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Kommentar EEG-Umlage wird zum Bumerang

Meinung – Hermann Hinrichs | 11.07.2014, 19:59 Uhr

Die Egas-Anlage der Audi AG in Werlte kämpft darum, wirtschaftlich zu werden. Besonders die EEG-Umlage macht ihr zu schaffen. Ein Kommentar.

Das ist ein dicker Batzen: Vier Millionen Euro EEG-Umlage hat die Audi AG für ihre Sechs-Megawatt-Egas-Anlage in Werlte pro Jahr zu zahlen. Sie wird als Stromverbraucher angesehen und muss daher löhnen.

Es ist schon einigermaßen erstaunlich, dass es bislang nicht gelungen ist, einer vielversprechenden Technologie wie der Umwandlung von Strom in Gas die erforderlichen Rahmenbedingungen zu bieten, um zumindest einigermaßen wirtschaftlich erfolgreich eingesetzt werden zu können. Im Bundeswirtschaftsministerium läuft die Audi AG mit ihrem Begehren, von der Umlage befreit zu werden, aber bislang auf.

Dabei müsste es doch das ureigenste Interesse der Bundesregierung sein, die Potenziale dieser Technologie zu heben. Schließlich wird die Energiewende nicht ohne Energieträger aus regenerativen Quellen gelingen können, die auch in großem Maßstab gespeichert werden können. Das ist aber bislang einzig beim Gas der Fall. Nur so können Schwankungen in der bislang dominanten, aber unstetigen Windstromerzeugung ausgeglichen werden.

Durch die EEG-Umlage in Gefahr zu laufen, Innovationen abzuwürgen und in Länder mit günstigeren steuerlichen Regelungen wie die Niederlande zu verdrängen, erscheint vor diesem Hintergrund gar widersinnig. Die Umlage würde so zu einem Bumerang für die Energiewende.