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Mietzuschuss für Neueröffnungen Lorup will Ortskern mit Einzelhandel neu beleben

Von Mirco Moormann, Mirco Moormann | 08.02.2017, 19:45 Uhr

Die Entwicklung des Einzelhandels bereitet der Gemeinde Lorup Sorgen. Die Kommune geht deshalb neue Wege, um dem Leerstand in der Ortsmitte den Kampf anzusagen.

Ab sofort lobt die Gemeindeverwaltung einen monatlichen Mietzuschuss von bis zu 500 Euro für ansiedlungswillige Einzelhändler aus. Auch Dienstleister seien willkommen, wie Bürgermeister Wilhelm Helmer (CDU) im Gespräch mit unserer Redaktion weiter mitteilt.

Der Betrag werde über einen Zeitraum von einem Jahr an die Unternehmer gezahlt. Wünschen würde er sich etwa einen Frisör oder ein Bekleidungsgeschäft, so der Bürgermeister. „Wir sind für alles offen“, sagt Helmer. Die Gemeindeverwaltung hat das Konzept mit dem Handels- und Gewerbeverein auf den Weg gebracht, der Gemeinderat es jüngst abgesegnet. Pro Quadratmeter neu eröffneter Ladenfläche gibt es demnach 2,50 Euro Zuschuss zur Miete, gedeckelt auf bis zu 200 Quadratmeter.

Die Prämie wird für Ansiedlungen an den viel befahrenen Straßen wie der Hauptstraße, der Rastdorfer Straße oder auch der Gehlenberger Straße gezahlt. Wer an einer Nebenstraße ein Ladenlokal eröffnen möchte, bekommt jedoch auch einen Zuschuss. Laut Helmer ist dieser aber um ein Drittel reduziert und liegt damit bei knapp 1,70 Euro pro Quadratmeter.

Seit Jahren Probleme mit Ansiedlung

Seit Jahren gibt es im Ort Probleme mit der Ansiedlung von Einzelhandel. Im Ort gibt es neben Tankstellen, Banken, einem Nahversorgungsmarkt oder einem Versicherungsbüro nicht mehr viele Läden. „Wenn man nicht weiterkommt, muss man eben mit Geld locken“; meint der Bürgermeister.

Auch für die Apotheke im Ort wird eine Nachfolge gesucht – bislang vergeblich, sodass das Betreiberehepaar weiterarbeiten muss. Zahlreiche Gespräche mit Interessenten habe er geführt, den Ort präsentiert. Doch letztlich seien bislang alle Verhandlungen im Sand verlaufen, berichtet Helmer. „Die jungen Apotheker sind nicht interessiert.“ Viele gingen in die Forschung statt aufs Land. Die Stellengesuche in Fachzeitschriften bestätigten diese rückläufige Entwicklung im ländlichen Raum.

Abrissprämie für Häuser

Bereits im Sommer 2015 hatte die Gemeinde einen Vorstoß gemacht, um alte, leer stehende Gebäude im Ortskern loszuwerden und die Haupt- und Zufahrtsstraßen attraktiver zu gestalten. Eine Abrissprämie in Höhe von bis zu 10.000 Euro für jedes Haus, das beseitigt wird, kann auch heute noch abgerufen werden. Auch hier ist nach Auffassung Helmers noch nicht viel passiert. Bislang seien zwei Gebäude abgerissen worden – eins ist abgebrannt, für das andere wurde die Prämie gezahlt.

„Die Besitzer der Gebäude bewegen sich nicht“, sagt Helmer. Gern würde die Gemeinde auch die teilweise seit 15 Jahren leer stehenden Gebäude kaufen, aber auch dies gelinge noch nicht.