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Projekt nimmt Form an Wasserpumpen für Afrika werden in Lorup getestet

Von Mirco Moormann, Mirco Moormann | 26.09.2017, 12:22 Uhr

Die Organisation Belu-Ugandahilfe plant, in Afrika Windpumpen zur Wasserversorgung zu errichten. Eine Versuchsanlage ist nun in Lorup aufgebaut worden.

Seit 2010 sind Ludwig Wilkens aus Lorup und Bernd Rickermann aus Lähden in Uganda für Kinder und Waisen aktiv. Neben einem Kindergarten und zwei Schulen sowie Brunnen, die sie gebaut haben, treiben sie derzeit mit das Windpumpen-Projekt voran. Eine Versuchsanlage, mit der aus bis zu 60 Metern Tiefe Wasser gepumpt werden kann, ist nun in Lorup aufgestellt worden. Der Testbetrieb läuft, und bald sollen die Baupläne nach Uganda geschickt werden, damit die Menschen vor Ort die Anlagen selbst bauen können.

Auch Stromproduktion möglich

Doch die Windräder sollen laut Rickermann nicht nur zum Transport von Wasser benutzt werden, auch Generatoren zur Stromproduktion können an die Anlagen des Typs „Kukate“ des Windrad-Pioniers Horst Crome aus Bremen angeschlossen werden. Die jetzige Testanlage wurde von Crome und dem Team von „Green Desert“ in Hannover gebaut. In Uganda gebe es alle Teile, die für den Bau benötigt werden, so Rickermann. Auch Ersatzteile seien vorhanden, so dass die Anlage bei Stillstand oder Störung schnell repariert werden kann.

Neben dem Windrad-Projekt stehen bei Belu aber noch zahlreiche andere Vorhaben an. So wurden in den vergangenen zwei Jahren insgesamt 2500 Öfen zum Kochen gebaut. Wie Martin Wilken aus Werlte erklärt, ist dieses Projekt sehr gut angelaufen. „Die Menschen kochen in ihren Hütten auf offenem Feuer“, so Wilken. Das sei besonders für die Kinder sehr gefährlich, da sie den Qualm einatmen müssten.

Auszubildenden bauen Steinpresse

Mithilfe von Steinpressen, von denen eine in Werlte von Auszubildenden des Fahrzeugherstellers Krone gebaut wurde, werden die benötigten Steine vor Ort hergestellt und könnten nach einigen Tagen Trocknung in der Sonne schon benutzt werden. Also müsse auch kein Brennofen mehr angefeuert und mit dem mittlerweile knapp gewordenen Rohstoff Holz befüllt werden. Durch die neuen, effizienteren Öfen könne eine Familie im Jahr etwa 300 Kilogramm Brennholz sparen, was laut Wilken Kosten von etwa 100 Dollar pro Jahr gleichkomme. „Und eine Familie hat im Durchschnitt nur 700 Dollar pro Jahr zur Verfügung“, weiß Wilken. Rickermann betont die Bedeutung des Klima- und Umweltschutzes durch das Projekt. Noch in den 1960er-Jahren habe Uganda über eine Waldfläche von etwa 80 Prozent verfügt, heute seien es nur noch acht Prozent. Zudem werde der Kohlendioxid-Ausstoß mit den neuen Öfen verringert.

Kinderheim aktuell im Bau

Aktuell, so Rickermann, werde ein Kinderheim für Waisen gebaut. Platz wird für 60 Kinder und auch die Bediensteten geschaffen. Einen Beitrag zur Ernährungssituation soll das Moringa-Projekt leisten. Der Anbau der Pflanze, die viele Vitamine und Mineralstoffe enthält, wird vorangetrieben und soll zu einer besseren Selbstversorgung der Menschen beitragen. Gefördert wird die Arbeit des Vereins mit Spendenmitteln, etwa von der Caritas oder den Rotary-Clubs aus dem Emsland und der Umgebung.