„Glaube ist musikalisch“ So klingt ein Gottesdienst in Namibia

Gastpredigerin Elizabeth von François bei der Predigt in der evangelische Kirche Lotte. Foto: Julia SchaechteleGastpredigerin Elizabeth von François bei der Predigt in der evangelische Kirche Lotte. Foto: Julia Schaechtele

schae Lotte. „Enjoy Partnerschaft“ – unter diesem Motto fand in der evangelischen Kirche in Lotte ein afrikanischer Gottesdienst statt. Die Kirchenchorleiterin Annette Salomo und Predigerin Elizabeth von François aus Namibia führten gemeinsam durch den musikalischen Abend.

Salomo erklärte zu Beginn, was den afrikanischen Gottesdienst ausmache: „In Namibia wird viel gesungen“. Dementsprechend galt der Abend neben Gebeten, Psalmen und einem Text von Martin Luther King vor allem der Musik. „Glaube ist musikalisch“, so Salomo.

Zahlreiche Kirchenlieder klangen durch den Raum, begleitet von Orgel oder – klassisch afrikanisch – rhythmischem Klatschen. Nicht nur die Töne und Lieder waren dabei vielfältig, sondern auch die Sprachen: Neben deutschen und englischen Liedern gab es Strophen in Afrikaans, das in Namibia gesprochen wird, und Suaheli, eine Sprache aus Ostafrika.

Zwischen dem Kirchenkreis Tecklenburg und dem in Otjiwarongo in Namibia besteht seit 35 Jahren eine Partnerschaft. „Wir sind durch unseren Glauben miteinander verbunden“ so Salomo. Sie ist die Vorsitzende der Partnerschaft. Die Gastpredigerin von François lebt seit sechs Jahren in Deutschland, im August zieht sie mit ihrer Familie zurück nach Namibia. Davor gab sie in Lotte einen Einblick, wie Gottesdienste in Namibia aussehen und vor allem wie sie klingen.

Höhepunkt des Abends war die Predigt der Gastpredigerin von François. Mit reichlich Gestik, Mimik und ihrer kräftigen Stimme bannte sie die Zuhörer. Ihre Predigt drehte sich um Gemeinschaft, zwischen verschiedenen Kulturkreisen sowie mit Gott. Ob arm oder reich „wir alle sind eingeladen zum Festmahl im Gottesreich“ so die Namibianerin. Immer wieder bezog sie die Besucher mit ein, mit den Worten „Gott ist gut“ und der Antwort im Chor: „Jederzeit“. So entstand eine fröhliche, beschwingte Stimmung. Zum Abschluss sang sie ein Solo, kräftig und hingebungsvoll – der Applaus zeugte von Begeisterung.

Anschließend kam noch mehr Schwung in die Gemeinde: Passend zum Lied „We are marching in the light of god“ liefen die Singenden auf der Stelle. Nach einem Gebet, zogen alle gemeinsam aus der Kirche aus. Auch dieser Auszug folgte dem afrikanischem Vorbild: A Cappella singend und im Takt klatschend verließen die zahlreichen Gäste die Kirche. Draußen ließen die Besucher den Abend bei Gesang und einem kleinen Imbiss im wahrsten Sinne des Wortes ausklingen.