Von einem Flurnamen abgeleitet Woher die Tegelstraße ihren Namen hat

Von Astrid Springer

Meine Nachrichten

Um das Thema Westerkappeln Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Von Westerbeck aus führt die Westerkappelner Tegelstraße in Richtung Düsterdieker Niederung. Foto: Astrid SpringerVon Westerbeck aus führt die Westerkappelner Tegelstraße in Richtung Düsterdieker Niederung. Foto: Astrid Springer

Westerkappeln. Von Westerbeck aus führt die Westerkappelner Tegelstraße in Richtung Düsterdieker Niederung. Sie ist schmal, die Asphaltdecke etwas in die Jahre gekommen. Warum die Straße denselben Namen führt, wie ein Berliner Stadtteil, verwundert zunächst – führt sie doch nicht in die Bundeshauptstadt. Und einen Flugplatz gibt es hier auch nicht.

Der Zusammenhang erschließt sich, wenn man die Bedeutung von Tegel recherchiert: Tegel, Tygel, Teigel, Tichel, Teiel ist mittelniederdeutsch und meint Ziegel im weiteren Sinne, die Bedeutung reicht von Mauerstein aus Ton über gebrannter, quaderförmiger Mauerstein bis zu flach gewölbter Hohlziegel, Dachziegel, Ziegelwerk oder Ziegelbau.

Auf eine solche Ziegelei oder einen markanten Ziegelbau dürfte denn auch der Name Berlin-Tegels zurückgehen, der auch mit seinen historischen Vorläufern zum Ziegel passt: 1322 Tygel, 1450 Tigel, 1775 Teegel, 1805 Tegel.

Dabei ist denkbar, dass die Straße vor Ort einst mit Ziegelbelag ausgestattet war. Möglich wäre außerdem, dass hier einst eine Ziegelbrennerei ansässig war. Von beiden Sachverhalten haben Anwohner zwar keine Kenntnis, das Wissen darum könnte aber verloren gegangen sein. Zudem ist der Straßenname offenbar gewandert: Vormals wurde der von der Westerkappelner Heerstraße abzweigende Sendesch als Täigelstraude bezeichnet.

Den entscheidenden Hinweis liefert ein Flurname in der Nähe der heutigen Tegelstraße: Täigelrigge heißt es etwas südlich des Straßenverlaufs. Täigel ist die mundartliche Überprägung und gehört eindeutig zum Ziegel. Und der lag hier nicht einfach als Befestigung auf der Fahrspur, sondern wurde offenbar vor Ort hergestellt.

Dafür spricht eindeutig -rigge, ein aus dem niederdeutschen stammendes Wortanhängsel, was einen Betrieb meint, der Ziegel herstellte. Das hochdeutsche Pendant -ei, wird heute beispielsweise in Bäckerei, Tischlerei oder eben Ziegelei verwendet.

An der Tegelstraße wurden also mit großer Wahrscheinlichkeit Ziegel gebrannt, frühe Brennereien für Ziegel gab es beispielsweise in Hambüren und Lada. Möglicherweise hatte hier auch ein Dachdecker seinen Betrieb, jedenfalls wurden auf den Täigelrigge-Flächen auffallend viele Ziegelreste gefunden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN