Neue Pläne für das Trogbauwerk Bahn will keinen Radweg in der Velper Unterführung

Von Frank Klausmeyer

In der Unterführung der B219 in Ibbenbüren gibt es beidseits der Straße einen Rad- und Fußweg. Die Gemeinde Westerkappeln sähe eine ähnliche Lösung auch gerne in Velpe realisiert. Die Bahn lehnt das aus Kostengründen ab. Foto: Frank KlausmeyerIn der Unterführung der B219 in Ibbenbüren gibt es beidseits der Straße einen Rad- und Fußweg. Die Gemeinde Westerkappeln sähe eine ähnliche Lösung auch gerne in Velpe realisiert. Die Bahn lehnt das aus Kostengründen ab. Foto: Frank Klausmeyer

Westerkappeln. Das Konzept für die Änderung der Bahnübergänge in Velpe nimmt weiter Gestalt an.

Am Donnerstag hat sich der Bauausschuss intensiver mit der Unterführung an der Tecklenburger Straße (L584) beschäftigt, die den jetzigen höhengleichen Bahnübergang ersetzen soll. Konkret ging es um die Schaffung eines Radweges.

Zurzeit endet der Radweg nördlich der Schienen im Bereich des Holleschs. Künftig soll er nach Süden über die Bahnstrecke hinaus geführt werden. Die Gemeinde favorisiert eine Lösung, wonach der Radweg entlang der L584 durch den sogenannten Trog geführt wird. Dies sei auch in Gesprächen mit dem Bundes- und dem Landesverkehrsministerium deutlich gemacht worden, erläutert die Verwaltung.

Zu teuer für die Deutsche Bahn

Bei der für die Planung federführenden DB Netz AG stößt diese Idee auf wenig Gegenliebe, wie Manager Andreas Tomm am Donnerstag deutlich machte. Denn dann müsste die Unterführung breiter werden, was nach jüngsten Berechnungen zu Mehrkosten von 1,5 bis 2 Millionen Euro führe.

Die Bahn will deshalb eine alternative Lösung. Und die sieht so aus: Der Radweg würde von Norden kommend vor dem Trogbauwerk auf die neue Laggenbecker Straße (Kreisstraße 12) geführt. Nach einem Stück parallel zur K 12 ginge es durch die jetzige Unterführung – das sogenannte Mauseloch – auf die andere Seite der Gleise, wo die K12 mit einer neuen Anbindung in die Tecklenburger Straße mündet.

Das Mauseloch würde in Zukunft nur noch für Radfahrer und Fußgänger passierbar sein. Trotzdem soll es in dieser Variante von drei auf vier Meter verbreitert werden, damit der Kreis mit Wartungsfahrzeugen hindurch kann. Diese Kosten will die Bahn tragen, der Kreis wolle den neuen Radweg finanzieren, sagte Tomm. Die Gemeinde müsse nichts zahlen. Anders sähe dies bei einem Radweg durch die Unterführung aus, weil dies nicht mehr von den Bestimmungen des Eisenbahnkreuzungsgesetzes gedeckt werde.

Radweg durch den Trog macht Sinn

Trotz dieser Aussagen hat der Bauausschuss empfohlen, beide Alternativen weiterzuverfolgen. Für einen Radweg durch den Trog gebe es auch Argumente, sagte Jürgen Schulte (Bürgergemeinschaft). Zum einen bedeute die Führung entlang der K12 einen Umweg für die Radler, zum anderen könne ein nicht höhengleicher Radweg bei Unfällen in der Unterführung als Fluchtweg genutzt werden.

Sowohl Schulte als auch Reinhard Fiedler (FDP) forderten die Projektverantwortlichen auf, die Bürger in Velpe an den Planungen zu beteiligen. Dies sei in der Vergangenheit schon der Fall gewesen, betonte Tomm mit Hinweis auf drei Bürgerversammlungen. Die Bahn sei weiter daran interessiert, das Verfahren für alle transparent voranzutreiben.

Bei der Umsetzung des Bahnkonzepts im Zuge der Einführung eines sogenannten elektronischen Stellwerks steht allein für den Bereich Velpe ein Investitionsvolumen von 12 bis 20 Millionen Euro im Raum. Die Kosten teilen sich nach gesetzlicher Vorgabe der Bund, die Bahn und die Straßenbaulastträger, also der Kreis Steinfurt und der Landesbetrieb Straßen. Auf die Gemeinde Westerkappeln kommt möglicherweise eine finanzielle Beteiligung in Höhe von 70000 Euro am vorgesehenen Rückbau des Bahnübergangs Ringstraße zu.

Nach letztem Stand soll das Projekt Velpe bis Ende 2022 abgeschlossen sein.