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Was passiert mit dem Rathaus? Erste Ideen für Umbau der Werlter Ortsmitte

Von Christian Belling | 02.11.2017, 17:37 Uhr

Wohin mit dem Rathaus? Was passiert mit dem Werlte-Center? Und braucht die Stadt eine Konzerthalle? Mit Fragen wie diesen hat sich am Mittwochnachmittag ein Bürgerworkshop zur Umgestaltung der Werlter Ortsmitte beschäftigt.

Gut 15 Interessierte waren der Einladung der Stadt zu dem Workshop in die Mensa des Schulzentrums gefolgt. Dieser fand im Rahmen der geplanten Werlter Stadtsanierung statt, bei der ein städtebaulicher Wettbewerb für das Gebiet rund um das Rathaus und den Marktplatz ansteht. „Wir sind ganz am Anfang und noch in der Vorbereitung für den Wettbewerb“, machte Stadtdirektor Ludger Kewe zu Beginn deutlich. Klaus von Ohlen von der Deutschen Städte- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) aus Bremen stellte klar, dass es bei dem Workshop darum ginge, Ideen zu sammeln und diese den Architekten und Planern an die Hand zu geben. „Wir wollen über Inhalte reden und neue Lösungen für die Ortsmitte kreieren“, so von Ohlen.

Rathaus muss größer werden

Schnell wurde während der knapp zweistündigen Veranstaltung deutlich, dass bei den Planungen die Standorte der Grundschule, des Rathauses und des Werlte-Centers eine große Rolle spielen. Noch bis 2020 soll an der alten Grundschule in unmittelbarer Nähe zum Rathaus unterrichtet werden. Der Neubau ist am Hilligenweg geplant, dem alten Gebäude in der Ortsmitte droht der Abriss. „Was machen wir also mit dem bisherigen Grundschulgelände“, fragte von Ohlen in die Runde. Außer einer Wohnbebauung oder dem Bau einer Stadthalle wurde auch der Umzug des Rathauses an diese Stelle angeregt. „Klar ist nur, dass das Rathaus größer werden muss. Ob es allerdings am jetzigen Standort erweitert oder an anderer Stelle neu gebaut wird, ist Gegenstand der Beratungen und ergebnisoffen“, stellte Kewe klar.

Einzelhandel berücksichtigen, Zentrum stärken

Der Stadtdirektor betonte auch, dass der Einzelhandel bei den Planungen berücksichtigt werden müsse. Gespräche mit den Akteuren vor Ort haben nach seinen Worten bereits stattgefunden. „Wir möchten das Zentrum weiterentwickeln, stärken und attraktiver machen“, so Kewe.

Center-Inhaber kann sich „alles vorstellen“

Intensiv wurde während des Workshops auch über die Zukunft des Werlte-Centers gesprochen. Inhaber Clemens Rühlander teilte mit, dass er sich „alles vorstellen kann.“ Auch ein Verkauf ist nach seinen Worten denkbar. „Wir dürfen über alles reden. Auch die Nutzung des Centers als Stadthalle oder Rathaus kommen infrage“, so Rühlander. Kewe griff die Äußerungen des Inhabers auf und betonte, „dass das Rathaus an dieser Stelle gut vorstellbar ist.“ Eine Unterbringung im bisherigen Center-Komplex komme allerdings nicht infrage. „Das Gebäude müsste dann weg.“ Die Zukunft des Werlte-Centers ist laut Kewe und von Ohlen für die weitere Planung der Ortsmitte von großer Bedeutung. „Diese Hürde müssen wir in weiteren Gesprächen mit dem Inhaber meistern“, so von Ohlen.

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Weitere Themen des Workshops waren unter anderem die Geschosshöhe von Neubauten, das Anlegen von Grünflächen sowie die Schaffung von Kulturraum. Auch ein Kino, Museum, Mehrgenerationenspielplatz oder Cafés und Restaurants wurden angesprochen. Von Ohlen: „Uns ging es darum, Ideen zu sammeln. Wir wollen nicht alles dichtplanen, aber auch keine große grüne Wiese.“

Preisgericht tagt im Frühjahr 2018

Die zusammengetragenen Anregungen werden die Planer nach seinen Worten berücksichtigen. Der weitere Zeitplan sieht von Ohlen zufolge vor, dass die Planungs- und Architektenbüros ihre Arbeiten im Februar nächsten Jahres abgeben. Im März soll dann das Preisgericht über den besten Wettbewerbsbeitrag abstimmen. „Dann geht es erst richtig los“, so Kewe. Die endgültige Planung für die Umgestaltung der Ortsmitte soll nach seinen Worten Ende 2018 vorliegen.

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