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Wird Unterschriftenaktion gestartet? Darum sorgt ein Tempo-30-Schild vor der Grundschule in Vrees für Ärger

Von Mirco Moormann | 26.11.2020, 07:14 Uhr

Dafür hatten die Vreeser lange gekämpft: Seit wenigen Wochen gilt vor der Grundschule Tempo 30. Doch ein Zusatzschild sorgt für Unverständnis und Ärger.

Mehr als eineinhalb Jahre hatten sich die Vreeser für das Tempolimit auf der Werlter Straße eingesetzt. Die Landesstraße ist die Hauptverkehrsstrecke durch den Ort und führt den Verkehr aus dem Landkreis Cloppenburg kommend in Richtung Werlte.

"Es hat viele gefährliche Situationen aufgrund von unvernünftigen Autofahrern vor der Schule gegeben", sagt Bürgermeister Heribert Kleene im Gespräch mit unserer Redaktion. Nach Gesprächen mit der Verkehrskommission des Landkreises habe es dann die gute Nachricht gegeben: Tempo 30 ist durch.

Die Freude wich im Ort aber schnell, nachdem das Schild aufgestellt war. Denn unter der schwarzen 30 mit rotem Rand ist ein Zusatzschild angebracht worden, das das Tempolimit zeitlich eingrenzt - von 7.30 Uhr bis 8.30 Uhr. "Das kann niemand im Ort verstehen", sagt Kleene. In den Morgenstunden gebe es Schülerlotsen, die für mehr Sicherheit an der Straße sorgten. Jedoch in der Mittagszeit, wenn die Kinder die Grundschule verlassen, seien die Lotsen nicht mehr im Einsatz - und auch das Schild biete keinen Schutz mehr. Aufgrund der Ganztagsbetreuung verließen die Schüler sogar bis kurz vor 16 Uhr noch das Schulgelände.

Bushaltestelle ein Gefahrenpunkt

Somit fordern die Vreeser - auch die Ratsleute brachten unisono ihren Unmut auf der jüngsten Ratssitzung zum Ausdruck - dass die zeitliche Begrenzung ausgeweitet wird. Kleene sagt, dass sie von 6.30 bis mindestens 16 Uhr gelten müsse. Denn neben den Grundschülern seien früh morgens und bis in den Nachmittag hinein auch die Kinder und Jugendlichen an der Bushaltestelle gegenüber der Grundschule unterwegs, die in die weiterführenden Schulen gefahren werden. Dies stelle einen zusätzlichen Gefahrenpunkt dar, sodass auch diese Zeit mit abgedeckt werden müsse, so Kleene.

Im Gemeinderat wurde über eine Unterschriftenaktion nachgedacht. "So geht es nicht weiter", sagte Ingrid Peters (CDU). Kleene berichtete, dass er bereits Kontakt zum Landkreis aufgenommen habe. Dort sei man über die unglückliche Situation in Vrees informiert worden und wolle sich darum kümmern, dies zu ändern, so Kleene. Weitere Gespräche sollen folgen, so der Bürgermeister.