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Neubau für 750000 Euro steht an Sparta spielt künftig im „Volksbank Stadion“ - Werlter Verein erhält finanzielle Hilfe

Von Hermann Hinrichs | 17.03.2011, 15:16 Uhr

Kurz vor seinem 100-jährigen Bestehen im Jahr 2012 ist der Breitensportverein SV Sparta Werlte zu Bestform aufgelaufen. Während sich sportlich über die Abteilungen hinweg alles im „grünen Bereich“ befindet, steht nun auch dank der Hümmlinger Volksbank finanziell alles zum Besten. Der Verein kann kurzfristig über zusätzliche 120000 Euro verfügen. Im Gegenzug erhält das Sportgelände an der Sögeler Straße den Namen „Volksbank Stadion“. Darüber hinaus stiftete die Familie Bernard Krone dem Verein 10000 Euro für den geplanten Neubau der Umkleidekabinen.

Auch wenn der Verein angesichts der anstehenden Herausforderungen noch so einiges aus eigener Kraft beisteuern muss, kam Vorsitzender Wilhelm Goldschmidt während der Generalversammlung aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. „Das ist eine grandiose Idee. Das hilft uns ganz gewaltig. Ich find’s richtig toll“, gab er seiner großen Freude im Anschluss an den einstimmig gefassten Beschluss über das Paket, das er den Mitgliedern vorgetragen hatte, Ausdruck.

Dieses sieht vor, dass die Hümmlinger Volksbank dem Verein 60000 Euro zur Verfügung stellt, sowie weitere 60000 Euro als Darlehen. Dieses soll in einem Zeitraum von 15 Jahren mit jährlich 5000 Euro Zins und Tilgung wieder abgetragen werden. Zugleich schließt der Verein einen Werbevertrag mit der Volksbank, dessen wesentliche Inhalte die neue Benennung des Stadions und eine Zahlung an den SV Sparta von jährlich 5000 Euro vorsehen. „Damit stünden uns kurzfristig 120000 Euro zur Verfügung“, resümierte Goldschmidt. Das Geld komme unter anderem den zahlreichen Abteilungen, aber auch dem geplanten Bauprojekt zugute.

Im Zuge der Aussprache plädierte Goldschmidt für eine genaue Betrachtung dieses „großen Schrittes“. Gleich die ersten Zwischenrufe machten aber deutlich, wohin die Reise gehen sollte: „Annehmen“, „Natürlich“.

Ein Spartaner warf indes die Frage nach dem bisherigen Namen des Stadions auf und erinnerte sich, dass dieses „Johann-Plaggenborg-Stadion“ geheißen haben soll. Aber selbst Vorsitzender Goldschmidt hörte davon nach eigenem Bekunden „zum ersten Mal“. Wie der Heimatforscher Heinrich Hömme, der an der Chronik zum 100-jährigen Vereinsbestehen federführend mitwirkt, gestern auf Anfrage erklärte, gebe es in den vorhandenen Unterlagen keine Hinweise darauf, dass das Stadion diesen Namen offiziell erhalten habe.

Die Versammlung stimmte einmütig für den Vertragsabschluss mit der Volksbank und quittierte deren Bereitschaft, dem Verein zu helfen, mit breitem Applaus.

Gut bei Kräften kann der SV Sparta damit nun deutlich gelassener an die Herkulesaufgabe „Neubau der Umkleidekabinen an der Sögeler Straße“ herangehen, um so die aktuell sehr schlechten Verhältnisse zu beheben. Die geplanten Kosten betragen 750000 Euro. Nach Darstellung des Vorsitzenden soll der Anbau der Turnhalle ersetzt werden. Das dann auch größere Gebäude soll acht Umkleidekabinen mit Duschen, Schiedsrichter- und Fitnessräume sowie die Geschäftsstelle beherbergen.

An den Baukosten beteilige sich die Gemeinde mit bis zu 400000 Euro. Die sind nach Auskunft von Gemeindedirektor Werner Gerdes auch im Haushaltsplan 2011 verankert, der gestern Abend vom Gemeinderat verabschiedet worden ist. Weitere 150000 Euro steuert dem Finanzierungsplan zufolge der Landkreis Emsland bei und der Kreissportbund Emsland rund 50000 Euro. Die Lücke von 150000 Euro muss der Verein durch Eigenleistung und Geld selbst aufbringen.