Autokäuferin übers Ohr gehauen Gericht verurteilt Westerkappelner Familienvater

Von Dietlind Ellerich

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Foto: Volker Hartmann/dpaFoto: Volker Hartmann/dpa

Westerkappeln. Zu einer Bewährungsstrafe von vier Monaten wegen Betrugs hat das Amtsgericht Tecklenburg jetzt einen 25-jährigen Mann aus Westerkappeln verurteilt.

Westerkappeln. Der junge Mann hatte gestanden, im Oktober des vergangenen Jahres einen Kleinwagen an eine Frau aus Georgsmarienhütte verkauft zu haben, ohne sie auf Mängel hinzuweisen.

So hätte die Frau die Reparatur eines undichten Abgaskrümmers mehrere hundert Euro gekostet. Außerdem hatte er bei dem Verkauf, den er an seinem Elternhaus in Lotte abgewickelt hatte, nichts davon erwähnt, dass der Wagen als Mietfahrzeug im Einsatz gewesen war.

„Ich fühlte mich betrogen“, sagte die Zeugin am Freitag vor Gericht aus. 1800 Euro hatte die 43-Jährige bezahlt, das Auto indes hatten der Angeklagte und sein Vater wenige Tage zuvor für 700 Euro bei einem Mann in Bramsche erworben.

Davon hatte die Frau erfahren, als sie sich mit dem Vorbesitzer kurzschloss, weil das Auto nicht abgemeldet worden war.

„Derjenige, dem ich das Geld gegeben hatte, war nicht derjenige, der das Auto gekauft hatte“, wies sie zudem auf Unstimmigkeiten im Vertrag hin, den der Vater des Angeklagten unterschrieben hatte.

Für die Strafanzeige, die sie gestellt hatte, entschuldigte sich die Autokäuferin vor Gericht sogar bei dem 25-Jährigen: „Es tut mir leid, dass wir hier sitzen“, sagte sie zu ihm.

„Ich war arbeitslos, hatte Schulden und wollte ein bisschen was dazu verdienen“, räumte indes der Angeklagte freimütig ein, versicherte aber mehrfach, wie leid ihm das Ganze jetzt tue. „Ich würde es nie wieder tun, ich sitze ungern hier“, sagte er.

Da der Westerkappelner aber nur wenige Wochen vor dem für ihn lukrativen Autoverkauf im Herbst 2017 vom Amtsgericht Ibbenbüren wegen Betrugs und Urkundenfälschung zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen verurteilt worden war, waren sich Staatsanwaltschaft und Gericht einig, dass nun eine – wenn auch kurze – Freiheitsstrafe erforderlich sei.

Der Richter bescheinigte dem 25-jährigen Familienvater eine „erhebliche Dickfelligkeit“. Zugute hielt er ihm neben dem Geständnis, dass er der Frau den Kaufpreis bereits zurückgezahlt hat.

Die viermonatige Bewährungsstrafe wegen Betrugs scheint der 25-Jährige sich zu Herzen nehmen zu wollen. „Ich nehme das in Kauf“, erklärte er und verzichtete noch im Gerichtssaal auf die Einlegung von Rechtsmitteln.


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