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Projekt zum Klimaschutz auf Hümmling Schulen sparen Energie und sammeln Prämien

Von Mirco Moormann | 23.12.2015, 20:16 Uhr

Insgesamt 26 Schulen aus den vier Samtgemeinden Werlte, Sögel, Nordhümmling und Lathen nehmen an einem Prämiensystem zur Energieeinsparung des Naturstandpunktes Hümmling teil. Klimaschutzmanagerin Kathrin Klaffke leitet das Projekt.

Zu den teilnehmenden Einrichtungen zählt auch die Grundschule in Hilkenbrook. Das Schulgebäude wurde von Klaffke bereits inspiziert, das „Energiecontrolling“, wie es sich nennt, durchgeführt. Dabei wurden etwa die Heizungsanlage oder die Dämmung genauer unter die Lupe genommen. Auch die Heizkosten wurden ermittelt. All dies werde sie – im derzeit einzigen Projekt dieser Art im Landkreis – für alle teilnehmenden Schulen durchführen, so Klaffke. Die meisten Gebäude habe sie sich aber schon angesehen.

Schüler werden „Energieexperten“

In einem weiteren Schritt werden dann die Schüler zu kleinen „Energieexperten“ ausgebildet. In Teams sind sie dann dafür zuständig, dass in leeren Räumen kein Licht brennt, oder dass die Fenster geschlossen sind und die Heizkörpertemperatur stimmt. So achten beispielsweise Hannah und Klara in Hilkenbrook genau darauf, dass der Regler immer in der vereinbarten Position steht und es nicht zu warm oder kalt in der Klasse wird.

Auch das technische Personal in den Schulen – sofern vorhanden – wird von Klaffke geschult. So könne bei der korrekten Einstellung einer Heizungsanlage bereits der Gasverbrauch gesenkt werden.

Grundvoraussetzungen bringen bares Geld

Mit der Schulung der Kinder und des Personals, der Einrichtung des Energiedienstes und auch der Behandlung des Themas im Unterricht haben die Schulen die Voraussetzungen für die Grundprämie geschafft. Dann gibt es für Grundschulen 200 Euro pro Jahr, für weiterführende Schulen 400 Euro. Zwischen 100 und 400 Euro pro Jahr können die Schulen zusätzlich erhalten. Dafür müssen spezielle Projekte erarbeitet oder an Exkursionen teilgenommen werden, erklärt Klaffke. Die Klimaschutzmanagerin steht bei den weiterführenden Maßnahmen mit Tipps und Hilfen zur Seite. So können Materialien bereitgestellt oder Hinweise auf Lehrerfortbildungen gegeben werden.

Zehn Prozent Einsparungen

Mithilfe des Prämiensystems verspricht sich die Klimaschutzmanagerin, die seit Juni im Amt und im 3N Klimaschutzcenter in Werlte ihr Büro hat, eine Einsparung von durchschnittlich zehn Prozent der Energiekosten der teilnehmenden Schulen. Nach ihren Berechnungen hätten die vier Samtgemeinden 2014 insgesamt etwa 550000 Euro an Energiekosten für den Schulbetrieb aufwenden müssen. Es seien 4810 Megawattstunden Erdgas und 1431 Megawattstunden Strom verbraucht worden. Die Kohlenstoffdioxid-Emissionen betrugen demnach 358 Tonnen durch Strom und 877 Tonnen durch Erdgas. Bei einer erfolgreichen Umsetzung des Projektes stunden so nicht nur eingesparte Emissionen an, sondern auch etwa 55000 Euro, die die Samtgemeinden weniger zu zahlen hätten.

Gering-investive Maßnahmen durchführen

Die Einsparungen sollen durch die Änderung des Nutzerverhaltens, aber auch durch gering-investive Maßnahmen erreicht werden. Eventuell beschädigte Thermostatventile würden ausgetauscht oder Strommessgeräte angeschafft, mit denen geprüft werden kann, wie viel Strom etwa das Radio im Klassenraum verbraucht.

Die Schüler in der Hilkenbrooker Dorfschule haben in Sachen Klimaschutz noch viel vor. So soll es bald ein Klimaschutzfrühstück geben, bei dem erklärt wird, wo die Lebensmittel herkommen und wie viel Energie und Kohlendioxid benötigt wurde, um sie auf den Frühstückstisch zu bekommen. In weiterführenden Schulen stünden, so Klaffke, an den Leistungsstand angepasste Aktionen auf dem Plan.