: Natur!

Wenn Drinnen zum Draußen und Draußen zum Drinnen wird, dann ist das – ja was denn eigentlich? Eine optische Täuschung? Geistreiche Kunst, die provozierend mit den Augen zwinkert? Ein ökologisches Statement? Im Seester Lernstandort Ins Freie, dem Sitz des Vereins Natur unterwegs, sind jetzt alle drei Sichtweisen aufeinander getroffen – und haben deutliche Spuren hinterlassen.

3D-Biotop

Entstanden ist ein riesiges Wandgemälde, das eine komplette Zimmerseite des Seminarraums ziert und das zweidimensionale Mauerwerk in ein dreidimensionales Biotop verwandelt. „Wir wollten das, was uns am Herzen liegt, sichtbar nach außen tragen“, beschreibt Björg Dewert die Motivation zu der Auftragsarbeit.

Kunstspuren in Osnabrück

Und wer wäre für die Umsetzung einer solchen Idee besser geeignet, kamen Dewert und Wolf zu dem Schluss, als ihre langjährige Bekannte Angelika Walter. Hat die renommierte Künstlerin aus Osnabrück, die sich unter anderem durch den Musikexpress – ein 350 Quadratmeter großes Fassadengemälde, das sie im Laufe von drei Jahrzehnten in der Bahnüberführung an der Limberger Straße gestaltete – einen Namen gemacht hat, doch bereits vor 24 Jahren das bekannte Wolf’sche Krötenmobil ästhetisch in Szene gesetzt.

Das rollende Kunstwerk ist inzwischen allerdings in die Jahre gekommen, eine Restaurierung sei wegen des doch erheblichen Verwitterungsgrades nicht mehr möglich, befand Angelika Walter.

Nun hat der ehemalige Bauwagen seinen letzten Parkplatz auf dem idyllischen Vereinsgelände am Rande der Düsterdieker Niederung gefunden. Die ebenfalls von Angelika Walter mit Feuersalamander und Kröte bemalten Radkappen der Zugmaschine befinden sich derweil als ganz eigene Kunstwerke am Giebel der Lernstätte.

Gestalterische Herausforderungen

Doch zurück ins frisch angelegte Indoor-Biotop und zu seiner durchaus amüsanten Entstehungsgeschichte, von der die Malerin den Gästen der Vernissage, die sowohl aus Osnabrück als auch aus der näheren Umgebung angereist waren – Freunde, Bekannte, Vereinsmitglieder und Kunstinteressierte – im Rückblick doch mit deutlicher Erleichterung berichtete.

Denn so weiß und großformatig und damit auch inspirierend die Leinwand auch gewesen sei, habe sie doch ihre Tücken gehabt: ein monströser Ofen samt markantem und zu allem Übel auch noch schräg verlaufendem Ofenrohr, eine fest installierte Kugellampe, ein nicht weg zu montierender Heizkörper, eine Zimmertür und, und, und… Die gestalterische Herausforderung, verrät die Malerin, sei nicht zu unterschätzen gewesen.

Mit welchen Kunstgriffen Angelika Walter sämtliche Problemzonen jedoch kurzerhand weggewischt hat und wie es ihr gelungen ist, dass sich an einer einstmals widerspenstigen Zimmerwand nun sogar Waldkauz, Baumschläfer, Pirol und etliches weitere Getier wohlfühlen – das sollte jeder Besucher am besten selbst herausfinden. Die nächste Gelegenheit dazu besteht am Freitag, 22. Juni, wenn der Verein Natur unterwegs um 19 Uhr zum freien Singen am Lagerfeuer einlädt.

Übrigens: Wer den Lernstandort noch nicht besucht hat und sich in Seeste nicht so gut auskennt, kann zwar weiterhin Schachselstraße 3 ins Navy eingeben, noch einfacher ist es aber ab sofort, nach einem stattlichen Großen Brachvogel namens „Bruno“ Ausschau zu halten. Als charakteristischen Bewohner der Feuchtwiesen hat Angelika Walter ihn als Wappentier – in guter alter Krötenmobil-Tradition ebenfalls auf einem großen Rundbild – verewigt, das nun hoch oben am Giebel des Lernstandorts prangt – und allen Kunst- und Naturfreunden als weithin sichtbarer Wegweiser dient.


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