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Ein Faulturm für die Kläranlage Samtgemeinde Werlte plant Millionenprojekt

04.03.2015, 16:22 Uhr

Die Samtgemeinde (SG) Werlte will das auf 4,7 Millionen Euro geschätzte Großprojekt „Sanierung der Werlter Kläranlage“ in Angriff nehmen. Dafür hat sich der Bau- und Planungsausschuss des Samtgemeinderates in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig ausgesprochen.

Damit nichts dem Zufall überlassen bleibt, hat die Samtgemeinde ein Fachbüro damit beauftragt, ein „Entwicklungskonzept zur Abwasserbehandlung“ zu erstellen. Dieses war bereits im Dezember im SG-Rat vorgestellt worden. Demnach ist weiterhin vorgesehen, den Betrieb der Kläranlage in Lorup mittelfristig auslaufen zu lassen und sämtliche Abwässer aus der Samtgemeinde auf der Anlage am Raddeweg in Werlte zu klären. Die befindet sich allerdings im Gegensatz zum Loruper Klärwerk nach Darstellung des Bauausschussvorsitzenden Gerd Lüken „in weiten Teilen in einem desolaten Zustand“ und ist ausgelastet.

Ein zentraler Bestandteil der insgesamt dreiteiligen Ertüchtigung der Werlter Anlage ist der Bau eines Faulturmes. Darin finden im aus dem Abwasser gefilterten Klärschlamm in einer sauerstofflosen (anaeroben) Umgebung Abbauprozesse statt. Dabei entsteht Methan, dass in einem Blockheizkraftwerk verstromt werden soll. Laut Wilfried Schwarte vom Fachbereich Bauen der Samtgemeinde könnten damit rund 40 Prozent der eigenen Stromkosten der Kläranlage gedeckt werden. Die Kläranlage in Lorup wird laut Samtgemeindebürgermeister Ludger Kewe so lange weiterlaufen, „wie es sinnvoll ist“. Dort werde von jetzt ab über die laufende Unterhaltung hinaus nicht mehr investiert.

Der Planungsausschuss befürwortete, dass nun auf Basis des Konzeptes in die Planungsphase eingestiegen werden soll. „Das Fachbüro plant weiter und bereitet den Genehmigungsantrag vor“, so Ausschussvorsitzender Lüken. Läuft alles nach Plan, kann es im ersten Halbjahr 2016 zur Ausschreibung und Vergabe der Arbeiten kommen. Ende 2016 wäre dann Baubeginn. Ende 2017 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Lüken sieht in dem Vorhaben die „mit Abstand wirtschaftlichste Lösung“.