Bedarf für sechste Kita? Westerkappelns Bürgermeisterin traut Prognosen nicht

Von Frank Klausmeyer

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Die Baustelle für den neuen Awo-Kindergarten „Am Königsteich“ ist eingerichtet. Zum 1. August dieses Jahres soll die Fünf-Gruppen-Anlage bezugsfertig sein. Foto: Frank KlausmeyerDie Baustelle für den neuen Awo-Kindergarten „Am Königsteich“ ist eingerichtet. Zum 1. August dieses Jahres soll die Fünf-Gruppen-Anlage bezugsfertig sein. Foto: Frank Klausmeyer

Westerkappeln. Derzeit laufen Kita-Neubau und Erweiterung des Familienzentrums in Westerkappeln. Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer sieht jedoch noch mehr Bedarf.

Mit dem Neubau eines zweiten Awo-Kindergartens Am Königsteich und der geplanten Erweiterung des Familienzentrums St. Barbara am Hollenbergs Hügel ist die Gemeinde alle Betreuungssorgen los. Das glaubt jedenfalls das Kreisjugendamt. „Ich bin nicht davon überzeugt“, meint Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer.

Vier Gruppen mehr

Just haben Gemeinde und das Jugendamt unter Beteiligung der Kindergärten ihr jährliches Perspektivgespräch hinter sich gebracht. Danach sieht es aus, als würden die Betreuungsengpässe aufgelöst. Die Zahl der Gruppen insgesamt wächst zum Start des neuen Kindergartenjahres von jetzt 20 auf dann 24. Die neue Awo-Kita wird eine Fünf-Gruppen-Anlage, das Provisorium in der Grundschule mit zwei Gruppen hat dann ein Ende. Der Kindergarten St. Barbara soll um eine auf dann fünf Gruppen ausgestockt werden. Die anderen Einrichtungen bleiben in ihrer jetzigen Größe bestehen: sechs Gruppen in der Awo-Kita 1 und jeweils vier in den evangelischen Kindergärten Anne Frank und Am Kapellenweg.

„Die Gruppen werden teilweise kleiner, weil immer mehr Kleinkinder aufgenommen werden“, sagt Günter Rahmeier, Leiter des Ordnungs- und Sozialamtes. Im Kindergartenjahr 2018/19 werden 5,5 Gruppen des sogenannten Typs II eingerichtet. In dieser Gruppenform werden maximal zehn Kinder im Alter von unter drei Jahren betreut. Momentan gibt es nur drei solche Gruppen.

Zu wenig Platz für Unter-Zweijährige

Für unter zweijährige Kinder bleibt die Lage aber angespannt: Fürs kommende Kindergartenjahr liegen 48 Anmeldungen vor, doch nur 39 Kinder können in einer Kita untergebracht werden. Der Rest wird an Tagesmütter verwiesen. Mehr als Dreiviertel der Eltern von Mädchen und Jungen unter zwei Jahren wollen nach den Zahlen des Kreises Steinfurt aber noch keine Betreuung in Anspruch nehmen.

Bei den zweijährigen Kindern ist die Lage genau andersherum: 76 Kinder (73 Prozent) sind angemeldet worden, 82 könnten untergebracht werden. Insgesamt beträgt die Versorgungsquote für die derzeit 160 Kinder unter drei Jahren in der Gemeinde ab Sommer 51 Prozent.

Bei den älteren Kindern gibt es ein Überangebot: 320 angemeldeten Mädchen und Jungen stehen 328 Betreuungsplätze zur Verfügung, die Versorgungsquote beträgt damit rund 104 Prozent.

Bürgermeisterin traut Prognosen nicht

Um den Betreuungsbedarf zu decken, solle bis zum Jahr 2022 noch eine kleine Kindergartengruppe eingerichtet werden, berichtet Große-Heitmeyer. Nach Ansicht des Kreisjugendamtes sei dies ausreichend. „Ich glaube, dass die Kinderzahlen höher sein werden als prognostiziert“, sagt die Bürgermeisterin vor allem mit Blick auf das Baugebiet Gartenmoorweg. Darum sei sie sich „sehr sicher“, dass mittelfristig ein weiterer, dann sechster Kindergarten gebaut werden muss – „egal wo“, wie Große-Heitmeyer ausführt.

Einen potenziellen Strandort gibt es an der Fillkampstraße. Dort sollte ursprünglich der neue Awo-Kindergarten gebaut werden. Weil dieser dort aber nicht so schnell wie erforderlich realisiert werden konnte, wurde das Vorhaben zum Königsteich „umgeswitcht“.

Das Grundstück an der Fillkampstraße ist 5000 Quadratmeter groß und komme als Bauplatz für eine neue Kita weiter in Frage, betont die Verwaltungschefin. „Wir brauchen das aber sicher nicht komplett für einen Kindergarten.“ Was mit der übrigen Fläche geschehe, müssten die Ratsgremien entscheiden. Möglicherweise ließe sich dort ein Mehrgenerationenhaus oder öffentlich geförderter Wohnungsbau realisieren, sagt Große-Heitmeyer.


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