„Mehr als lange Predigten“ Zwei Westerkappelner Konfirmandinnen über Kirche

Von Katja Niemeyer

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Werden am 22. April konfirmiert: Jule Fuhr und Sarah Gröger. Ihre Konfirmationssprüche habe sie sich selbst ausgesucht. Sie können sie auswendig aufsagen. An etwas zu glauben, tue gut, sagen sie. Foto: Katja NiemeyerWerden am 22. April konfirmiert: Jule Fuhr und Sarah Gröger. Ihre Konfirmationssprüche habe sie sich selbst ausgesucht. Sie können sie auswendig aufsagen. An etwas zu glauben, tue gut, sagen sie. Foto: Katja Niemeyer

Westerkappeln. An diesem und am kommenden Sonntag werden in der Stadtkirche insgesamt 36 Jugendliche konfirmiert. Darunter auch Sarah Gröger und Jule Fuhr, beide 13 Jahre alt, aus der Gruppe von Pfarrerin Vera Gronemann.

Sarah besucht die Gesamtschule Lotte-Westerkappeln, Jule das Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Mettingen. Klar freuen sie sich auf die Konfirmationsfeier – und natürlich auf die Geschenke. Im Gespräch mit unserem Redaktionsmitglied Katja Niemeyer wurde aber auch deutlich: Die beiden haben sich Gedanken gemacht zu ihrem christlichen Glauben. An etwas fest zu glauben, sagen sie, sei wichtig.

Wie war das, als Ihr zum ersten Mal zum Konfirmandenunterricht gegangen seid?

Sarah: Ich war schon ziemlich aufgeregt, zugleich habe ich mich aber auch gefreut. Ich habe mich eigentlich schnell wohl gefühlt.

Jule: Ich wusste nicht so genau, was mich erwartet. Zum Glück kannte ich schon einige Leute von einer Konfirmandenfreizeit auf Spiekeroog.

Welche Erwartungen hattet Ihr? Fandet Ihr Kirche langweilig?

Sarah: Ich fand Kirche vorher schon ziemlich langweilig. Ich dachte, da wird immer so viel geredet und die Predigten dauern so lange. Das Zuhören war für mich anstrengend.

Jule: Ich muss sagen, dass ich zuvor eigentlich immer nur an Weihnachten in der Kirche war. Und ich hatte ein bisschen die Befürchtung, dass ich für den Konfirmandenunterricht vor allem auswendig lernen muss. Das war dann aber gar nicht so.

Was aus dem Unterricht habt Ihr für Euch mitgenommen?

Sarah: Ich fand es sehr spannend, zu lernen, mit der Bibel zu arbeiten. Das konnte ich vorher nicht. Auch habe ich jetzt eine bessere Vorstellung davon, wer Gott ist. Spaß gemacht haben darüber hinaus die Spiele mit unseren Betreuern.

Jule: Ich habe erfahren, dass Kirche mehr ist als lange Gottesdienste und Predigten.

Habt Ihr das Gefühl, dass Euch das Erlernte irgendwie mal helfen kann?

Sarah: Das ist schwer zu sagen. Ganz konkret fand ich es sehr schön, dass ich im Religionsunterricht in der Schule der Klasse erklären konnte, wie man in einer Bibel bestimmte Textstellen findet. Das hatte ich im Konfirmandenunterricht ja schon gelernt.

Jule: Ich finde es auch sehr hilfreich, dass ich mich jetzt in der Bibel zurechtfinden kann.

Die Gottesdienstbesuche und der Unterricht – war das nur Pflichtprogramm oder habt Ihr daran gerne teilgenommen?

Sarah: Am Anfang war es schon Pflichtprogramm. Da war diese Liste, auf der am Ende 32 Unterschriften von der Pastorin stehen mussten, die damit jeden meiner Gottesdienstbesuche bestätigte. Ich hatte gedacht, dass ich das niemals schaffen würde. Ich habe mich dann aber schnell auf die Gottesdienste gefreut, besonders auf die Lieder. Mein Lieblingslied ist „Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen“.

Jule: 32 Gottesdienstbesuche erschienen mir auch sehr viel. Letztendlich hatten wir aber keinerlei Zeitdruck.

Findet Ihr es wichtig, dass man etwas hat, woran man glaubt?

Sarah: Ich hatte mich zuvor nicht wirklich viel mit meiner Religion beschäftigt. Jetzt habe ich aber gemerkt, dass es guttut, an etwas zu glauben. Und ich bekomme jetzt auch mehr mit, was in der Gesellschaft passiert.

Jule: Ja, ich habe auch gemerkt, dass mir das guttut. Ob es nun die Kirche sein muss, an die man glaubt, weiß ich nicht. Wichtig ist nur, dass es etwas gibt, an das man fest glaubt.

Welche Konfirmationssprüche habt Ihr Euch ausgesucht und was hat Euch an dem jeweiligen Spruch gefallen?

Sarah: „Er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf all deinen Wegen.“ Ich fand den Gedanken, dass Gott auf mich aufpasst, egal, was ich mache, sehr schön. Und auch die Vorstellung, dass da Engel sind.

Jule: Mein Spruch lautet „Voll Güte und Erbarmen ist Gott, voll grenzenloser Liebe und Geduld“. Mir gefällt der Gedanke, dass da jemand ist, auf den ich mich bedingungslos verlassen kann.

Was bedeutet es für Euch, konfirmiert zu sein? Freut Ihr Euch auf Euer erstes Abendmahl? Fühlt Ihr Euch dann dazugehörig?

Sarah: Das Abendmahl habe ich auch schon vorher mal bekommen. Ich habe schon das Gefühl, dass ich mit der Konfirmation offiziell dazugehöre. Dass die Gemeinde mich jetzt aufnimmt und ich für sie sowas wie erwachsen bin.

Jule: Ich habe mich eigentlich schon immer dazugehörig gefühlt. Schließlich wurde ich getauft. Für mich ist es deshalb so, dass ich meinen Glauben mit der Konfirmation noch einmal bekräftige.

Könntet Ihr Euch vorstellen, Euch nach der Konfirmation in der Kirche zu engagieren?

Sarah: Für ein regelmäßiges Engagement habe ich wohl keine Zeit. Aber ich kann mir vorstellen, dass ich öfter zur Kirche gehe.

Jule: Ich denke darüber nach, Teamer zu werden – sofern sich das mit meinem Zeitplan vereinbaren lässt.


Konfirmationen in der Gemeinde

Am Sonntag, 15. April, wird in der Stadtkirche die Gruppe von Pfarrerin Angelika Oberbeckmann mit 17 Konfirmanden konfirmiert.

Am 22. April ist dann die Gruppe von Pfarrerin Vera Gronemann (19 Konfirmanden) an der Reihe.

Die Gottesdienste beginnen jeweils um 10 Uhr.

Bereits im vergangenen Monat wurden in der Handarper Kirche (11. März) fünf und in der Hambürener Kirche (18. März) acht Mädchen und Jungen konfirmiert.

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