Unternehmerfrühstück in Lidl-Zentrale Handelsriese will weiter wachsen

Von Frank Klausmeyer

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Gemeinsam gefrühstückt haben (von links) Dorothe Hünting-Boll (IHK-Regionalbeauftragte), Bodo Konwy (Lidl-Immobilienleiter), Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer, Klaus Weßendorf (stellvertretender Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses für den Kreis Steinfurt) und Birgit Neyer (Geschäftsführerin WESt) mit rund 80 Unternehmern und Wirtschaftsführern aus dem Kreis. Foto: Frank KlausmeyerGemeinsam gefrühstückt haben (von links) Dorothe Hünting-Boll (IHK-Regionalbeauftragte), Bodo Konwy (Lidl-Immobilienleiter), Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer, Klaus Weßendorf (stellvertretender Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses für den Kreis Steinfurt) und Birgit Neyer (Geschäftsführerin WESt) mit rund 80 Unternehmern und Wirtschaftsführern aus dem Kreis. Foto: Frank Klausmeyer

Westerkappeln. Lange Tage von Firmenchefs, Managern und anderen Wirtschaftsführern hören zuweilen mit einem abendlichen Geschäftsessen auf. Und gelegentlich beginnen sie mit einem Arbeitsfrühstück. So wie am Dienstag: Die Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt (WESt) hatte zum 23. Unternehmerfrühstück eingeladen. Gastgeber war dieses Mal die Lidl Vertriebs-GmbH & Co. KG in Westerkappeln-Velpe und gewährte dabei einen Einblick in die Unternehmenspolitik.

Rund 80 Unternehmer waren der Einladung zu belegten Brötchen und Kaffee gefolgt. Anregende Gespräche zu führen und Kontakte zu knüpfen, das sei der Sinn dieser Veranstaltungen, betont Birgit Neyer, Geschäftsführerin der WESt, der nach eigenen Worten etwas unheimlich zumute war, als sie mit ihrem Wagen auf dem 144000 Quadratmeter großen Betriebsgelände vorfuhr. „Und nirgendwo steht Lidl dran.“

Das Zentrallager in Velpe – eines der drei größten unter den bundesweit 39 Logistikzentren des Discounters – braucht keine Werbung. Von hier aus werden täglich an die 100 Filialen im Münsterland, Ostwestfalen und im niedersächsischen Raum mit Lebensmitteln und Non-Food-Artikeln beliefert.

Im Jahr 2000 wurde der Standort mit damals 26 000 Quadratmeter Lagerfläche in Betrieb genommen. Vor drei Jahren wurden die Hallen um 20000 Quadratmeter erweitert. Heute sind hier rund 250 Mitarbeiter beschäftigt, zehn Mal so viele arbeiten in den dem Zentrallager angeschlossenen Filialen.

10000 Filialen weltweit

Bodo Konway, verantwortlich für den Immobilienbereich der Lidl-Vertriebs-GmbH, war von Anfang an in Velpe dabei. Nach drei Jahren als Expansionsleiter habe er sich gefragt, was er tun solle, wenn er fertig ist. „Man wird aber nie fertig“, weiß er heute. Lidl wachse weiter und das global. 3200 Filialen gibt es in Deutschland, weltweit sind es mittlerweile 10 000. Den Jahresumsatz beziffert Konway auf rund 90 Milliarden Euro.

Auch in Deutschland eröffnet Lidl neue Läden. Ein Schwerpunkt liege aber darauf, die Filialen zu optimieren: größer, heller, kundenfreundlicher. Die „Schweinestall-Architektur“, wie Konway über die alten Märkte sagt, gebe es nicht mehr.

Eine Herausforderung bei der Standortsuche sei laut Konway der Interessenkonflikt mit dem Gesetzgeber und den Städten und Gemeinden. Diese versuchten, ihre Zentren zu stärken und die Ansiedlung des Einzelhandels an den Rändern zu bremsen. Lidl aber brauche für sein Filialkonzept passende Grundstücke und die gebe es in den Innenstadtlagen kaum. Der Politik gab Konway mit auf den Weg, dass die tatsächliche Herausforderung für den stationären Einzelhandel die Online-Konkurrenz sei: besser Märkte an der Peripherie als Abwanderung des Handels ins Internet. Denn dies führe erst recht zu Leerständen, mahnt der Lidl-Manager.


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