Für ein paar Wochen Bald rollen wieder Güterzüge auf der Tecklenburger Nordbahn

Von Frank Klausmeyer

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Der Gütertransport auf den Gleisen der Tecklenburger Nordbahn ruht seit einigen Jahren. In Kürze soll er wegen einer Baustelle im Bahnhof Rheine übergangsweise wiederaufgenommen werden. Foto: Peter HenrichmannDer Gütertransport auf den Gleisen der Tecklenburger Nordbahn ruht seit einigen Jahren. In Kürze soll er wegen einer Baustelle im Bahnhof Rheine übergangsweise wiederaufgenommen werden. Foto: Peter Henrichmann

Lotte/Westerkappeln/Mettingen/Recke. Auf den Gleisen der Tecklenburger Nordbahn werden bald wieder Züge rollen. Mit der geplanten Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Strecke hat das aber nichts zu tun: Es geht um Güterzüge, die nur für einen begrenzten Zeitraum dort verkehren sollen.

Am Dienstagabend informierte der Recker Bürgermeister Eckhard Kellermeier die Mitglieder des dortigen Bauausschusses über die „höchstwahrscheinliche“ Wiederaufnahme von Bahnfahrten auf der Strecke ab Mitte März. Johann Ubben, Bereichsleiter von der Westfälischen Landeseisenbahn (WLE), bestätigt das: Aufgrund einer Baustelle im Bahnhof Rheine müssten von Mitte März bis Mitte April Güterzüge über die Gleise der Tecklenburger Nordbahn von Osnabrück-Eversburg über Büren, Wersen, Westerkappeln, Mettingen und Recke nach Rheine umgeleitet werden. Die Züge sollen das Betonwerk Rekers in Spelle ansteuern. „Der genaue Fahrplan wird noch mit den Partnern abgestimmt“, teilt Ubben mit. Es sei geplant, dass drei Züge wöchentlich fahren sollen. Damit seien sechs Fahrten – dreimal beladen und dreimal leer – erforderlich. „Die Zahl kann aber witterungsbedingt oder auftragsbedingt noch schwanken“, sagt Ubben.

RVM muss informieren

Die Bahnstrecke wird vom Verkehrsunternehmen RVM befahren. Auf dem betroffenen Streckenabschnitt gibt es nach Angaben des WLE-Bereichsleiters 148 Bahnübergänge. Davon seien 44 technisch mit Lichtzeichen und/oder Schranken ausgestattet. Die anderen Bahnübergänge würden durch Pfeiftafeln und/oder Übersicht auf die Strecke gesichert.

Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer wurde von der Nachricht überrascht. Sie hat bis Mittwoch noch nichts davon gehört. Vergangene Woche gab es ein Gespräch, an dem ihr allgemeiner Vertreter Thomas Rieger teilgenommen hat. Weil dieser danach einige Tage krank war, kam der Informationsfluss im Rathaus offensichtlich ins Stocken. Ergebnis des Gespräches sei gewesen, dass die RVM die Öffentlichkeit informieren wolle. „Ich erwarte, dass das auch passiert; detailliert und frühzeitig“, fordert die Verwaltungschefin. Schließlich seien auf der Strecke schon länger keine Züge mehr gefahren.

Wie Große-Heitmeyer fordert auch Mettingens Hauptamtsleiter Werner Boberg eine Informationsoffensive der RVM. „Die Menschen sind derzeit einfach Stillstand auf der Strecke gewohnt, abgesehen von wenigen Sonderfahrten, zum Beispiel zum Weihnachtsmarkt“, gibt Boberg zu bedenken. Auch Kellermeier glaubt: „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.“ Die Bürger müssten die genauen Zeiten der geplanten Fahrten wissen, sonst habe er Sorgen mit Blick auf die ungesicherten Bahnübergänge, sagt Kellermeier. Boberg hält es ebenfalls für „ganz wichtig“, dass die RVM über alle Medien – „von der Zeitung bis hin zu Facebook und Co.“ – über die Fahrten informiert, „Das werden sie aber auch machen“, zeigt sich der Hauptamtsleiter überzeugt.

Keine Reaktivierungsvorstufe

Die wahrscheinliche Wiederaufnahme des Güterverkehrs fällt in die heiße Phase des Streits um die Reaktivierung des Personenverkehrs auf den Nordbahn-Gleisen. Werner Boberg mahnt jedoch, das nicht miteinander zu vermischen: „Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.“ Die Gleise seien stets so instand gehalten worden, dass Güterzüge fahren können, und es gehe um eine begründete Maßnahme und einen begrenzten Zeitraum. „Das ist keine Vorstufe für die Reaktivierung des Personenverkehrs“, stellt Boberg fest. Auch Bürgermeisterin Große-Heitmeyer betont, dass es keinen Zusammenhang gibt. Obwohl die Gleise lange nicht für diese Zwecke genutzt wurden, sei die Genehmigung für den Güterverkehr nicht erloschen.


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