3,5 Millionen teurer als in Recke Diskussion um Kosten für Westerkappelner Feuerwehrhaus

Von Katja Niemeyer

Funktionaler Bau: Das neue Feuerwehrgerätehaus in Recke hat 2,6 Millionen Euro gekostet, für das in Westerkappeln wird derzeit mit 6,1 Millionen kalkuliert. Foto: Heinrich WeßlingFunktionaler Bau: Das neue Feuerwehrgerätehaus in Recke hat 2,6 Millionen Euro gekostet, für das in Westerkappeln wird derzeit mit 6,1 Millionen kalkuliert. Foto: Heinrich Weßling

Westerkappeln. Dass in Westerkappeln ein neues Feuerwehrgerätehaus gebaut werden soll, ist unstrittig und zudem längst beschlossene Sache. Ein Grundstück hierfür hat die Gemeinde ja auch bereits an der Mettinger Straße erworben. Die Frage der Kosten für den Neubau dürfte aber noch für reichlich Diskussionsstoff sorgen.

Denn bei einer ersten Kalkulation, die der Verwaltung vorliegt, ist mit 6,1 Millionen Euro ein – im Vergleich zu anderen Feuerwehrhäusern – auffällig hoher Betrag herausgekommen, was insbesondere die SPD-Fraktion zu heftiger Kritik veranlasst hat.

SPD reagiert verärgert

So schlug etwa das neue Feuerwehrgerätehaus in Recke mit „nur“ 2,6 Millionen Euro zu Buche – 3,5 Millionen Euro weniger als der Bau in Westerkappeln nach aktuellem Stand kosten würde. Eine Diskrepanz, die, wie SPD-Fraktionschef Frank Sundermann verärgert feststellt, „mir seit mehr als einem Jahr niemand in der Verwaltung erläutern kann.“

Auf Antrag der SPD hatte deshalb unlängst der Architekt Werner Doeker in einer außerordentlichen Ratssitzung von den Planungen für das Recker Feuerwehrgerätehaus berichtet, das Ende vergangenen Jahres eingeweiht worden war. „Wir hatten eine sehr intensive Planungsphase“, erklärte Doeker in der Sitzung.

Zur Höhe der Kosten sagte Doeker in der öffentlichen Sitzung nichts. Nur, dass das von seinem Ingenieurbüro geplante Gebäude auf Grundlage eines funktionalen Industriebaus entstanden sei und alle rechtlichen Anforderungen erfülle.

Reckes Kämmerer Wolfgang Reiners berichtet, dass der Bau am Ende sogar noch 100000 Euro weniger gekostet hätte, als ursprünglich veranschlagt.

Vergleichbare Gerätehäuser

Tatsache ist, dass die beiden Gerätehäuser durchaus vergleichbar sind. Das in Recke bietet Platz für sieben Fahrzeuge, in Westerkappeln müssen acht untergebracht werden. Eine Waschhalle ist in beiden Gebäuden integriert. Im Unterschied zu Recke soll es für die Freiwillige Feuerwehr in Westerkappeln allerdings zusätzlich spezielle Schulungsräume für den Nachwuchs geben. Die Jugendfeuerwehr zählt derzeit 20 Mitglieder im Alter von elf bis 18 Jahren. Die Gründung einer Kinderfeuerwehr sei angedacht, erklärte Gemeindebrandmeister Ingo Bünemann. Zudem soll die Übungsfläche vor dem Gebäude in Westerkappeln aller Wahrscheinlichkeit nach größer ausfallen als die der Recker Wehr.

Eine Kostendifferenz von einigen Millionen Euro würden diese „Extras“ aber wohl kaum rechtfertigen, stellt Sundermann fest. „Die Arbeit der Feuerwehrleute ist wichtig. Die Jungs halten für uns den Kopf hin“, betonte der Landtagsabgeordnete, „aber wir müssen herausfinden, warum unser Gebäude so viel teurer werden könnte als das in Recke.“

Kontrollgremium gegründet

CDU-Fraktionschef Wolfgang Jonas hält sich derweil bedeckt, spricht von einer „schwierigen Frage“ und betont, dass es sich gleichwohl um „keinen Luxusbau“ handele. „Wir haben nicht vor, sinnlos Geld auszugeben“, so Jonas. Ein Kontrollgremium hält aber auch er für angebracht. Auf die Einrichtung eines solchen Gremiums, das aus Vertretern der Politik, der Verwaltung und der Freiwilligen Feuerwehr besteht, hatte sich der Rat parteiübergreifend im Rahmen der Haushaltsreden Mitte Februar verständigt. Es soll demnächst seine Arbeit aufnehmen.

Auch Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer ist, wie sie auf Anfrage erklärt, der Auffassung, dass es Einsparpotenzial gibt. „Wir sind noch am Anfang der Planungen. Jetzt geht es darum, Details zu klären“, erläutert die Verwaltungschefin.

Bleibt abzuwarten, inwieweit dem erklärten Sparwillen Taten folgen. Zuletzt waren die geschätzten Kosten jedenfalls erst einmal in die Höhe gegangen. So waren Politik und Verwaltung noch im vergangenen Jahr von insgesamt vier Millionen Euro ausgegangen, verteilt auf zwei Jahre – gut zwei Millionen Euro weniger als jetzt für die Jahre 2018 bis 2020 im Haushalt eingestellt wurden.