Waghalsige Akrobatik Benefizgala in Westerkappeln für den Kinderhospizdienst

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Westerkappeln. Ein Genuss für Augen und Ohren war am Samstag in der Westerkappelner Dreifachturnhalle geboten. Bereits zum vierten Mal präsentierten Armin Sünnewie und Lennart Najorka beeindruckende Sport- und Musik-Acts auf dem Gala-Abend zugunsten des ambulanten Kinderhospizes Osnabrück.

Der Eintritt war frei: Alle Tänzer, Musiker und Sportler traten ohne Gage auf, darunter verschiedene Abteilungen des Osnabrücker Sportclubs (OSC), Spielmannszug und Sportfreunde Lotte (SFL) und viele andere mehr. Im Gegenzug riefen die Organisatoren zum großzügigen Spenden auf. „Es muss nicht zwingend klingeln, wenn sie uns etwas in den Hut stecken“, meinte Sünnewie mit einem Augenzwinkern in Richtung Publikum.

Für den Kinderhospizdienst

„Mit dem Geld bieten wir vielen betroffenen Familien Unterstützung, unternehmen Ausflüge mit Geschwisterkindern oder bieten Musiktherapie an“, berichtete Claudia Schröder vom Kinderhospiz aus dem Alltag der ambulanten Helfer. Derzeit profitieren 20 Familien in Osnabrück von der ehrenamtlichen Begleitung.

Auch Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer stellte sich in den Dienst der guten Sache. Die Gastgeberin freute sich, dass die Veranstaltung bereits zum zweiten Mal in Westerkappeln stattfand, sie lobte die Leistung der Ehrenamtlichen. Bezugnehmend auf das just vergangene Luther-Jahr konstatierte sie: „Das ist wahre Nächstenliebe im Sinne Luthers.“ In den kommenden zweieinhalb Stunden schoss Sünnewie ein wahres Feuerwerk aus tänzerischen, musikalischen und akrobatischen Darbietungen auf seine Gäste ab.

Sport und Musik

Mit einer Aerobic-Show startete der Turnverein Ibbenbüren in den Abend, gefolgt von den Osnabrücker Ballettfreunden, die mal in apricotfarbenen Tüllkleidern durch die Halle wirbelten, mal in schwarz-roten, mondänen Volant-Kleidern und Strumpfbändern mit einem temperamentvollen Cancan aus der Komischen Oper von Jacques Offenbach die Zuschauer betörten.

Viel Temperament hatte auch die Abordnung des Spielmannszuges Lotte zu bieten: Kraftvoll und bester Laune schmetterten sie dem Publikum den Bongo Song des Safri Duo und ihre Interpretation des Aquarel do Brazil um die Ohren.

Ein weiteres Highlight des Abends boten die Damen der Rollkunstlaufabteilung des OSC, geleitet von Birgit Schröder. In ihren farbenfrohen und paillettenbesetzten Kostümen wirbelten sie elegant durch die Halle und präsentierten formvollendeten Rollkunstlauf – als Duo ebenso wie in der Formation.

Sportfreunde Lotte stark vertreten

Die Sportfreunde Lotte schickten ihre „Blue Sparks“ ins Rennen: Die mitgliederstarke Cheerleader-Truppe beeindruckte mit ausgefeilten Choreografien und manch akrobatischer Einlage. Vom Lotter Verein wurde die Veranstaltung außerdem durch Nico Neidhart und Bernd Rosinger unterstützt: Die Autogrammkarten der beiden SFL-Fußballer waren bei den Besuchern heiß begehrt.

Den sportlichen Höhepunkt des Abends bestritt eindeutig die Rhönrad-Abteilung des OSC. Dieses etwas exotisch anmutende Turngerät stammt ursprünglich aus dem Jahr 1925, Otto Feick meldete einst das Patent darauf an: Griffe und Halterungen im mannshohen Eisen-Doppelrad bieten dabei Halt für waghalsige Akrobatik in und auf den Rädern. 2005 hat es der Osnabrücker Verein für sich entdeckt, trainiert werden die Rhönrad-Turnerinnen von Rieke Matschinsky. Die Sportlerinnen beeindruckten mit fließenden Bewegungen in den sich drehenden Rädern bei ihrer atemberaubenden Disney-Akrobatik-Show, derweil es in den voll besetzten Zuschauerrängen mucksmäuschenstill war. Die Rhönradlerinnen ernteten schließlich tosenden Applaus für das außergewöhnliche Schauspiel.

Die Band Rudt Corner von der städtischen Musikschule Ibbenbüren, namentlich Maria Doeker (Cajon), Maike Dierkes (Gitarre), Ricarda Gerlin (Gitarre und Gesang), Kilian Barlag (Baß und Gesang) und Marie Gomez (Keyboards), rundete den Abend ab. Vielversprechend die Stimme von Sängerin Gerlin, hell und klar durchdrang sie die Halle. Zuletzt hatten Rudt Corner beim Neujahrsempfang der Regierungspräsidentin in Münster gespielt, berichtete Band-Leiterin Franziska Apel.

Vorgeschmack auf 2019

Fest steht bereits jetzt: Das Ausnahme-Event soll auch im kommenden Jahr wieder stattfinden; Und – ein Programmpunkt dafür steht bereits: Christel Barkhau, Leiterin der Einradgruppe Westerkappeln, gab nicht nur spontan eine kleine Pauseneinlage mit einigen ihrer Schützlinge, sie hat auch bereits für 2019 zugesagt.


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