Fehler in den Jahreszahlen Haus Cappeln wurde zuletzt 1965 verkauft

Von Frank Klausmeyer

Das Haus Cappeln ist eine westfälische Wasserburg am nördlichen Ortsrand Westerkappelns. Kürzlich wurde festgestellt, dass es zuletzt 1965 verkauft wurde und nicht 1964, wie es unter anderem in der Chronik Westerkappelns festgehalten wurde. Foto: Frank KlausmeyerDas Haus Cappeln ist eine westfälische Wasserburg am nördlichen Ortsrand Westerkappelns. Kürzlich wurde festgestellt, dass es zuletzt 1965 verkauft wurde und nicht 1964, wie es unter anderem in der Chronik Westerkappelns festgehalten wurde. Foto: Frank Klausmeyer

Westerkappeln/Wettringen . Beim „Tag der Archive“ in Wettringen wurde festgestellt, dass dem Haus Cappeln ein fälschliches Verkaufsdatum zugeschrieben wird. Es wurde zuletzt 1965, nicht 1964 verkauft.

Die Gemeinde Westerkappeln beteiligte sich am „Tag der Archive“ in Wettringen. Der Kreis Steinfurt mit Landrat Dr. Klaus Effing an der Spitze hatte zu der Veranstaltung unter dem Motto „KulturGut erhalten“ eingeladen. 20 Städte und Gemeinden aus dem Kreis Steinfurt stellten jeweils eine Auswahl ihres archivierten Schrifttums zu sehenswerten, denkmalgeschützten, heimathistorisch wertvollen Bauwerken in ihren Grenzen vor.

Kleiner Fehler

Westerkappeln war mit dem „Haus Cappeln“ präsent, dieser bedeutenden westfälischen Wasserburg am nördlichen Ortsrand. Dr. Klaus Sturzebecher, geschichtlich interessierter Mitbürger, war in Wettringen dabei. Das Poster, das die Gemeinde unter anderem zum Haus Cappeln präsentierte, fand er gut gestaltet: Kurztexte zur Baugeschichte und Fotos aus jüngerer Zeit prangten neben einer alten Flurkarte von 1828, dazu ein stilisierter Ritterhelm und sich kreuzende Schwerter. Dann aber stieß der pensionierte Universitätsprofessor auf einen kleinen Fehler, der sich offenbar schon seit Jahrzehnten durch die lokale Geschichtsschreibung schleicht. Denn in einem der Erklärtextchen ist vom bisher letzten Verkauf der Gutsanlage im Jahr 1964 die Rede. „Das ist nachweislich falsch“, erklärt Sturzebecher gar nicht schulmeisterlich, der eigentlich nur auf einen permanenten Irrtum hinweisen möchte. Auch in der über 40 Jahre alten, von Friedrich Ernst Hunsche verfassten Chronik von Westerkappeln ist 1964 als Verkaufsjahr angegeben. Und der 2009 verstorbene Heimatkundler Heinz Weyer habe dieses Datum in seinen Veröffentlichungen zum Haus Cappeln ebenso immer genannt, so Sturzebecher, der sich im Grundbuchamt Tecklenburg schlaugemacht hat. Dort ist aktenkundig zu lesen: Der notarielle Kaufvertrag wurde 1965 besiegelt.

Eigentlich eine Marginalie, aber Sturzebecher findet schon, dass die Gemeinde, die Herausgeber der Hunsche-Chronik und auch einiger Schriften von Weyer war, bei künftigen Veröffentlichungen zum Haus Cappeln oder auf ihrer Homepage in diesem Punkt eine Korrektur vornehmen sollte. „Jeder hat das offenbar bisher beim anderen abgeschrieben“, vermutet der Westerkappelner.

Titgemeyer, nicht Tietmeyer

Beim Poster zum Haus Cappeln ist der Gemeinde übrigens noch ein Patzer unterlaufen, der Hunsche und Weyer vermutlich nicht passiert wäre. Denn dort steht auch geschrieben, dass das Gut 1964 von Walter Tietmeyer gekauft wurde – peinlich. Diesen Familiennamen gibt es zwar auch in Westerkappeln, Haus Cappeln hatte jedoch nachweislich Walter Titgemeyer, ein bekannter und begüterter Unternehmer aus Osnabrück, gekauft. Immerhin: Auf der Homepage steht es richtig.