Zukunftsplan 2020 Kreissparkasse wertet Westerkappeln auf

Von Frank Klausmeyer


Westerkappeln/Lotte. Die Kreissparkasse (KSK) Steinfurt stellt sich neu auf. In der Gemeinde Lotte speckt die Bank ihre Präsenz ab. Die Filiale in Westerkappeln soll dagegen „deutlich aufgewertet werden“, wie Markus Bischoff-Wittrock aus der Stabsstelle Unternehmenskommunikation bestätigt.

Frank Schürkamp, der langjährige Leiter des Standortes und so etwas wie das Gesicht der KSK nach außen, wird Westerkappeln verlassen.

Bereits im vergangenen Herbst hatte die Kreissparkasse ihren „Zukunftsplan 2020“ in groben Zügen vorgestellt. Innerhalb von zwei Jahren soll das Filialnetz in den 20 zum Geschäftsgebiet zählenden Städten und Gemeinden des Kreises Steinfurt umgestrickt werden. Vorgesehen ist dabei auch, die Niederlassung in Wersen in eine reine Selbstbedienungs-Filiale umzuwandeln. In Büren hatte die KSK diesen Schritt schon vor längerer Zeit vollzogen.

Alt-Lotte verliert Eigenständigkeit

Die Filiale in Alt-Lotte verliert ihre Eigenständigkeit. Sie wird künftig organisatorisch Westerkappeln zugeordnet, wo die Sparkasse eines von 15 sogenannten Beratungscentern aufbaut. In die Geschäftsstelle an der Großen Straße seien dafür „erhebliche“ Investitionen vorgesehen – technisch wie räumlich, erläutert Bischoff-Wittrock. „Da sind wir noch in der Planung“, bittet der Unternehmenssprecher um Verständnis, dass er noch keine Details nennen kann. Angedacht ist aber beispielsweise, die technische Infrastruktur so auszubauen, dass Experten per Video in Beratungen zugeschaltet werden können oder Kunden vom Sofa aus mit ihrem Berater in Westerkappeln einen gemeinsamen Blick auf Bildschirminhalte von Beratungsprogrammen werfen können.

Auch der Mitarbeiterstamm – derzeit gibt es acht Beschäftigte – werde aufgestockt. Das Personal in Alt-Lotte werde dann auch vom Beratungscenter Westerkappeln gestellt.

Beratung in der Fläche sichern

In den Beratungscentern will die KSK die bisher zentral angebotene Vermögensberatung bündeln. Die Beratungsqualität soll durch die größeren Teams gesteigert werden und der Service in der Fläche sichergestellt bleiben, heißt es in einem Papier der Sparkasse. Die Beratungszeiten will das Geldinstitut sogar von 9 bis 19 Uhr ausweiten.

Digitalisierung und Konkurrenzdruck

Hintergrund des „Zukunftplans 2020“ sind nach Darstellung der KSK unter anderem die gestiegene Erwartungshaltung der Kundschaft an einfache und digitale Leistungen, eine permanent rückläufige Kundenfrequenz in den Filialen, zunehmender Wettbewerbsdruck durch neue Anbieter im Finanzgeschäft wie Google, Amazon & Co. sowie rückläufige Zinserlöse aus der lang anhaltenden Niedrigzinsphase. Durch den Umbau will die KSK zwar Kosten senken, die Beratungs- und Servicequalität aber trotzdem steigern. Durch die SB-Standorte werde auch eine flächendeckende Grundversorgung gewährleistet.

Zum Personal: Im Spätsommer dieses Jahres wird Frank Schürkamp sein Team an Raphael Köllmann übergeben. Nach 18 Jahren in Westerkappeln zieht es Schürkamp nach Angaben der KSK an seinen Wohnort Ibbenbüren. Dort übernehme er auf eigenen Wunsch eine verantwortliche Position in der Kundenberatung. Auch wenn ein wenig Wehmut in seiner Stimme liege, „...auf meine neue Aufgabe in der Hauptstelle in Ibbenbüren freue ich mich riesig. Dann kann ist demnächst auch mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.“

Raphael Köllmann freut sich gleichermaßen auf seine neue Aufgabe. Ausgebildet zum Sparkassenbetriebswirt und zusätzlich als Bachelor of Science nimmt er laut Mitteilung seine Führungserfahrung aus Hopsten mit nach Westerkappeln. Und da er ein eingespieltes, hoch qualifiziertes und motiviertes Team von Schürkamp übernehme, werde ihm der Start am neuen Standort im Spätsommer sicher leicht fallen.