Mal melancholisch und mal fetzig Irish Folk mit „Paddys Green Shamrock Shore“ in der Kirche Handarpe

Von Dietlind Ellerich

„Paddys Green Shamrock Shore“ mit (von links) Karl-Heinz Rolf, Wolfgang Mühlbauer, Wolfgang Müller, Maire Morris und Ewald Igelmann begeisterte rund 120 Zuhörer in der Handarper Kirche. Foto: Dietlind Ellerich„Paddys Green Shamrock Shore“ mit (von links) Karl-Heinz Rolf, Wolfgang Mühlbauer, Wolfgang Müller, Maire Morris und Ewald Igelmann begeisterte rund 120 Zuhörer in der Handarper Kirche. Foto: Dietlind Ellerich

Westerkappeln. Weltkugel-Leuchter, Kreuz, Weihnachtsbaum und Unmengen von blühenden Frühlingsblumen bildeten die Kulisse für das Gastspiel, das die Irish-Folk-Band „Paddys Green Shamrock Shore“ am Freitagabend in der Handarper Kirche gab.

Mit dabei Karl-Heinz Rolf (Gitarre und Flöte), Wolfgang Mühlbauer (Ukulele und Banjo), Wolfgang Müller (Violine), Ewald Igelmann (Concertino) und Sängerin Maire Morris.

Mit einem fröhlichen „It´s good to see you“ (Schön euch zu sehen) begrüßten die Musiker die rund 120 Menschen in den Kirchenbänken und räumten ein, wie sehr sie die Freunde irischer Musik vermisst hätten, obwohl seit ihrem letzten Auftritt im Westerkappelner Süden noch nicht einmal ein Jahr vergangen war.

Gute Resonanz

Der Förderverein Bürgertreff Handarpe hatte die erneute Verpflichtung dennoch gewagt, und Horst Meyer freute sich riesig über die gute Resonanz und das Gotteshaus voller Menschen, die bei unwirtlichem Wetter zum Teil weite Wege aus dem Osnabrücker Land auf sich genommen hatten, um ihre Lieblingsband live zu erleben.

Diese ließ sich nicht lumpen und wartete nicht nur mit jeder Menge melancholischer und fetziger irischer Weisen auf, sondern auch mit einem intensiven Einblick in Mentalität und Seele der Einheimischen und derjenigen, die die grüne Insel verlassen hatten, in der Ferne eine neue Heimat fanden und es sich nicht nehmen lassen, in Erinnerungen zu schwelgen an die alte Zeit, die meist gar nicht so gut war, wie der Volksmund glauben machen möchte.

Entsprechend breit gefächert ist das Repertoire, mit dem die Band ihr Publikum begeistert, zum Mitsingen, zumindest aber zum Mitsummen bewegt. Da schwappte bei einigen Besuchern das Temperament über und brachte sie so in Schwung, dass diejenigen in den Bänken vor ihnen mitwippen mussten, ob sie wollten oder nicht.

Ein fröhlich-besinnliches Konzert

Das von Wolfgang Mühlbauer zu Beginn des Abends gegebene Versprechen, ein fröhlich-besinnliches Konzert zu geben, hielt die Truppe gut zweieinhalb Stunden lang durch. Die unglaubliche Spielfreude der Musiker und die enorme Begeisterung des Publikums, das den einen oder anderen klanglichen Schnitzer nicht übelnahm, ergänzten sich perfekt und bereiteten allen einen wunderbaren Abend.

Eine musikalische Liebeserklärung an die grüne Insel, die auch Einblick in Heinrich Bölls „Irisches Tagebuch“ gab. Als Geiger Wolfgang Müller aus dem Kapitel „Redensarten“ las, wurde deutlich, wie sehr sich die Menschen beider Länder unterscheiden. „Wir Deutsche sagen, dass es schlimmer nicht hätte kommen können, während die Iren sagen, es könnte schlimmer sein“, fasste Horst Meyer zusammen.

Konzert mit irischer Musik, Guinness & Co.

Das Konzert mit irischer Musik, Guinness und Co. ging erst zu Ende, nachdem „Paddys Green Shamrock Shore“ zwei Zugaben gewährt hatte