Wieder ein trauriger Rekord Zahl der Unfälle in Westerkappeln deutlich gestiegen

Von Frank Klausmeyer

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Die Straße Zum Lotter Bahnhof wurde im vergangenen Jahr zu einem Unfallschwerpunkt. Archivfoto: Heinrich WeßlingDie Straße Zum Lotter Bahnhof wurde im vergangenen Jahr zu einem Unfallschwerpunkt. Archivfoto: Heinrich Weßling

Westerkappeln. Deutlich mehr Unfälle, deutlich mehr Verletzte. Das ist die Jahresbilanz 2017, die die Kreispolizeibehörde Steinfurt am Freitag für die Gemeinde Westerkappeln gezogen hat. Mit insgesamt 378 Unfällen wurde sogar ein neuer Rekordwert registriert.

Im Vergleich zum Vorjahr gab es eine Steigerung um 13,2 Prozent. Damit liegt Westerkappeln deutlich über dem Landestrend in ganz NRW, wo es nur zwei Prozent mehr Unfälle gab und auch über der durchschnittlichen Steigerung im Kreis Steinfurt, die 7,8 Prozent betrug.

Unfallschwerpunkte sichern

Bedenklich erscheint die Entwicklung bei den Verletzten: Im vergangenen Jahr gab es 35 Unfälle mit Personenschaden. Das sind zwar vier weniger als 2016, dabei wurden aber 61 Menschen verletzt, ein Plus von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unter den Verletzten waren acht Kinder.

Diese Steigerung steht vor allem im Zusammenhang mit vier Unfällen, bei denen insgesamt 23 Personen verletzt wurden: Vier Menschen mussten am 18. Juni nach einer Kollision auf der Kreuzung Lotter Straße/Zum Lotter Bahnhof ins Krankenhaus gebracht werden. Acht Verletzte gab es an der gleichen Stelle bei einem schweren Unfall am 27. August.

Die Straßenverkehrsbehörden haben mittlerweile reagiert, weil es auf der Kreuzung in der Vergangenheit immer wieder schwere Unfälle gegeben hatte – auch mit tödlichem Ausgang. Unter anderem wurden Stopp-Schilder versetzt und Rüttelstreifen auf die Fahrbahn gebracht.

Elf Verletzte gab es vergangenes Jahr überdies auf der Straße „Zum Habichtswald“, allerdings an unterschiedlichen Abschnitten.

Vor allem Kinder gefährdet

Angesichts dieser Zahlen wundert nicht, dass die sogenannte Verunglücktenhäufigkeitszahl (VHZ ) für Westerkappeln ebenfalls deutlich gestiegen ist. Diese beschreibt – hochgerechnet auf 100000 Einwohner – das Risiko, in einen Verkehrsunfall verwickelt und dabei verletzt zu werden. Die VHZ beträgt für das vergangene Jahr 557,7. Im Kreisdurchschnitt liegt dieser Wert bei nur 432. Im Jahr 2016 wurde für Westerkappeln eine VHZ von 384,7 ermittelt.

Statistisch betrachtet sind vor allem Kinder und Jugendliche in der Gemeinde auf den Straßen besonders gefährdet. Die VHZ für unter 15-Jährige beträgt in Westerkappeln 484,9 – in keiner der 24 Städte und Gemeinden des Kreises ist die Zahl größer. Mit einer VHZ von 1067,6 bei den 18- bis 24-Jährigen rangiert die Gemeinde auch hier im oberen Drittel.

Überwiegend Parkplatzrempler

Wie bei jeder Statistik lohnt aber auch in diesem Fall ein genauerer Blick. Von den insgesamt 378 Unfällen werden 273 der Kategorie 5 zugeordnet, das sind kleinere Unfälle wie beispielsweise Parkplatzrempler, wo es meistens bei geringen Sachschäden bleibt. Gegenüber dem Vorjahr gab es hier eine Steigerung um knapp 19 Prozent, während die Zahl der schwerwiegenderen Unfälle mit 105 gegenüber 2016 nahezu konstant geblieben ist.

Bei 40 Prozent der Unfälle in der Kategorie 5 handelte es sich außerdem um Wildunfälle, bei denen außer Reh oder Hase niemand zu Schaden kam. Insgesamt zählte die Polizei davon 109. „Westerkappeln ist eine ländliche Gemeinde. Da gibt es in der Regel mehr Wildunfälle“, sagt Reiner Schöttler, Sprecher der Kreispolizeibehörde. Zum Vergleich: In der Stadt Ibbenbüren, die annähernd fünfmal so viele Einwohner wie Westerkappeln hat, gab es vergangenes Jahr nur 135 Wildunfälle.

Keine Todesopfer

Traurige Statistik: Die Zahl der Unfälle in Westerkappeln erreicht einen neuen Höchststand. Auch die Anzahl der verletzten Personen ist im Vergleich zum Vorjahr wieder gestiegen. Foto: Heinrich Weßling/Grafik: WN

Positiv ist bei den aktuellen Daten vor allem eines anzumerken: Während die Zahl der Verkehrstoten im ganzen Kreis Steinfurt vergangenes Jahr um 35 Prozent auf 27 Opfer gestiegen ist, kam auf den Westerkappelner Straßen niemand ums Leben.


Deutlich mehr Unfälle auch in Lotte

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiwache Ibbenbüren, die neben der Bergmannstadt auch für Westerkappeln, Lotte, Mettingen, Recke und Hopsten zuständig ist, gab es im vergangenen Jahr 2884 Unfälle. Gegenüber 2016 ist das eine Steigerung um rund neun Prozent. Nachfolgend der Gesamtzahl der Unfälle in den jeweiligen Orten (in Klammern Bagatellunfälle/Kategorie 5) und die prozentuale Veränderung gegenüber dem Vorjahr:

•  Hopsten: 158 (121)/-2,8%

•  Ibbenbüren: 1609 (1041)/+8,9%

• Lotte: 277 (187)/+18,9%

•  Mettingen: 275 (174)/+12,2%

•  Recke: 187 (121)/-5,1%

• Westerkappeln: 378 (273)/+13,2%

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