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Landrat für neuen Namen Kinomuseum Löningen „bundesweit einmalig“

Von Heinz Benken | 30.12.2015, 18:25 Uhr

Wird es in Löningen bald das „Deutsche Kinotechnische Museum“ geben? Das Alleinstellungsmerkmal sei vorhanden, findet Cloppenburgs Landrat Johann Wimberg (CDU), der einer Einladung nach Löningen in die „Kinotechnische Sammlung Dr. Heinz Dobelmann“ gefolgt war

Geschäftsführerin Brigitte Konert und Vorsitzender Gerd-Dieter Sieverding begrüßten neben vielen Gästen auch Bürgermeister Marcus Willen und als Gastredner Professor Dr. Rainer Pöppinghege von der Universität Paderborn. Der Trägerverein der kinotechnischen Sammlung warb mit der Veranstaltung für weitere Unterstützung und erbat Anregungen für die weitere Zukunft des „Kinomuseums“. Eingeladen hatte dazu der Verein von Handwerk und Wirtschaft aus Löningen.

Wimberg schlug in seiner Ansprache vor, das „Alleinstellungsmerkmal“ der Sammlung zu nutzen und unter dem Titel „Deutsches Kinotechnisches Museum“ ihre Anziehungskraft zu verstärken. „Das, was der engagierte Löninger Arzt Heinz Dobelmann hier zusammengetragen hat, bietet etwas, das man nur selten für sich in Anspruch nehmen kann.“ Nicht nur im weiten Umkreis gebe es nichts Vergleichbares. „Dieser Bogen lässt sich sogar noch viel weiter spannen. Das, was hier in Löningen an der Langenstraße gezeigt wird, ist sogar bundesweit einmalig.“

Das Kinomuseum beherbergt 300 Exponate aus mehr als 100 Jahren Kinotechnik. Unter anderem wird Einblick in das Innenleben von Filmprojektoren gegeben und gezeigt, wie die Bilder laufen lernten.

Angesichts der Bedeutung, des Umfangs und der Qualität der Sammlung plädierte Wimberg für Überlegungen zu dem neuen Namen: „Deutsches Kinotechnisches Museum“. Diese Namensgebung sollte jetzt die Kreisverwaltung in Cloppenburg juristisch prüfen lassen. Auf kulturelle Attraktionen aufmerksam zu machen, sei kein Selbstzweck. Der ländliche Raum müsse auf seine Qualitäten aufmerksam machen, damit es besser gelinge, die dringend notwendigen Fachkräfte für die leistungsfähigen Unternehmen vor Ort zu binden.

Er bestätigte damit die Erfahrungen des Remmers-Aufsichtsratsvorsitzenden Gerd-Dieter Sieverding und Vorsitzenden des Vereins Kinotechnische Sammlung. Die Firma Remmers Baustofftechnik habe Schwierigkeiten, führende Positionen mit der Bedingung des Wohnsitzes in Löningen zu besetzen. Die Attraktivität des Wohnortes Löningen und auch der umliegenden Region sollte mit weiteren kulturellen Angeboten erhöht werden, die die bereits vorhandene gute Infrastruktur ergänzen müssten.

Rainer Pöppinghege skizzierte die kulturhistorische Bedeutung des Kinos und die gerätetechnische Entwicklung seit der Zeit, als die Bilder laufen lernten und stellte sein Buch „120 Jahre analoge Projektorentechnik – Die Kinotechnische Sammlung Dr. Heinz Dobelmann“ vor. Pöppinghege ist Professor für Neueste Geschichte an der Universität Paderborn. Er beschreibt anhand der Löninger Sammlung auch die ersten Schritte der Kinotechnik auf dem Wege zur professionellen Branche der Lichtspielhäuser.