Ein Artikel der Redaktion

Prozess vor Amtsgericht Meppen Mann muss wegen Angriffs auf Polizisten zum Gutachter

Von Alfred Korfhage | 22.12.2015, 20:36 Uhr

Vor dem Strafrichter in Meppen musste sich ein junger Mann vom Hümmling verantworten, der unter dem Einfluss von Alkohol besondere Aggressivität an den Tag legt. Jetzt wird er von einem Gutachter darauf untersucht, ob er in eine geschlossene Anstalt eingewiesen werden muss, weil er eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt.

Die Anklage lautete auf Sachbeschädigung, Beleidigungen und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Die einzelnen Handlungen beging Mann an verschiedenen Tagen im Sommer 2015. Nach einer Feier kehrte er zu seinem Gastgeber zurück und schlug die des Hauses Glastür ein. Er sagte dazu, er sei mit seinem Kopf gegen die Türscheibe gestürzt, die daraufhin zerbrochen sei.

Polizeibeamte fanden ihn schlafend in einem Vorgarten. Als sie ihn zum Streifenwagen brachten, leistete er nach ihren Angaben Widerstand, beleidigte, spuckte und griff einen Beamten tätlich an, den anderen verletzte er am Knie durch Fußtritte. Auf der Fahrt zur Ausnüchterungszelle erbrach er sich in das Polizeifahrzeug. Während der Handgreiflichkeiten habe er laufend Beleidigungen ausgestoßen, so die Polizisten in der Verhandlung. Die Beamten bezeichneten ihn als sehr stark betrunken. Die Blutentnahme ergab einen Wert von 2,63 Promille.

In der Verhandlung sagte der Angeklagte aus, er sei auf einer Feier gewesen, wo er Alkoholika der verschiedensten Sorten und Stärken getrunken habe. Irgendwelche Erinnerungen an Einzelheiten habe er nicht.

Seine derzeitigen Schulden schätzte er auf mehr als 40000 Euro, darin seien angerichtete Schäden, Gerichtskosten und Geldstrafen summiert. In einem Fall sei er mit einem Hammer auf seine Freundin und einen Bekannten losgegangen, weil er ein Verhältnis zwischen ihnen vermutete.

Der Strafrichter sah keine sinnvolle Sanktion, weil das Alkoholproblem bleibe. Auch zur Beurteilung der Schuldfähigkeit sei eine gutachterliche Expertise notwendig. Die Staatsanwältin und auch der Verteidiger stimmten dem zu.

Der Strafrichter beschloss, dass ein Gutachter bestellt werden soll. Der Angeklagte solle in eine geschlossene Einrichtung eingewiesen werden mit dem Ziel, durch eine Therapie die Alkoholabhängigkeit in den Griff zu bekommen. Die Verhandlung wurde ausgesetzt, ein neuer Termin wird anberaumt, wenn das Gutachten vorliegt.