„Mehr Sand als Grün auf dem Platz“ Westfalia Westerkappeln sagt Fußballcamp mit VfL Osnabrück ab

Von Frank Klausmeyer

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Der Rasenplatz im Hanfriedenstadion ist in keinem guten Zustand. der TSV Westfalia 06 hat das Fußballcamp mit dem VfL Osnabrück deshalb abgesagt. Foto: Frank KlausmeyerDer Rasenplatz im Hanfriedenstadion ist in keinem guten Zustand. der TSV Westfalia 06 hat das Fußballcamp mit dem VfL Osnabrück deshalb abgesagt. Foto: Frank Klausmeyer

Westerkappeln. Äußerlich überbringt Wolf-Dietrich Häke die schlechte Nachricht geschäftsmäßig gelassen. Doch innerlich brodelt es in ihm. Denn der Vorsitzende des TSV Westfalia 06 Westerkappeln hat gerade das Fußballcamp des Vereins mit der Akademie des VfL Osnabrück abgesagt, das in einigen Wochen im Hanfriedenstadion stattfinden sollte.

„Bis dahin können wir keinen vernünftigen Platz anbieten“, sagt Häke. Schon im vergangenen Jahr hatte er befürchtet, sich ob des holprigen Geläufs vor den Profis des Drittligisten zu blamieren. Dieses Risiko will er dieses Jahr gar nicht erst eingehen und zieht deshalb gleich die Reißleine. „Der Platz ist noch schlimmer geworden; mehr Sand als Grün“, ärgert sich der Westfalia-Vorsitzende.

Training auf diesem Platz sinnlos

Vor einigen Tagen habe er mit den Verantwortlichen der VfL-Fußballakademie zusammengesessen und über das weitere Vorgehen gesprochen. Beide Seiten seien zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Trainingscamp, bei dem vor allem Ballkontrolle und Passgenauigkeit geschärft werden sollen, auf solch einem Untergrund keinen Sinn macht.

Aushängeschild der Nachwuchsarbeit

Häke bedauert die Absage natürlich. Das Fußballcamp hat sich in den vergangenen fünf Jahren zu einem Aushängeschild der Nachwuchsarbeit entwickelt. In den ersten beiden Jahren kooperierte Westfalia mit Hannover 96, dreimal war der VfL Osnabrück Partner. Etwa 60 Nachwuchskicker von 6 bis 13 Jahren aus Westerkappeln und Umgebung hatten sich jeweils angemeldet. „Wir haben immer Nachfrage ohne Ende“, betont der Vorsitzende.

Mit Schuldzuweisungen über die Platzverhältnisse hält er sich zurück, auch weil er weiß, dass die Gemeinde das vom Rat beschlossene Sportstättenkonzept umsetzen will. 1,4 Millionen Euro sollen dieses und nächstes Jahr in die Sanierung des Hanfriedenstadions und die Modernisierung der Anlagen am Schulzentrum investiert werden. Vorgesehen ist auch der Bau eines Kunstrasenplatzes, der den Westfalia-Kickern einen wetterunabhängigeren Spiel- und Trainingsbetrieb ermöglichen soll. Ungeklärt sei jedoch noch, wann welche Maßnahme realisiert wird, so Häke.

Besserung in Sicht

Nach vorne blickt er jedenfalls optimistisch: „Wir freuen uns auf das Camp 2019.“ Die Osnabrücker hätten nicht nur zugesichert, die Zusammenarbeit dann fortsetzen zu wollen, sondern auch erklärt, dass der VfL dieses Jahr keinen anderen Sportverein für sein traditionelles Sommercamp ins Boot holt, sondern es mit dem Ostercamp an der Illoshöhe bewenden lassen will. Wolf-Dietrich Häke hat nach eigenen Angaben den VfLern die Pläne für die Westerkappelner Sportanlagen gezeigt. „Die waren davon ganz angetan.“

Für das Sommercamp 2019 stellt Häke deshalb schon jetzt ein besonderes Schmankerl in Aussicht. Zum Abschlussspiel am Sonntag habe der VfL signalisiert, dann mit einigen Spielern aus dem Profikader und/oder den A-Junioren (U19) aus der Bundesliga Nord/Nordost nach Westerkappeln zu kommen.


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