Ganz neue Töne Westerkappelner Gospelworkshop mit 130 Sängern

Von Dietlind Ellerich

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Rund 130 Sängerinnen und Sänger trafen sich von Freitag bis Sonntag zum 21. Westerkappelner Gospelworkshop. Im generationenübergreifenden XXL-Chor und in Satz- und Solistenproben erarbeiteten die Teilnehmer ein breit gefächertes Repertoire. Foto: Dietlind EllerichRund 130 Sängerinnen und Sänger trafen sich von Freitag bis Sonntag zum 21. Westerkappelner Gospelworkshop. Im generationenübergreifenden XXL-Chor und in Satz- und Solistenproben erarbeiteten die Teilnehmer ein breit gefächertes Repertoire. Foto: Dietlind Ellerich

Westerkappeln. Samba-Klänge und barocke Polyphonie Hand in Hand in einem Lied? Geht das? Micha Keding sagt dazu ebenso laut und deutlich Ja wie zu der Frage, ob man „den ganzen modernen Kram“ in der Kirche singen dürfe.

Der Jazz- und Kirchenmusiker hat am Wochenende im Team mit der Stimmbildnerin und Sängerin Marion Gutzeit und dem Pianisten Hilmar Kettwig den 21. Westerkappelner Gospelworkshop geleitet und begeistere mit ganz neuen Tönen und mit seiner mitreißenden Art Erst- und Wiederholungstäter unter den 130 Sängerinnen und Sängern gleichermaßen.

Gemeinschaftliches Erlebnis

Drei Viertel des riesigen generationenübergreifenden Chors kommt seit Jahren regelmäßig zu den Workshops ins Dietrich-Bonhoeffer-Haus, genießt die kleine Auszeit mit Menschen, die zu Freunden geworden sind. Sie freuen sich schon lange im Voraus auf und über das gemeinsame intensive musikalische Erlebnis.

Das Team Keding steht bei vielen besonders hoch im Kurs. „Die Musikstücke sind ansprechend und werden professionell einstudiert, und das Team ist super vorbereitet“, bringen es einige Frauen aus dem Alt auf den Punkt, warum sie immer wieder gerne dabei sind.

Keding selbst beobachtet seit Jahren die große Bereitschaft vieler Menschen, „sich in einem Projekt ein Wochenende lang voll reinzugeben“.

Kirchenmusik ist mehr

Für die Teilnehmer, die am Wochenende aus Westerkappeln und der näheren Region gekommen sind, um sich auf das Gospelkonzert am Sonntagabend in der evangelischen Stadtkirche vorzubereiten, hat er ein breit gefächertes Programm mitgebracht. Getreu seiner Devise „Kirchenmusik ist mehr als Orgel und Kantorei“ studieren die Jugendlichen und Erwachsenen acht Titel aus Kedings neuem Songbook „Good day“ ein.

„Nomen ist omen“, sagt er schmunzelnd zum Titel des Heftes. Schließlich sei im besten Fall jeder Tag wieder neu „ein guter Tag“. „All praises be to the Lord“ heißt das Lied, in dem Komponisten die klangvolle Kombination von Samba und Barock gelungen ist. Zwar habe er es nicht geschafft, an die große Kunst Bachs heranzukommen, sagt Keding mit einem Augenzwinkern, doch habe er sich bemüht, einen Bach-Choral nachzuempfinden.

Hin und Her zwischen den Stilen

Die Sänger lassen sich am Wochenende gerne auf Kedings „stilistisch sehr vielfältiges Repertoire“ ein und switchen nach vielen Stunden intensiver Probenarbeit mit Gutzeit, Keding und Kettwig nicht nur mehr oder weniger mühelos zwischen Samba-Rhythmen und barocker Polyphonie, sondern meistern auch Swing sowie modernen, traditionellen und afrikanischen Gospel.

Das geht nicht ohne viel Geduld auf allen Seiten, viele Stimm- und Satzproben und immer wieder neue Wiederholungen und Einsätze. Spaß macht es dennoch oder vielleicht gerade deswegen, denn am Ende sitzt das Programm.

Darüber freuen sich wiederum nicht nur die Workshopleiter, sondern auch die Teilnehmer und nicht zuletzt das Publikum in der Stadtkirche. „Nicht alles Rock´n Roll, aber auch nicht alles Klassik“, das alles sei die moderne Kirchenmusik, hatte Micha Keding dem XXL-Chor ans Herz gelegt. Ob Swing oder Gospel, Barock oder Samba, „wenn es zu Ehren Gottes geschieht, wird er’s hören“, ist der Kirchenmusiker überzeugt.


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