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Samtgemeinden kooperieren Der Hümmling wird zur Energieregion

Von Hermann Hinrichs | 23.03.2012, 16:57 Uhr

Es kann losgehen: Die vier Samtgemeinden (SG) Lathen, Sögel, Nordhümmling und Werlte machen sich auf den Weg, um ein gemeinsames Profil als Energieregion zu entwickeln und dieses weit über die Region hinaus zu vermarkten. am Freitag unterzeichneten die vier Samtgemeindebürgermeister Werner Gerdes, Hermann Tebben, Günter Wigbers und Karl-Heinz Weber im Klimacenter in Werlte die Kooperationsvereinbarung.

Als ihre Dachmarke haben sich die Initiatoren „Naturstandpunkt Hümmling – Ideen im grünen Bereich“ gewählt. Unter dieser werden in Zukunft die Vorzeigeprojekte in den jeweiligen Gemeinden gebündelt. Laut Dr. Marie-Luise Rottmann-Meyer, Leiterin des 3N-Kompetenzzentrums in Werlte, hat die Region auf dem Sektor der erneuerbaren Energien bereits viel zu bieten. So beispielsweise als ausbaufähige Anlaufstelle das Klimacenter, Nahwärmenetze, Strom aus Biomasse, Wind und Sonne und bald auch die Erdgasherstellung aus überschüssigem Windstrom, ein Projekt der Audi AG in Werlte. Die weltweit erste Großanlage ihrer Art soll im Mai 2013 in Betrieb gehen.

„Es geht uns um die Bündelung und den Ausbau der jeweiligen Stärken zur Kompetenzregion“, unterstrich Rottmann-Meyer. Dazu werde ein Klimaschutzkonzept für die insgesamt 794 Quadratkilometer große und gut 55300 Einwohner zählende Region erstellt. Das Ziel sei zudem, ein professionelles Klimaschutzmanagement auf die Beine zu stellen. Als Themenfelder nannte die 3N-Leiterin Wirtschaft, Tourismus, aber auch Bildung und Qualifizierung. Bei alledem sind die Samtgemeinden nach Darstellung von Rottmann-Meyer keine geschlossene Gesellschaft. „Gemeinden, die Interesse haben, können aufgenommen werden.“

Die Startkosten, die sich die Samtgemeinden teilen und durch Zuschüsse bestritten werden sollen, „belaufen sich im ersten Jahr auf einen sechsstelligen Betrag“, sagte Werltes Erster Samtgemeinderat Ludger Kewe, der zu den treibenden Kräften hinter der Idee „Energieregion“ gehört.

Sögels Samtgemeindebürgermeister Günter Wigbers sieht die Region bereits „superinnovativ“ aufgestellt und somit beste Voraussetzungen dafür, erfolgreich zu sein. Jetzt sollten weitere Projekte folgen. „Da geht manches gemeinsam viel leichter“, so Wigbers. Lathens SG-Bürgermeister Karl-Heinz Weber berichtete unterdessen von weiteren Vorhaben in seiner „SG“ wie der Anlage von Kurzumtriebsplantagen zur Gewinnung von Holz für das gerade erst in Betrieb genommene Heizkraftwerk.

Auf „Synergieeffekte“ hofft auch Werltes SG-Bürgermeister Werner Gerdes. „Wir haben vieles, was wir zeigen wollen.“ Es gehe aber auch darum, Möglichkeiten des Energiesparens aufzuzeigen.

„Das bringt uns auf die richtige Schiene“, lobte der Leiter der Stabsstelle des Landrats, Herbert Rolfes, das Vorhaben auf dem Hümmling. Er hatte dabei auch die künftigen Förderprogramme der Europäischen Union im Auge. Diese würden verstärkt das Thema Energie in den Mittelpunkt rücken.

Fest im Plan ist, nun ein ausgefeiltes Marketing mit allem, was dazugehört, entwerfen zu lassen und die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes auf den Weg zu bringen. Die Steuerung des „Tagesgeschäfts“ der Kooperation soll eine Lenkungsgruppe übernehmen, die noch gebildet werden muss.