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Studie bescheinigt Machbarkeit Naturpark Hümmling kann kommen

Von Hermann Hinrichs | 13.07.2014, 10:44 Uhr

Die Machbarkeitsstudie für den Naturpark Hümmling ist abgeschlossen und bescheinigt dem Vorhaben auch tatsächlich die Umsetzbarkeit. Die Ergebnisse der Studie stellte Erster Kreisrat Martin Gerenkamp am Donnerstagabend in Vrees während einer Bürgerversammlung vor.

Vor den rund 40 Anwesenden konnte Gerenkamp an alle wichtigen Parameter für eine Anerkennung des Hümmlings als Naturpark einen roten Haken machen. So gebe es einen großräumigen Zuschnitt, der rund 56000 Hektar umfasst, von denen 46,55 Prozent der Fläche laut dem Regionalen Raumordnungsprogramm von 2010 als Erholungsflächen ausgewiesen sind. Ein Trägerverein für den Naturpark wird Gerenkamp zufolge in Kürze gegründet. Und auch die höchste Hürde, nämlich mindestens 40 Prozent der Fläche, müssen Landschafts- oder Naturschutzgebiete sein, ist vor wenigen Tagen genommen worden, als der Kreistag das Landschaftsschutzgebiet „Wälder auf dem Hümmling“ beschloss. „Wir haben jetzt einen Anteil von 41 Prozent. Wir hoffen damit beim Land durch die Kurve zu kommen“, ist Gerenkamp zuversichtlich, dass die Anerkennung nun gelingen kann.

Von Beginn an hat die Landwirtschaft die Ausweisung eines Naturparks auf dem Hümmling kritisch gesehen. Gerenkamp ging darauf während seines Vortrags ein: „Wir machen den Naturpark nicht, um irgendjemandem zu schaden. So viel Mühe macht man sich nur, wenn man sich davon Positives für die Menschen und die Region verspricht.“ Gerenkamp betonte ausdrücklich, dass die Anerkennung des Hümmlings als Naturpark „keine rechtlichen Auswirkungen“ hat. Es handele sich vielmehr um ein Vehikel, mit dem man an Ziele gelangen könne, die einzelne Gemeinde erreichten wollten. Allein in der vergangenen Förderperiode der Europäischen Union seien in den „Internationalen Naturpark Bourtanger Moor-Bargerveen“ neun Millionen Euro Fördergelder geflossen, die Investitionen in Höhe von insgesamt 14 Millionen Euro ausgelöst hätten.

Mit Blick auf Bedenken, dass irgendwann vom Gesetzgeber „draufgesattelt“ werden könnte, sicherte Gerenkamp zu: „Wenn es eine riskante Veranstaltung wird, dann lassen wir es einfach sein, dann haben wir einen Naturpark gehabt.“

Für viele private Einwendungen hatte indes die Ausweisung des Landschaftsschutzgebietes „Wälder auf dem Hümmling“ gesorgt, die besonders von Privatwaldbesitzern kritisch gesehen wird. Diese Maßnahme war von den beteiligten Kommunen als geeignet angesehen worden, um den erforderlichen Anteil geschützter Flächen erreichen zu können.

Nachdem die Machbarkeitsstudie nun abgeschlossen, alle Kriterien erfüllt und in Kürze auch ein Trägerverein vorhanden ist, folgt die Beantragung auf Anerkennung des Hümmlings als Naturpark.