Schlechtwetter und kultige Kleinwagen Oldtimertreffen in Westerkappeln nur für ganz Treue

Von Astrid Springer

Einige Besonderheiten trudelten am 1. Mai auf dem Platz vor der Stadtkirche ein, darunter ein großer Setra-Retro-Bus. Foto: Astrid SpringerEinige Besonderheiten trudelten am 1. Mai auf dem Platz vor der Stadtkirche ein, darunter ein großer Setra-Retro-Bus. Foto: Astrid Springer

Westerkappeln. Wie seit mehr als 40 Jahren üblich, sollte auch an diesem 1. Mai wieder das traditionelle Velper Oldtimertreffen stattfinden. Helfer des Motorsportclubs Westerkappeln (MSC) und Caterer standen seit zehn Uhr morgens auf dem Westerkappelner Kirchplatz bereit, allein: Der Wettergott spielte nicht mit. Und so blieben viele sehenswerte Karossen fern.

Lediglich treue Stammgäste begegnetem Wind und Wetter mit stoischer Gleichmut und fuhren mit ihren chromblitzenden Schätzchen vor. Zu diesen gehörte auch Fred Schreiber aus Ankum, der in seinem Daimler „Century Saloon“ aus dem Jahr 1954 dem Wetter trotzte.

Aus Sorge um die schmucken Schätzchen

„Es ist bedauerlich, aber gegen das ungemütliche Wetter können wir nichts tun“, kommentierte Organisator Martin Görtemöller die ausgedünnten Reihen auf dem Kirchplatz. „Ich würde mit einem hochwertigen alten Stück auch nicht zwingend eine Tour durch Sturm und Regen fahren“, so der Oldtimer-Kenner.

Entsprechend handverlesen waren auch die Besucher am Dienstag, nur wenige wagten sich mit hochgeschlagenen Kragen und Schirm auf den Platz, auf dem die Maibaumkränze weit neben der Stange im Wind tanzten.

Einige Besonderheiten trudelten im Laufe des Tages dennoch ein, darunter ein großer Setra-Retro-Bus, eine Corvette V8 mit 3,7 l-Motor sowie ein Opel Rekord „Olympia“.

Gefährte der Kindheit

Zu den Oldtimern zählen inzwischen auch diverse Kleinwagen, die viele noch aus ihrer Kindheit kennen dürften und die inzwischen Kultcharakter habe. So waren auch der legendäre R4 und die „Ente“ von Citroen in den Reihen vertreten.

Als Ausnahmeauto im doppelten Sinne darf auch der Peugeot 309 GTI verstanden werden. Der kleine Flitzer aus dem Jahr 1987 ist in diesem Jahr erstmals als Oldtimer gelistet, und sein stolzer Besitzer Jannik Nüßemeyer war erstmals dabei.

Bei den Velper PS-Fans ist der kleine Peugeot ein alter Bekannter, sorgte er doch bereits vor rund 20 Jahren in der Danebrocker Tongrube für reichlich Adrenalinschübe. Seinerzeit fuhr Dirk Nüßemeyer elf Mal den ersten Platz auf der Rallye-Cross-Rennstrecke ein.

Da das einstige Rennauto in diesem Jahr den Oldie-Status erlangte, entschieden sich Vater und Sohn, ihn umzurüsten. „Wir haben den Rennwagen erstmal straßentauglich gemacht“, berichtete der Junior schmunzelnd, der seine Premiere mit Co-Pilot Matthias Scheubach sichtlich genoss.

Mit dem Wetter leben

Über den Tag schauten noch einige Liebhaber alter Schätzchen vorbei und am späteren Nachmittag tummelten sich mit der Sonne spürbar mehr Schaulustige auf dem Platz, an die gewohnten Gästezahlen kam der MSC in diesem Jahr allerdings nicht heran.

Auch das kleine Live-Konzert in der unteren Bahnhofstraße blieb nicht vom Wetter verschont. Notgedrungen disponierte die Band Sixty-unplugged um und verlegte die Veranstaltung kurzerhand in die Innenräume der Pizzeria. Die Gäste nahmen’s gelassen und genossen Musik & Pizza immerhin trockenen Fußes.