Der Neue und die Feinheiten Bulli-Schulung beim Bürgerbusverein Westerkappeln

Von Dietlind Ellerich

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Die rote Linie im Blick: „Niemals nur auf die Rückfahrkamera verlassen“, rät Fahrzeugwart Rainer Grafe. Foto: Dietlind EllerichDie rote Linie im Blick: „Niemals nur auf die Rückfahrkamera verlassen“, rät Fahrzeugwart Rainer Grafe. Foto: Dietlind Ellerich

Westerkappeln. Er fährt und fährt und fährt.... Der Bürgerbus Westerkappeln ist unterwegs – mit neuem Gefährt und alten Sorgen.

Alles wie immer trotz des neuen Bullis? Nicht ganz, auch wenn das neue Modell ebenso wie sein Vorgänger, der mehr als 300000 Kilometer auf dem Tacho hatte, ein Sprinter ist. Damit die insgesamt zwei Dutzend Fahrerinnen und Fahrer des Bürgerbusvereins Westerkappeln ein Gefühl für den Neuen bekommen, mussten sie zur Schulung.

Und da ging es auf dem Gelände des Bauhofs zunächst einmal um die Öffnungen und Schalter, von denen sie tunlichst die Finger lassen sollen. AdBlue nachtanken etwa oder die Standheizung programmieren. „Das übernehmen wir“, stellt Ewald Westermann klar und meint den Fahrzeugwart Rainer Grafe und sich selbst, den Vereinsvorsitzenden.

Die beiden sind Männer der ersten Vereinsstunde und letzten Endes diejenigen, die es ausbaden müssten, sollte jemand versehentlich Sprit in den AdBlue-Tank füllen oder die Heizung übers Wochenende auf Dauerbetrieb einstellen.

Zum dritten Schulungstermin vergangene Woche sind sechs Fahrer am Start. Neugierig schauen sie unter die Motorhaube, lassen sich von Grafe die Start-Stopp-Automatik und die Rückfahrkamera erklären. Da gibt es Gesprächsbedarf, denn beide Funktionen hatte der alte Bulli nicht. Die Kamera gebe das Geschehen hinter dem Fahrzeug „immer nur ungefähr“ wieder, warnt Grafe eindringlich davor, sich ausschließlich auf den kleinen Bildschirm zu verlassen. „Nie ohne zusätzlichen Blick in den Spiegel fahren“, rät er den Fahrern.

Rote Linien

Langsam bewegt er den Wagen rückwärts Richtung Container, lässt die Gruppe abschätzen, wie lange es wohl bis zum Aufprall dauern würde. Er zeigt auf die rote Linie. „Höchste Zeit, die Bremse zu betätigen“, macht er deutlich, dass es jetzt ernst würde.

Fragen gibt es auch zur Start-Stopp-Automatik. „Sobald du die Bremse loslässt, springt der Wagen wieder an“, beruhigt ein Fahrer die Kollegen, die mit der modernen Technik noch nicht vertraut sind. Die Fahrgasttür funktioniert ebenfalls etwas anders als im alten Bulli, und wenn die Fahrer einem Gast beim Einsteigen helfen müssen, gilt es, den Schlüssel aus dem Zündschloss zu ziehen. „Man weiß ja nie, was den Leuten so einfällt“, warnen Grafe und Westermann vor Leichtsinn.

Unterstützung benötigt

Einige Fahrer setzten sich auch hinters Steuer, damit sie bei der nächsten Tour keine Überraschungen erleben. „Wenn es Probleme gibt, ruft uns an, das Telefon mit Blue Tooth wird noch eingebaut“, weist Westermann darauf hin, dass sich weder alte Hasen noch Neuzugänge scheuen sollten, sich helfen zu lassen.

Unterstützung braucht auf jeden Fall der Bürgerbusverein. „Wir benötigen dringend weitere Fahrer“, sagt Westermann. Schließlich sollen die aktuell zwei Dutzend Frauen und Männer den Spaß an der ehrenamtlichen Aufgabe behalten. „Das Engagement soll nicht zur Last werden“, sagt er im Hinblick auf Ausfälle durch Urlaub und Krankheit, die das Team auffangen müsse.


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