Konzept steht – Diskussionen bleiben Westerkappeln: Sanierung des Schwarzwasserweges und der Düter Straße verschoben

Von Frank Klausmeyer

Der Schwarzwasserweg ist sanierungsbedürftig. Die Anwohner wollen aber keine Erneuerung. Deshalb soll der Ausbau auf die Zeit nach 2021 verschoben werden. Gegebenenfalls werden die Banketten ausgebessert, denn die Fahrbahnränder sind in einem teilweise erbärmlichen Zustand. Foto: Frank KlausmeyerDer Schwarzwasserweg ist sanierungsbedürftig. Die Anwohner wollen aber keine Erneuerung. Deshalb soll der Ausbau auf die Zeit nach 2021 verschoben werden. Gegebenenfalls werden die Banketten ausgebessert, denn die Fahrbahnränder sind in einem teilweise erbärmlichen Zustand. Foto: Frank Klausmeyer

Westerkappeln. Mit dem Fachverstand von Mitarbeitern des Rathauses sowie viel externem Know-how und unter Beteiligung der Bürger hat die Gemeinde vergangenes Jahr ein Konzept erstellen lassen, mit dem das rund 335 Kilometer lange Wegenetz im Außenbereich zukunftsfähig gemacht werden soll.

Rund 80000 Euro Steuermittel sind dafür geflossen. Bei der Umsetzung des Gutachtens scheinen Politik und Verwaltung aber nicht viel weiter zu sein als zu der Zeit, wo Jahr für Jahr über das Straßenausbau- und -unterhaltungsprogramm gestritten wurde, weil der Handlungsbedarf immens, die Mittel aber endlich sind.

Wegenetzkonzept als Grundlage

Das Wegenetzkonzept biete die Grundlage für die Planung zukünftiger Sanierungs- und Ausbaumaßnahmen, ist in dem Gutachten des Ingenieurbüros Tovar & Partner (IBT) aus Osnabrück als Fazit zu lesen. Es gibt Handlungsempfehlungen für die nächsten zehn Jahre mit einem Investitionsvolumen von über drei Millionen Euro. Auf Basis des Konzeptes hatte die Verwaltung zunächst vorgeschlagen, noch in diesem Jahr die Düter Straße anzugehen. IBT hatte dort kurzfristigen Handlungsbedarf für eine Gesamtsanierung festgestellt. 2020 sollte der Schwarzwasserweg in Düte aus gleichem Grund erneuert werden.

Doch bei den Anwohnern gibt es Widerspruch, weshalb die Verwaltung die Vorschläge vergangene Woche im Bauausschuss zur Diskussion gestellt hat. Das Echo fiel unterschiedlich aus. Die SPD-Fraktion beharrte zunächst auf eine Sanierung der beiden Wege. „Das Gutachten ist topaktuell“, erklärte Michael Puke. Im Beteiligungsverfahren habe seine Fraktion keine Bedenken seitens der Anwohner vernommen. Schon jetzt im ersten Jahr Abweichungen vorzunehmen bedeute, das ganze Wegenetzkonzept in Frage zu stellen, meinte Puke. „Bedarfsgerechten Änderungen in späteren Jahren stehen wir aufgeschlossen gegenüber.“

Straße wird als Umgehung genutzt

Rainer Echterhoff (CDU) unterstützte die Anlieger des Schwarzwasserweges. Die Straße werde als Umgehung genutzt, „wenn die Autobahn zu ist“. Mit einem Ausbau werde der Schwarzwasserweg zur „exzessiven Schnellstraße“. Dann müsse sich die Gemeinde auch um verkehrsberuhigende Maßnahmen kümmern. Ähnliches gelte für die Düter Straße. Dort gebe es viele Wildunfälle. „Wenn wir die Straße schneller machen, liegen noch mehr Autos im Graben“, behauptete Echterhoff.

Aus Sicht des Ausschussvorsitzenden Winfried Raddatz (SPD) ist die Fahrbahn der Düter Straße „noch in Ordnung“. Am Schwarzwasserweg könne man sich vielleicht auf die Banketten beschränken, die „kurz und klein“ gefahren seien.

Die Bedenken der Anwohner und der Politiker sollen jetzt berücksichtigt werden. Die Sanierung der Düter Straße und des Schwarzwasserweges rutschen in der Prioritätenliste von kurz- auf mittelfristig und damit auf die Zeit nach 2021.

Rund 200000 Euro

Stattdessen sollen die Mittel dieses Jahr – rund 200000 Euro – am Wulverliet, am Burgweg und am Sendesch verbaut werden. 2019 rückt dann vor allem die Straße Am Sundern ins Blickfeld. Wobei sich auch hier mit Blick auf die Bahnübergänge und eine mögliche Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn im Bauausschuss Diskussionsbedarf andeutete.

Rainer Echterhoff schlug im Zusammenhang mit der Umsetzung des Wegenetzkonzeptes – wie früher – Bereisungen der Ausschussmitglieder im Frühling vor. Dabei sollten mit dem Wegenetzkonzept die jährlich wiederkehrenden Diskussionen über das Wo und Wie von Sanierungsmaßnahmen eigentlich der Vergangenheit angehören. „Eine jährliche Überprüfung ist ein Schritt zurück“, gab auch Mansour Rahmian, Mitarbeiter des Bauamtes zu bedenken.